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17. Juni 2012, 08:45 Uhr

Wahlversprechen

SPD und Grüne fordern Tempo 30 in Städten

Im Falle eines Wahlsiegs wollen SPD und Grüne einen umstrittenen Plan durchboxen: Tempo 30 soll zur Regelgeschwindigkeit in allen Städten werden. Umweltverbände und gestresste Großstädter applaudieren - passionierte Autofahrer hingegen sind entsetzt.

Berlin - Politiker von SPD und Grünen machen sich einem Zeitungsbericht zufolge gemeinsam für Tempo 30 in den Städten stark. Das würde die Verkehrssicherheit erhöhen und die Städte durch weniger Lärm und CO2-Ausstoß leiser und sauberer machen, sagte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sören Bartol, der "Welt am Sonntag".

Bartol sprach sich dafür aus, Tempo 30 in der Straßenverkehrsordnung als neue zulässige Höchstgeschwindigkeit in Städten festzuschreiben. Hauptverkehrsachsen sollten dann mit Tempo-50-Schildern als wichtige Ausnahme deutlich gekennzeichnet werden.

Die SPD-Verkehrsexpertin Kirsten Lühmann geht dem Bericht zufolge davon aus, dass Tempo 30 für "gleichmäßig fließenden Verkehr" sorgen würde, "der im Übrigen Aggressionen mindert und Aufmerksamkeit steigert".

Den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), zitiert die Zeitung mit den Worten, er sei zuversichtlich, dass seine Partei mit der SPD eine moderne Verkehrspolitik auf den Weg bringen könne, die die Gesundheit der Stadtbewohner besser schützt als heute. "Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in der Stadt schützt Fußgänger und Radfahrer, insbesondere Kinder, weil sich der Bremsweg mehr als halbiert", sagte Hofreiter der Zeitung.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) unterstützen den Vorstoß. Mit Vehemenz kritisiert der ADAC dagegen die Pläne. "Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit wird keine Akzeptanz bei den Autofahrern finden", sagte ADAC-Experte Andreas Hölzel. Durch eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h würde man für Fußgänger und Radfahrer eine Scheinsicherheit schaffen, die sich im tatsächlichen Verkehrsverhalten nicht widerspiegelt.

Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lehnt dem Bericht zufolge dergleichen Überlegungen ab. "Ich will Mobilität ermöglichen und nicht verhindern. Solange ich Verkehrsminister bin, wird es kein generelles Tempolimit geben", sagte Ramsauer der Zeitung.

mik/dpa

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