Zehn Techniktricks gegen Spritverbrauch: Schluss mit durstig

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Die besten Spritspar-Techniken: Getankt wird später Fotos
Mazda

3. Teil: Aerodynamik - sparen mit Stromlinien

Die Aerodynamik ist die vielleicht billigste Art des Spritsparens, denn eigentlich braucht es nur die entscheidenden Ideen, um ein Auto windschnittig zu machen. Diese vom sogenannten Strömungswiderstandskoeffizienten (Cw-Wert) diktierte Disziplin war schon einmal populär - vor rund 80 Jahren, als Edmund Rumpler den Tropfenwagen erfand. Bereits in den achtziger Jahren erlebte die Aerodynamik ein Comeback, als Audi mit dem Modell Audi 100 mit einem Cw-Wert von 0,30 eine neue Bestmarke für Serienlimousinen aufstellte. Auch jetzt wird wieder akribisch im Windkanal gearbeitet. Zum Beispiel hat das Coupé der Mercedes E-Klasse einen Cw-Wert von 0,24.

"Dieser Feinschliff zahlt sich aus", sagt Mercedes-Chef-Aerodynamiker Teddy Woll. Eine Reduktion des Luftwiderstandsbeiwerts von 0,25 auf 0,24 spart im Normzyklus etwa zwar nur 0,04 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Bei der alltäglichen Fahrt außerhalb des Labors liege der Verbrauchsvorteil allerdings bei 0,08 bis 0,12 Liter. Interessant wird es bei einer schnellen Autobahnfahrt. Da sind sogar 0,21 bis 0,42 Liter Ersparnis möglich. Bei 250 km/h bedeutet ein Minus von 0,01 sogar bis zu 0,67 Liter weniger Benzin, sagt der Mercedes-Mann.

Dabei ist nicht nur eine strömungsgünstige Karosserie wichtig: Es gibt auch ein paar aerodynamische Tricks, mit denen die Luft besonders widerstandsfrei am Fahrzeug vorbeigeführt wird. So hat zum Beispiel der neue BMW 3 einen sogenannten Air-Curtain; der Fahrtwind wird derart durch den Vorbau gelenkt, dass er sich wie ein Vorhang vor die Räder legt und so spritzehrende Luftverwirbelungen im Radkasten vermeidet.

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1. Ertappt!
jules16v 21.03.2012
Zitat von sysopDaimlerBenzin- und Dieselpreise steigen rasant, E-Mobile schaffen den Durchbruch bislang nicht. Deswegen fahnden Hersteller nach Wegen, um den Verbrauch beim Verbrennungsmotor zu stoppen - zehn schlaue Techniken, die Sprit und Geld sparen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,820385,00.html
Ich finde die Heuchelei der Hersteller bemerkenswert: auf der einen Seite wird basierend auf irgendwelchen Norm-Zyklen der ein-Liter-Cayenne beschworen, auf der anderen ist's dann in der Realität dann ganz anders - aber bitte nur, wenn diese auch dem eigenen Interesse zuspielt.
2. Technik und bunte Displays
Markuz 21.03.2012
verbrauchen in Ihrer Herstellung und Entwicklung auch Energie. Eine Palme als Anreiz, haha ... und nach drei Jahren funktioniert der Schnickschnack nicht mehr oder muß repariert werden. In neuen Autos steckt soviel (auch überflüssige) Technik, die als Sondermüll zu entsorgen ist und das Gewicht des Autos erhöht. Ganz zu schweigen von der Tatsache, das defekte Teile meist komplet ausgetauscht werden müssen und keine einfache Reparatur mehr möglich ist. Für mich gilt immer noch: Ein Auto verbraucht in der Herstellung solche Rohstoffmengen, dass es bis zum wirklichen Ende gefahren werden sollte. Ob es einen Liter mehr verbraucht oder nicht, ist da unerheblich.
3. Ist ja logisch!
BabelHuber 21.03.2012
Zitat von jules16vIch finde die Heuchelei der Hersteller bemerkenswert: auf der einen Seite wird basierend auf irgendwelchen Norm-Zyklen der ein-Liter-Cayenne beschworen, auf der anderen ist's dann in der Realität dann ganz anders - aber bitte nur, wenn diese auch dem eigenen Interesse zuspielt.
Der Staat MUSS ja irgendein Reglement vorgeben, z.B. wie der Verbrauch gemessen wird oder wie der Seitenaufpralltest aussehen muss. Die Autohersteller versuchen dann, bei gegebenen Reglement das Beste für sich herauszuholen. Das Reglement muss auch nicht staatlicher Natur sein, z.B. hat BMW beim 2012er 535d den CO2-Ausstoß von 163g/km auf 160g/km gesenkt. Das sieht auf den ersten Blick marginal aus, wenn man aber bedenkt, dass viele Firmen inzwischen vorschreiben, dass der CO2-Ausstoß eines Dienstwagens max. 160g/km sein darf, dann versteht man das. Es gilt grundsätzlich: Ein paar wenige Leute geben die Regeln vor. Dann versuchen sehr viele Leute, das Regelwerk bestmöglich für sich zu nutzen. Da normalerweise sehr viele Leute kreativer sind als einige wenige, stehen die Macher der Regeln meist etwas schlechter da. Das ist auch so gut wie überall dasselbe, siehe z.B. neue Regeln im Steuerrecht. Sobald da eine neue Regelung erscheint, versuchen Armeen von Steuerberatern, die wieder auszuhebeln.
4. Tricks?
Airkraft 21.03.2012
Das ist nicht nicht wirklich neu und schon seit langem bekannt. Außerdem will der gemeine Autofahrer eigentlich nicht Sprit, sondern eher Geld sparen - das geht aber ganz anders!!!
5. ...
franneck 21.03.2012
Zitat von Markuzverbrauchen in Ihrer Herstellung und Entwicklung auch Energie. Eine Palme als Anreiz, haha ... und nach drei Jahren funktioniert der Schnickschnack nicht mehr oder muß repariert werden. In neuen Autos steckt soviel (auch überflüssige) Technik, die als Sondermüll zu entsorgen ist und das Gewicht des Autos erhöht. Ganz zu schweigen von der Tatsache, das defekte Teile meist komplet ausgetauscht werden müssen und keine einfache Reparatur mehr möglich ist. Für mich gilt immer noch: Ein Auto verbraucht in der Herstellung solche Rohstoffmengen, dass es bis zum wirklichen Ende gefahren werden sollte. Ob es einen Liter mehr verbraucht oder nicht, ist da unerheblich.
Da geb ich Ihnen Recht. Die Produktionsbedingungen bei der Automobilherstellung werden viel zu wenig berücksichtigt. Liegt mit Sicherheit daran, dass wir beim Kauf eines Neuwagens davon überhaupt nichts mitbekommen und auch überhaupt keinen Bezug zum Produkt herstellen können. Wenn es um den Spritverbrauch geht, merken wir dies in der Geldbörse. Auch die Abgase verbinden wir ja mit dem Produkt "Auto", da sie direkt bei uns, durch unsere Nutzung entstehen. Energieverschwendung und Umweltverschmutzung bei der Herstellung können wir dagegen leicht unter den Tisch kehren, denn es ist ja quasi im Preis enthalten und es findet anderswo statt. Im Übrigen werden viele andere Belastungen, die durch das Automobil entstehen, ebenfalls sehr stiefmütterlich behandelt. Erinnert sei zum Beispiel an den enormen Raumbedarf oder die Lärmbelästigung. Eine alleinige Beurteilung nach dem Spritverbrauch ist oberflächlich. Sich ein neues Auto wegen einem halben Liter weniger auf hundert Kilometern anzuschaffen ist höchst verschwenderisch.
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Elektroautos: Typen
Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versogt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Roadster, Chevy Volt/Opel Ampera, Think City
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Honda Civic, Honda Insight
Brennstoffzelle
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz)

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