Starenkasten und Laserpistole Blitzer bringen Berlin Millionen ein

Sie stehen an Kreuzungen, auf dem Parkstreifen, hinter der Ecke: Mit über 130 Blitzern überwacht die Berliner Polizei den Verkehr, einer bringt jährlich bis zu 732.000 Euro ein. Es sollten noch mehr werden, fordern die Grünen - weil immer mehr Menschen wegen der Raserei sterben.


Wenigstens eine sichere Einnahmequelle hat das notorisch klamme Berlin: seine Raser. Millionen von Euro zahlen sie im Jahr für ihre Strafmandate, weil sie es nicht schaffen, sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit zu halten.

Radarfalle: Millionenschwere Einnahmenquelle fürs klamme Berlin
DDP

Radarfalle: Millionenschwere Einnahmenquelle fürs klamme Berlin

Einige Blitzer bringen der Stadt zwischen 600.000 und 732.000 Euro im Jahr, schreibt der Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Diese Zahlen nannte der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Claudia Hämmerling hin.

Im Stadtgebiet überwacht die Polizei den Verkehr mit 132 Radarfallen, davon sind vier sogenannte Starenkäste, also fest angebrachte Geschwindigkeitsmesser. Die Kästen blitzen am Häufigsten: 732.000 Euro pro Jahr spült einer von ihnen in die Kassen der Stadt. 65.000 Euro kostet es, ihn aufzustellen, weitere 8000 Euro der Betrieb in einem Jahr.

Die restlichen 128 Blitzer sind mobil. Vom komplizierten Videowagen, der auf der Stadtautobahn Rasern hinterherfährt, bis zur einfachen Laserpistole, mit der die Polizisten am Straßenrand stehen. Was die beweglichen Blitzer der Stadt an Einnahmen bringen, lässt sich aus statistischen Gründen nur teilweise zuordnen, so Körting. Zumindest für 21 Geräte gebe es eine Zahl: 600.000 Euro pro Stück. Sie kosten zwischen 6000 Euro für eine Laserpistole und rund 60.000 Euro für einen Videowagen.

"Die Leute können ja 30 fahren"

Laut Informationen des Senats sterben mehr als ein Viertel aller Verkehrstoten, weil sie oder andere Menschen rasen. Für 2007 steht die Statistik noch aus, aber von 2005 auf 2006 hatte diese Unfallursache um 6,2 Prozent und damit mehr als jede andere zugelegt. Auch die gemessenen Geschwindigkeiten seien immer höher geworden.

Grünen-Politikerin Hämmerling möchte nun gerne noch mehr Blitzer aufstellen: "Man sieht doch, wie viele Unfälle durch Raserei bedingt sind und dass die Kontrolle sogar Einnahmen bringt". Das sei keine Abzocke, denn schließlich könnten die Leute "ja 30 oder 50 fahren", sagte Hämmerling dem Tagesspiegel.

maf/ddp



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