Solarstraßen Auf dem Erfolgsweg

Erst war es nur eine spinnerte Idee, nun ist es ein echtes Projekt: Ein amerikanisches Tüftler-Ehepaar sammelte mehr als eine Million Dollar ein, um Straßen aus Solarmodulen in Serie zu bauen. Nebenbei knackte es dabei noch einen Rekord.

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Eine Million Dollar - das war das Ziel des Ehepaars Scott und Julie Brusaw. Mit diesem Geld wollen die beiden Amerikaner die Serienproduktion von Solarstraßen starten.

Soweit war alles fertig. Die Firma Solar Roadways gegründet, die Idee, mit Hilfe von Solarzellen Straßen in Stromspender umzuwandeln, funktionierte. Doch bisher fehlte zur Umsetzung das Geld. Zwar gaben amerikanische Behörden mehrfach Forschungsgelder. Eine Bedingung aber war, dass das Ehepaar Brusaw auch selbst Kapital für die Produktion einsammeln musste.

Dafür haben die Brusaws sich die Crowdfunding-Plattform indiegogo ausgesucht. Das Ziel von einer Million Dollar haben sie schon weit übertroffen. Ganz nebenbei wurde auch ein neuer Rekord aufgestellt. Denn nie zuvor fand eine Idee mehr Unterstützer bei indiegogo. Derzeit sind mehr als 40.000 Menschen von der Idee der Brusaws überzeugt.

Das überrascht kaum, klingt die Idee doch so simpel wie genial: Solarzellen in unseren Straßen sollen künftig Strom erzeugen und teure Beton- oder Teerstraßen ersetzen.Der Strom könnte beispielsweise für das Laden von Elektroautos genutzt werden und so die Elektromobilität voranbringen.

Die Brusaws haben errechnet: Wäre jede Autobahn in den USA eine Solarstraße, könnten die USA dreimal so viel Strom produzieren wie das Land derzeit verbraucht. Allerdings ist eine Solarstraße auch dreimal so teuer wie eine herkömmliche.

"Die Welt ist bereit für Solarstraßen!"

Trotz des überzeugenden Konzepts liefen die ersten Wochen der Crowdfunding-Kampagne nur schleppend. Bis ein YouTube-Video in sozialen Netzwerken die Runde machte - und mit mehr als zwölf Millionen Aufrufen zum Hit avancierte.

Mittlerweile wurde die Frist verlängert, um noch mehr Geld einzusammeln. "Mit dem Extrageld kann die Produktion schneller beginnen", sagt Scott Brusaw.

Test der Solarmodule auf einem Parkplatz in Idaho

Die erste Fläche mit dem zukunftsweisenden Straßenbelag existiert bereits. In Idaho, im Nordwesten der USA, haben Scott und Julie Brusaw einen Parkplatz mit den sechseckigen Modulen belegt. Alles funktionierende Prototypen - unter Realbedingungen getestet. Noch schimmert auf dem rund 40 Quadratmeter großen Parkplatz viel grün, denn bisher sind nur 69 Prozent der Fläche eines Moduls mit Solarzellen besetzt. "Die Serienversion eines Straßenmoduls wird 100 Prozent haben", verspricht der Elektroingenieur.

Die neuartigen Straßenmodule scheinen dem harten Alltag gewachsen. Die oberste Schicht besteht aus besonders festem Glas mit einer speziellen Oberfläche, damit sie nicht glatt ist. Sie soll mehr Haftung bieten als Asphalt. In einem Video zeigt der Entwickler, dass selbst ein 1,13 Tonnen schwerer Traktor den hochfesten, strukturierten Glasoberflächen nichts anhaben kann. "Wir haben alle Tests bestanden, ja sogar die Erwartungen übertroffen", so Brusaw. Die Tests wurden von US-Straßenbehörden begleitet. Ob die Solarstraßen langlebiger sind als herkömmliche Asphaltstraßen, muss sich noch zeigen.

Die Solarmodule können aber nicht nur Strom erzeugen, sie sind intelligent und mit den eingebauten Heizungen gehören verschneite und vereiste Straßen der Vergangenheit an. Eingebaute LEDs können neben Fahrbahnmarkierungen auch Tempobeschränkungen oder Warnhinweise einblenden. Befindet sich beispielsweise hinter einer Kurve ein Tier auf der Fahrbahn, werden nahende Autofahrer rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht.

Eigentlich eignet sich fast alles, was unter der Sonne liegt

Der Parkplatz soll nur der Anfang sein. Die Pläne des Entwicklerehepaars reichen weiter. Geht es nach Scott und Julie Brusaw, könnten bald Autobahnen und Fußgängerwege dazukommen. Beispielfotos zeigen, dass sich etwa Parkplätze von Fastfood-Restaurants genauso eignen wie Start- und Landebahnen von Flughäfen oder Schnellstraßen. "Wir wollten alles bedenken", so Julie Brusaw.

Künftig soll es für die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten unterschiedliche Glasoberflächen geben - und die Liste ist lang, denn eigentlich eignet sich nach Auffassung des Ehepaars alles für die Solarstraßen, was unter der Sonne liegt.

Nach dem erfolgreichen Prototyp soll endlich die Serienproduktion beginnen. Mit dem Geld der Crowdfunding-Kampagne will Solar Roadways Produktionshallen in jedem US-Bundesstaat errichten. Später dann in fast jedem Land der Erde. "Das sind eine Menge Jobs", schwärmt Scott Brusaw. "Wir helfen den USA und jedem anderen Staat, den Straßenbau ökonomisch zu gestalten." Dass die Straßen dabei helfen, den Klimawandel zu bekämpfen und somit die Erde sicherer und sauberer zu machen, wird damit fast zum Nebeneffekt.

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insgesamt 153 Beiträge
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Seite 1
pace335 11.06.2014
1. Was für welche Spinner,
das darf man doch sagen oder?
Shoxus 11.06.2014
2. Warum Spinner?
Warum Spinner. Beim Fracking, da ist immer gleich jeder dabei. Dann kommt mal jemand, der eine wirklich geniale Idee hat und wird als Spinner abgetan. Verkehrte Welt. Und ein weiterer Beweis, das der Mensch seine Existenz nicht verdient hat.
dondor 11.06.2014
3. Super Idee
Ich hoffe das die das Umstzen klasse idee ... Die die das versuchen sind bestimmt keine Spinner sonder die die sagen es wären spinner und mit Ihrem dicken hintern auch Windräder verteufeln und den generelen fortschritt blockieren
MarkusW77 11.06.2014
4.
Ich schätze mindestens 12 Kommentare zu den 1,13 Tonnen Gewicht des Test Treckers werden kommen. Auf gehts:
Dudenquatscher 11.06.2014
5. Sicher Genial
Die Idee ist wirklich gut und nicht so abwegig, wie viele vielleicht denken. Immerhin wird Fläche so mehrfach genutzt, zum Fahren, Parken und Strom erzeugen. Klar, im Stau kein Strom und ein voller Parkplatz ist auch ein Stromkiller, aber das ist sicher zu verschmerzen. Es brauchte schon immer mutige Menschen, um etwas wirklich Neues zu machen.
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