Autogramm Skoda Fabia Der kleine Kannibale

Praktisch und preiswert reicht Skoda nicht mehr: Mit dem neuen Fabia beweist die Volkswagen-Tochter, dass sie moderne Autos bauen kann. Der Kleinwagen ist eine Kampfansage an die Konkurrenz, auch im eigenen Konzern.

Skoda

Der erste Eindruck: Ein Blickfang. Der neue Fabia wirkt richtig sportlich.

Das sagt der Hersteller: "Nur weil ein Kleinwagen preiswert ist, muss er nicht billig aussehen", sagt Skoda-Designchef Josef Kaban. Während andere Hersteller dieses Versprechen oft mit einem überzogen verspielten Design einlösen wollen und am Ende bei einem Comic-Auto landen, hat Kaban es mit Noblesse probiert.

Wo die Bleche sonst aus Kostengründen oft nur dreimal gepresst werden, gönnt er zum Beispiel der Motorhaube sechs Durchgänge und bekommt so eine viel aufwendigere Oberflächengestaltung. Selbst die Rückleuchten wirken mit ihrer komplexen, dreidimensionalen Oberfläche geschliffen wie Edelsteine.

Das ist uns aufgefallen: Klein sind an diesem Skoda allenfalls noch die Abmessungen. Sobald man im Fabia sitzt, fühlt man sich wie in einem deutlich größeren Auto - obwohl er einen Hauch kürzer und deutlich flacher geworden ist. Die Beinfreiheit und das Kofferraumvolumen liegen auf dem Niveau mancher Kompaktklassemodelle, selbst in der zweiten Reihe sitzt man ordentlich. Das liegt vor allem daran, dass der Fabia um neun Zentimeter breiter geworden ist. Außerdem wurden die Sitze tiefer gelegt.

Beim Fahren macht der Fabia einen rundherum erwachsenen Eindruck, läuft viel ruhiger und gelassener als der Vorgänger. Gleichzeitig braucht es nur einen beherzten Gasstoß, um mit dem Wagen auch richtig Spaß zu haben.

Am deutlichsten ist der Fortschritt allerdings bei der Ausstattung, vor allem beim Infotainment: Dank der Mirrorlink-Integration fürs Smartphone samt Navigation, welche die Bedienoberfläche des Smartphones auf den Monitor in der Mittelkonsole einblendet, und eigenem Appstore wirkt der Fabia zeitgemäßer als mancher Luxusliner.

Das muss man wissen: Der Aufstieg des Fabia schlägt sich auch in den Preisen wieder. Zwar wird das Basismodell für 11.790 Euro nur 150 Euro teurer und ist angesichts der neuen Ausstattung sogar fünf Prozent billiger als früher. Doch weil die Optionsliste deutlich in die Länge geht, kann man den Tarif locker um ein paar Tausender nach oben treiben. Das schlüssellose Startsystem, das Panoramadach, den Touchscreen für Mirrorlink, die Airbags fünf und sechs, die Doppelkupplung oder einen stärkeren Motor - ruck zuck ist man jenseits von 20.000 Euro.

Viel Auswahl gibt es auch unter der Haube. Der Testwagen war mit einem 110 PS-Benziner bestückt, der angesichts der üppigen Leistung und einem knackigen kurzen Sechsgang-Getriebe so sportlich fährt wie der Fabia aussieht. Außerdem gibt es noch jeweils drei Benziner und Diesel, die ein Spektrum von 60 bis 105 PS abdecken. Dass sie im Schnitt 17 Prozent weniger verbrauchen, die Diesel bei 3,1 und die Benziner bei 4,7 Litern starten, liegt nicht allein an den neuen oder gründlich überarbeiteten Motoren, der serienmäßigen Start-Stopp-Funktion und der Rekuperation - der Fabia hat beim Generationswechsel auch bis zu 65 Kilo abgespeckt und wiegt jetzt wieder weniger als eine Tonne, zumindest in der Basisversion.

Der Fünftürer ist dabei übrigens nur das Vorspiel. Wirklich spannend wird es im Frühjahr, wenn der Fabia auch als Kombi kommt. Bei dem ist der Designsprung nämlich noch größer, er verkauft sich bei uns traditionell noch besser als das Steilheck und er hat kaum Konkurrenten.

Das werden wir nicht vergessen: Die vielen Kleinigkeiten, mit denen der Fabia sich von den vergleichbaren Modellen, wie zum Beispiel dem Polo, aus dem Volkswagen-Konzern abhebt.

Das beginnt bei Details aus der Abteilung "Simply Clever" wie den Haltenetzen für allerlei Kleinkram an den Flanken der Vordersitze oder der pfiffigen Hutablage, die wie von selbst hinter der Rücklehne verschwindet. Es führt über Gadgets wie die SmartGate-Apps, mit denen man einen erweiterten Bordcomputer, Telemetriedaten wie in der Formel 1 oder die Spritsparbilanz aufs Handy bringen kann. Und das endet bei einer Individualisierung, wie man sie nicht einmal bei Mode-Modellen vom Schlage eines Mini oder eines Fiat 500 findet.

Schon die insgesamt 105 Kombinationen aus 15 Außenfarben und jeweils vier eigenen Lacken für Dach und Felgen sind eine bunte Mischung. Doch wenn man sich für ganz kleines Geld ein Foto seiner Wahl ins Cockpit folieren lässt, wird der Fabia tatsächlich ein einzigartiges Auto.



insgesamt 30 Beiträge
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fatherted98 15.10.2014
1. alles gleich...
...Skoda, Seat, VW...alles das Gleiche...Unterschiede gibts doch nur noch im Design und ein klein weing beim Preis....ansonsten ist doch 90% Gleichstand...schon aus wirtschaftlichen Gründen im Gesamtkonzern.
mickymesser 15.10.2014
2. Typisch Tom Grünweg
wessen Brot ich dessen Lied ich sing. Schön den Bericht aus den Hochglanzbroschüren rausgeschrieben und keinerlei echte Fakten. Beispiel gefällig? Warum wird nicht unter Realbedingung der tatsächliche Verbrauch ermittelt? Nein die Mühe ist es nicht wert gell Tom? Lieber kritiklos die Versprechungen übernommen und ja keinen Schiefer einziehen von der deutschen Autolobby.
Politikum 15.10.2014
3.
Nicht jedem gefällt es, dass die Autos breiter und flacher werden, und man immer tiefer auf der Straße sitzt. Firlefanz wie aufwändigere Blechfalze und Smartphone-Anbindung braucht man bei einem Skoda irgendwie auch nicht, und die Energie-Rückgewinnung wird bei minimalem Nutzen knackig Kosten bei älteren Fabia verursachen. Danke, ich habe mir extra noch den jetzigen Fabia angeschafft, gerade weil er schön schmal und relativ puristisch ist. Ohne Start/Stop, ohne Rekuperation, ohne Touchscreen, dafür aber als Sondermodell für mehrere Tausend Euro weniger als der Neue.
Tiananmen 15.10.2014
4.
Ich finde das Preisniveau völlig gaga. Ein 1 Jahr alter Superb (Skodas Topmodell mit allen Ausstattungsschnickschnacks) mit ca. 30.000 km kostet ebenfalls ca. 20.000 EUR. Also...
gott777 15.10.2014
5.
Muss bei vorgeschriebenen Texten nicht irgendwo rechts oben "Anzeige" oder "Werbung" stehen? Eigentlich geht der Trend aus diversen Gründen doch zu höheren Sitzen (SUV-Welle) und tiefere Sitze sind unbeliebt. Warum also das als Vorteil anstatt als Nachteil beschreiben? So ein nachteillosen "Bericht" fehlt leider schon nach wenigen Absätzen jegliche Glaubwürdigkeit. Obwohl ich das Auto interessant finde und evtl. später auch ein (Vorgänger-)model kaufen möchte hinterlässt so ein "Bericht" für ein paar Minuten einen unfeinen Geschmack.
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