Probleme mit dem Antriebsriemen Ikea ruft Fahrrad-Modell "Sladda" zurück

Mit "Sladda" wollte Ikea die Fahrradbranche aufmischen. Doch daraus wurde nichts. Nun muss das schwedische Möbelhaus das Bike sogar wegen Verletzungsgefahr zurückrufen.

Ikea-Fahrrad "Sladda"
Inter IKEA Systems B.V.

Ikea-Fahrrad "Sladda"


Vor knapp zwei Jahren stieg der Möbelriese Ikea mit dem Modell "Sladda" ins Fahrradgeschäft ein. Jetzt ruft Ikea das Bike wegen technischer Mängel zurück. Der Antriebsriemen könne reißen und womöglich zu einem Sturz führen, teilte Ikea Deutschland mit. Zuvor sei das Unternehmen von einem Lieferanten für Zubehörteile informiert und gebeten worden, das Fahrrad wegen Sicherheitsproblemen aus dem Verkehr zu ziehen.

Der Antriebsriemen stammt von Continental. Betroffen seien alle verkauften Räder. Das Möbelhaus hatte "Sladda" ( zu Deutsch: Schleuder) in den Größen 26- und 28-Zoll angeboten. Ikea lägen bisher elf Berichte über Vorfälle mit dem Rad vor. In zwei Fällen seien kleinere Verletzungen entstanden.

"Da die Sicherheit unserer Kunden vorgeht, haben wir uns entschieden, sämtliche Fahrräder zurückzurufen und die Kunden gebeten, das Rad im nächstgelegenen Ikea-Einrichtungshaus abzugeben", sagt Ikea-Sprecherin Nathalie Biallas. Der volle Kaufpreis werde zurückerstattet, bei der Rückgabe sei kein Kaufnachweis oder Kassenbon nötig. Darüber hinaus kann auch sämtliches Zubehör, welches zusammen mit dem Fahrrad erworben wurde, zurückgegeben werden.

"Wenn die Kunden es wünschen, können sie auch Zubehörteile tauschen, die man theoretisch auch für andere Fahrräder nutzen kann", sagt Biallas. Dazu gehörten beispielsweise auch Helme, Taschen oder Fahrradschlösser.

Mit einem Preis ab 779 Euro war das Fahrrad mit Riemenantrieb bei Verkaufsstart im August 2016 deutlich günstiger als vergleichbare Modelle. Meist starten die Preise für Fahrräder mit Riemenantrieb erst ab 1000 Euro. "Sladda" wurde den Angaben zufolge in 26 Märkten angeboten. Ein Nachfolgemodell plant Ikea derzeit nicht. Vielleicht auch deshalb, weil das Fahrrad hierzulande eher ein Ladenhüter war. Laut Ikea verkaufte sich das Zweirad gerade einmal 400-mal.

Im Video: Verkaufstricks - Schnäppchenjagd bei Ikea

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cfr/dpa



insgesamt 35 Beiträge
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Europa! 24.05.2018
1. Sachverstand schadet selten
Über den Antriebsriemen dieses völlig überteuerten Modells habe ich mich von Anfang an gewundert. Ikea sollte lieber bei Billys und Ektorp bleiben.
jmaltzan 24.05.2018
2.
Mein Sladda steht seit 2 Monaten mit gerissenen Riemen in der Ecke. Ikea konnte keinen Ersatz liefern und hatte vorgeschlagen, dass ich mir den Ersatzriemen im Handel selbst besorge. Den gibt es aber leider nirgends. Fazit: Rad steht weiter rum. Schade eigentlich, denn das Sladda ist sonst ein gutes Fahrrad und universell gut einsetzbar. Meine Sladda-Erfahrungen stehen hier: http://st-pedali.blogspot.de/2016/10/sladda-im-test-wie-gut-ist-das-ikea.html?m=1
nouseforanothername 24.05.2018
3. Na ja
Die Überschrift lässt den schwarzen Peter mehr bei IKEA vermuten, als er das ist. Die Räder werden nicht wegen "technischer Mängel" zurückgerufen, sondern weil ein zuliefernder Dritthersteller in seinem Bauteil einen technischen Mangel festgestellt hat. Dabei ist IKEA sogar deutlich kulanter als der, ebenfalls von den Problemen mit Conti-Riemen betroffene, deutsche Radhersteller Canyon: der hat seine Kunden nur gebeten, ihre Räder vorerst nicht mehr zu benutzen, ohne sagen zu können, wann der mangelhafte Riemen ausgetauscht werden soll. Das Problem bei Continental scheint also größer und komplexer zu sein, eine Behebung kurzfristig nicht möglich. Und während Canyon die Kunden letztlich mit dem Problem des eigenen Zulieferers im Regen stehen lässt, wickelt IKEA die Käufe, samt Zubehör, zurück ab. Die Schwedischen Regal-Bauer machen in der Geschichte also mMn die beste Figur.
lupo62 24.05.2018
4.
Zahnriemen statt Kette. Damit wird seit 100 Jahren experimentiert und einige Modelle sind auch auf den Markt gekommen, z.B. das Dürkopp-Rad. Durchgesetzt haben sie sich alle nicht. Die Physik setzt dort offenbar eine unüberschreitbare Grenze.
Axeman 24.05.2018
5. Kulanz
Zitat von nouseforanothernameDie Überschrift lässt den schwarzen Peter mehr bei IKEA vermuten, als er das ist. Die Räder werden nicht wegen "technischer Mängel" zurückgerufen, sondern weil ein zuliefernder Dritthersteller in seinem Bauteil einen technischen Mangel festgestellt hat. Dabei ist IKEA sogar deutlich kulanter als der, ebenfalls von den Problemen mit Conti-Riemen betroffene, deutsche Radhersteller Canyon: der hat seine Kunden nur gebeten, ihre Räder vorerst nicht mehr zu benutzen, ohne sagen zu können, wann der mangelhafte Riemen ausgetauscht werden soll. Das Problem bei Continental scheint also größer und komplexer zu sein, eine Behebung kurzfristig nicht möglich. Und während Canyon die Kunden letztlich mit dem Problem des eigenen Zulieferers im Regen stehen lässt, wickelt IKEA die Käufe, samt Zubehör, zurück ab. Die Schwedischen Regal-Bauer machen in der Geschichte also mMn die beste Figur.
IKEA verdient sich aber auch dumm und dusselig mit seinen sonstigen Produkten und kann sich großzügige Kulanz, die schlimmstenfalls eine kleine Delle in der Gewinnkurve hinterlässt, locker leisten. Für eine kleinen Manufakturbetrieb sieht das schon anders aus. 2 Jahre alte Fahrräder zum vollen Preis zurückzukaufen und auf den Müll zu werfen, werden die sich schlicht nicht erlauben können. Rücknahme gegen Wertminderung durch Nutzung ist auch keine realistische Option.
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