Speedfreaks in der Salzwüste Der ganz normale Wahnsinn

Wenn das Salz unter den Rädern knirscht und der Fahrtwind pfeift, dann schlägt das Herz der Geschwindigkeitsfreaks höher. Auf der Bonneville-Piste in der Wüste von Utah kämpfen alljährlich die Fahrer und Besitzer ausgefallener und monströser Gefährte um neue Rekorde.


Nur rund drei Monate im Jahr liegt die Salzwüste im US-Bundesstaat Utah trocken – und in diesen drei Monaten wird hier ein Geschwindigkeitsrekord nach dem anderen aufgestelllt. Die Fahrer von düsenbetriebenen Raketenautos, umgebauten Oldtimern und Motorrädern rasen über die sogenannte Bonneville-Piste auf der Jagd nach oft sehr vergänglichem Ruhm.

Hunderte Gefährte nehmen alljährlich an der Speed Week im August teil, und ebenso viele kämpfen in diesen Tagen bei hohen Temperaturen und sengender Sonne bei der Veranstaltung World of Speed. Bei der 20. Ausgabe des Hochgeschwindigkeitswettkampfs gehen zigarrenförmige Autos, aber auch bejahrte Renn- und Straßenmotorräder und Oldtimer an den Start.

Schon seit 1912 sind ein Teil der sogenannten Salt Flats für den Motorsport freigegeben, in den dreißiger Jahren wurde die Bonneville Speedway durch den Wettkampf der Fahrer Ab Jenkins und Sir Malcom Campbell um den Rekord der Landfahrzeuge berühmt. 1935 erreichte Campbell mit seinem Blue Bird 484,62 km/h. Dieser Rekord ist heute schon weit überholt: Der ehemalige Kampfjet-Pilot Andy Green kam mit dem Raketenauto ThrustSSC 1997 sogar auf Überschallgeschwindigkeit. Mit 1227,99 km/h raste er durch die Black Rock Desert in den USA.

Auf der Bonneville-Piste stellt Green in diesem Jahr einen neuen Rekord für Landfahrzeuge mit Dieselmotor auf. Im August erreichte der Pilot mit dem zigarrenförmigen Dieselmax 526 km/h und pulverisierte damit die seit 1973 geltende Bestmarke.

abl



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