Straßenverkehr Deutsche lassen das Auto häufiger stehen

Die Bundesbürger fahren weniger mit ihren Wagen. Sie nutzen stattdessen vermehrt öffentliche Verkehrsmittel, um an ihr Ziel zu kommen. Erstmals seit 2003 sank die Zahl der mit Autos oder Motorrädern zurückgelegten Kilometer.


Wiesbaden/Berlin - Immer mehr Bundesbürger nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Das teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Dienstag in Berlin mit. Ein besonders großen Anstieg stellten die Experten bei längeren Strecken fest.

Im Schnitt war jeder Deutsche im vergangenen Jahr etwa 2000 Kilometer in Bus oder Bahn unterwegs - das entspricht ungefähr der Luftlinie Hamburg-Istanbul oder München-Moskau. Gut die Hälfte davon entfiel auf die Eisenbahnen. Knapp 40 Prozent wurden in Bussen zurückgelegt, die Fahrten in Straßenbahnen machten in etwa jeden zehnten Kilometer aus.

Die Zahl der Personenkilometer bei öffentlichen Verkehrsmitteln wuchs im vergangenen Jahr erneut und liegt nun bei 162,2 Milliarden. Trotz kontinuierlicher Zuwächse rangiert der öffentliche Verkehr aber nach wie vor weit hinter dem Individualverkehr der Autos und Biker: Das Verhältnis liegt etwa bei eins zu fünf.

Werden die Auto- und Motorradfahrer mit ihrer pro Jahr zurückgelegten Strecke addiert, ergeben sich für das vergangene Jahr 869,6 Milliarden Kilometer. Dieser Personenkilometer genannte Wert war seit 2003 gestiegen. 2007 lag er bei 883,4 Milliarden Kilometern.

Für lange Strecken ist das Flugzeug zunehmend eine Alternative. Hatten die Personenkilometer in der Luft 2004 erst 48,4 Milliarden betragen, waren 2008 bereits gut 60 Milliarden erreicht.

rom/dpa



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