Sonne im Tank Solarmobil in Heimarbeit

Rund 54.000 Euro hat Chen Shungui in zwei Prototypen investiert, die an sonnigen Tagen gänzlich ohne CO2-Emissionen fahren. Bereits acht Jahre lang experimentiert  der Mann mit Elektromobilen, die ihre Energie aus Solarzellen beziehen. Besonders schick ist das Ergebnis jedoch nicht.

REUTERS

Mit Elektrofahrzeugen und speziell mit der Energiegewinnung aus Solarzellen beschäftigt sich Chen Shungui aus Jingjiang in der chinesischen Provinz Jiangsu bereits seit 2002. Damals begann er mit der Konstruktion eines recht ungelenk aussehenden Fahrzeugs, dessen Hauben- und Dachpartie mit Solarzellen bedeckt waren, die Strom fürs Vorwärtskommen produzieren. An sonnigen Tagen reichte der so erzeugte Strom für einige Kilometer Fahrt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h.

Kürzlich stellte Herr Shungui einen weiteren Prototyp vor. Diesmal handelt es sich um ein Solar-Elektromobil mit einer Art Range Extender - also einem Reichweitenverlängerer, und zwar in Form eines Akkus. Wieder sind die der Sonne zugewandten Oberflächen des Autos mit Solarzellen bestückt. Die so gewonnene Tagesration an Energie reicht, um den Wagen etwa 40 Kilometer weit mit bis zu 60 km/h zu bewegen. Falls längere Strecken anstehen, reicht das natürlich nicht, und falls der Himmel stark bewölkt ist, ruckelt das Auto ohnehin kaum vom Fleck.

Daher hat der Selfmade-Erfinder zusätzlich einen Akku installiert, der nach Shunguis Angaben elektrische Energie für bis zu 240 Kilometer Fahrtstrecke speichern kann. Und wenn am Zielort die Sonne scheint, kann es sogar noch ein bisschen weiter gehen. Das neue Modell sieht übrigens auch längst nicht mehr so nach Hinterhofbastelei aus wie der erste Prototyp. Falls Chen Shungui dem Solar-Doppel ein drittes Modell folgen lässt, wird das sicher ein richtig schnittiges Auto.

jüp

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insgesamt 12 Beiträge
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felisconcolor 08.11.2010
1. warum uns China überholt
Respekt vor der tollen Arbeit von Herrn Chen Shungui. In Deutschland wäre spätestens beim TÜV die Fahrt vorbei. Und bis man alle Sondergenehmigungen, Sonderabnahmen etc. beigebracht hätte, wäre man zum dritten Mal Pleite. Und wenn garnichts gegen den Erfinderwahn hilft... Dann vielleicht Patent- oder Markenrechte. Freiheit trifft Regulierung durchaus doppeldeutig gemeint.
Teile1977 08.11.2010
2. City-el
Hmm, mit einem City-el und einem Solardach hätte er die selben Fahrleistungen bekommen, allerdings nur zu 50% der Kosten und Made in Germany. (O.K. sein (nachfolge) Auto sieht eher nach Pkw aus ;-)
Stephantastisch, 08.11.2010
3. Wo ein Wille ist...
Zitat von sysopRund 54.000 Euro hat Chen Shungui in zwei Prototypen investiert, die an sonnigen Tagen gänzlich ohne CO2-Emissionen fahren. Bereits acht Jahre lang experimentiert**der Mann*mit Elektromobilen, die ihre Energie aus Solarzellen beziehen. Besonders schick ist das Ergebnis jedoch nicht. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,726710,00.html
Respekt. Was die "großen" Konzerne nicht schaffen, realisiert ein "kleiner" Bastler für sich alleine. Man sieht, man muss nur wollen, dann geht's schon.
TheBear, 08.11.2010
4. Keinen praktischen Wert
Zitat von StephantastischRespekt. Was die "großen" Konzerne nicht schaffen, realisiert ein "kleiner" Bastler für sich alleine. Man sieht, man muss nur wollen, dann geht's schon.
Das flösst mir leider gar keinen Respekt ein. Solarzellen und Batterietechnologie können nun mal nicht von kleinen Bastlern entwickelt werden. Vor einem Erfolg steht eine noch lange nicht ausgeschöpfte Grundlagenforschung. Was er gemacht hat ist halt ein Hobby, vielleicht auch um in die Zeitung zu kommen, ohne jeglichen praktischen Wert. Aber wenn es ihn glücklich macht, dann soll er halt.
Traumflug 08.11.2010
5.
Zitat von TheBearDas flösst mir leider gar keinen Respekt ein. Solarzellen und Batterietechnologie können nun mal nicht von kleinen Bastlern entwickelt werden. Vor einem Erfolg steht eine noch lange nicht ausgeschöpfte Grundlagenforschung. Was er gemacht hat ist halt ein Hobby, vielleicht auch um in die Zeitung zu kommen, ohne jeglichen praktischen Wert. Aber wenn es ihn glücklich macht, dann soll er halt.
Können sie nicht? Zu Ihrer Inspiration ein paar Projekte, bei denen "Hobbybastler" durchaus mit der Industrie mithalten können: http://green.autoblog.com/category/automotive-x-prize/ http://www.arduino.cc/ http://reprap.org/ Was man unter "open source software" schon eine Zeit lang kennt, hält auch immer mehr Einzug in Hardware-Bereichen. Wie relevant solche Entwicklungen sind kann man z.B. hier betrachten: http://www-03.ibm.com/linux/index.html Selbst "die Grossen" setzen inzwischen auf open source. Es wird Ihnen sicher nicht schwer fallen, sich all das auch bei den Technologien "Batterie" und "Elektroantrieb" vorzustellen.
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