Schneeglätte auf den Straßen: Stau-Chaos in NRW
Starke Schneefälle haben am Mittwoch zu einem Chaos auf den Straßen geführt. Allein in Nordrhein-Westfalen staute sich der Verkehr zeitweise auf über 600 Kilometer - ein ungewöhnlich hoher Wert. Der Grund: Der Schneefall setzte zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt ein.
München - Viele Autofahrer haben sich derzeit an glatte Straßen durch Eis und Schnee gewöhnt. Trotzdem kam es am Mittwoch in vielen Bundesländer zu massiven Behinderungen. Im nächtlichen Verkehr hatten besonders Lkw-Fahrer Schwierigkeiten, ihre tonnenschweren Lastwagen auf dem rutschigen Asphalt unter Kontrolle zu halten. Auf vielen Auf- und Abfahrten von Autobahnen sei es "absolut glatt", sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei in Braunschweig.
Besonders in Nordrhein-Westfalen brauchen Autofahrer gute Nerven. Wie der WDR auf seiner Internetseite meldet, summiert sich der Stau derzeit auf landesweit rund 570 Kilometer (Stand 9.20 Uhr) - der Höchststand lag sogar bei über 600 Kilometern. Vor allem das Ruhrgebiet und die Region am Niederrhein seien schwer betroffen.
"Auf der wichtigsten Schlagader, der A 40, herrscht teilweise Stillstand", sagt ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. Im Westen Deutschlands sei die Situation deshalb so schlimm, weil Schnee und Glätte zur ungünstigsten Zeit auftauchten - mitten im Berufsverkehr. "Der nasse Schnee lag auf der Straße, und dann sanken auch noch die Temperaturen, es wurde also spiegelglatt", sagt Hölzel.
Bis auf einige Auffahrunfälle habe es in NRW aber bislang keine schweren Crashs gegeben. Hölzel rechnet damit, dass sich die Situation im Laufe des Vormittags entspannen werde. Trotzdem warnt er alle Verkehrsteilnehmer, vorsichtig zu fahren.
Entspannung in der Nacht zum Donnerstag
Auch in anderen Bundesländern gab es starke Behinderungen im Straßenverkehr. In Rheinland-Pfalz waren einige Streudienste mit dem erneut einsetzenden Schneefall zunächst überfordert. Rund 40 Lkw-Fahrer mussten im Hunsrück bei Monzelfeld laut Polizei deshalb bis in die frühen Morgenstunden in ihren Fahrzeugen ausharren. In Bayern rutschte auf der A9 ein Lastwagen beim Dreieck Bayerisches Vogtland in die Mittelleitplanke und musste geborgen werden. Wegen eines ähnlichen Unfalls kam es dort auf der A72 zum Stau.
Bei Augsburg in Bayern verunglückte ein 18 Jahre alter Fahrer. Er kam mit seinem Wagen ins Schleudern und prallte rückwärts gegen einen Baum. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. In Niedersachsen forderte der erneute Wintereinbruch die Autofahrer heraus und führte zu mehreren Unfällen mit einigen Schwerverletzten. Meist waren die Fahrer wegen teils heftiger Schnee- und Hagelschauer von der Straße abgekommen oder mit anderen Autos zusammengestoßen.
Auch im weiteren Tagesverlauf müssen Autofahrer bundesweit mit zum Teil starken Schneefällen rechnen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist erst in der Nacht zu Donnerstag mit Entspannung zu rechnen. Zwar soll es weitere Schneeschauer geben, doch in tieferen Lagen rechnen die Meteorologen nur lokal mit einigen Zentimetern Neuschnee.
rom/cst/dpa
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