Elektrolieferwagen Streetscooter startet Großserienproduktion

Die Post-Tochter Streetscooter darf Elektrolieferwagen in Großserie herstellen - das Kraftfahrt-Bundesamt hat dazu die Genehmigung erteilt. Der Unternehmenschef will verstärkt im Ausland angreifen.

Streetscooter-Fahrzeug Work
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Streetscooter-Fahrzeug Work

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Die Deutsche Post erhält eine Zulassung für die Großserienproduktion ihres Elektrolieferwagens Streetscooter Work. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Genehmigung erteilt. Bisher wurde das Nutzfahrzeug mit einer Kleinseriengenehmigung verkauft. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

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Eine Massenproduktion war lange nicht möglich, weil das KBA zu hohe Anteile von Schwermetallen in einzelnen Bauteilen gefunden hatte. Dieses Problem hat die Post-Tochter, die ursprünglich von Professoren der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen gegründet worden war, behoben.

Produktion von 20.000 Stück im Jahr geplant

Auf Elektrolieferwagen ruhen große Hoffnungen: Der Internethandel nimmt rasant zu, und damit wachsen die Abgasmengen in den Städten. Dieseltransporter sollen durch emissionsfreie Fahrzeuge ersetzt werden. So will die Bundesregierung auch Fahrverbote für Diesel-PKW verhindern.

Streetscooter-Chef Achim Kampker will mit seinem Unternehmen nun expandieren. "Durch die Großseriengenehmigung können auch große Fahrzeugmengen bei Flottenbestellungen problemlos zugelassen werden, und das auch im Ausland", sagt Kampker. Ende Mai eröffnete die Firma neben dem Werk in Aachen eines in Düren und plant, die Produktion auf 20.000 Stück pro Jahr zu erhöhen.

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insgesamt 50 Beiträge
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aurelis 07.12.2018
1. Professoren und die Post
haben sich was getraut. Es funktioniert! Letzt Woche in Bangkok habe so ein Fahrzeug von DHL fahren sehen. Natürlich ist das wirkungsvolle Werbung. In Thailand fahren schone viele Lastwagen mit Gas und Tuktuks sowie so. Im Norden dürfen dürfen Tuktuks vielfach nur mit Gas fahren.
polaris65428 07.12.2018
2. Bezeichnend
eine weitere riesengroße Blamage für alle Deutschen Pkw-Hersteller. Keiner, aber auch absolut keiner von denen hat die Zeichen der Zeit erkannt. Heute werden Lösungen gebraucht für alle möglichen Anwendungsgebiete. ÖPNV, Lieferdienste, Individualverkehr für die Stadt, Fernstrecken, und und und. Aber hierzulande war keiner in der Lage (oder wollte es nicht), Marktbedürfnisse zu erkennen. Hut ab, vor denen, die nicht lange betteln und lamentieren, sondern das Heft einfach selbst in die Hand nehmen.
Elektricman 07.12.2018
3. Der Streetscooter ist technisch ausgereift.
Am Anfang gab es Kinderkrankheiten. Aber mittlerweile hat die Post große Erfahrungen mit diesem Fahrzeug gesammelt. Im Vogelsberg fahren diese Fahrzeuge überall, und auf dem Land sind weite Wege normal und es gibt auch sehr viele Berge. Aber der Getriebeelektromotor ist sehr stark und die Reichweite war bei den ersten Modellen zu niedrig. Aber die ist mitlerweile auch erhöht worden. Es gibt sehr viele Interessenten für dieses Fahrzeug, weil es nicht nur für den Postdienst geeignet ist. Man kann sich von jeder Spezialkaroseriewerkstatt einen Verkaufswagen bauen lassen, weil es dieses Fahrzeug auch ohne die Kiste zu kaufen gibt. Auch als Pritschenwagen ist er sehr interessant, für Maler und Handwerker aller Art.
lotharbongartz 07.12.2018
4. Haetten wir hier in Neuseeland auch sehr gerne
Hier kommen ganze Containerschiffe mit deutschen Autos an. Es waere schoen, wenn auch Streetscooter dabei waeren. Wir brauchen aber Rechtslenker. Neuseelands Strom wird in der Hauptsache durch Wasserkraft erzeugt, die auch Nachts in gleicher Staerke wirksam ist. Solche Laender sind besonders fuer Elektrofahrzeuge geeignet.
oelfinger 07.12.2018
5. Mein Postbote
ist nicht ganz so voll des Lobes. Für ländliche Mittelgebirgsregion (Westerwald) zu geringe Reichweite, Fahrzeuge verriegeln sich teils von selbst. Dann steht der Mann neben dem Auto und kommt nicht rein. Darum fahren viele mit offenen Fenster. Oftmals Ausfälle. Zu geringe Zuladung, muß zwischendurch zum Verteiler. Dadurch noch weniger Reichweite. Er trauert jetzt schon seinem VW-Bus nach.
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