Strittig: Wird der neue Bentley in Dresden gebaut?

Den englischen Arbeitern könnten nur noch Leder und Walnussholz bleiben: Der größte Teil des rund 300.000 Mark teuren Modells der Edelmarke Bentley soll Zeitungsberichten zufolge in Ostdeutschland produziert werden. Der Autohersteller dementiert.

London - Das neue mittelgroße Auto der britischen Edelmarke Bentley wird im Volkswagen-Werk in Dresden gebaut. Das berichtete die Zeitung "The Sunday Times" am Sonntag. Damit würden Hoffnungen auf tausende neuer Arbeitsplätze in Großbritannien zunichte gemacht.

Bentleys sollen künftig in Dresden vom Band rollen

Bentleys sollen künftig in Dresden vom Band rollen

Die Autofirma Rolls Royce Bentley Motorcars will davon allerdings nichts wissen. Entsprechende Berichte seien unrichtig. Es sei noch viel zu früh, eine Entscheidung über die Endproduktion zu treffen, sagte Firmensprecherin Sarah Perris am Firmensitz in Crewe (Grafschaft Cheshire).

Der Volkswagen-Konzern, der Bentley 1998 gekauft hatte, plant dem Bericht zufolge, lediglich die Innenausstattung im Werk Crewe im Nordwesten Englands anfertigen zu lassen. "Den britischen Arbeitern bleibt, das Leder zu nähen und das Walnussholz zu polieren", klagt die "Sunday Times". In Crewe entstünden 900 neue Arbeitsplätze, doch werde der größte Teil des Autos in Dresden gebaut.

Volkswagen habe 500 Millionen Pfund (1,6 Milliarden Mark) in Bentley investiert und alleine 300 zusätzliche Mitarbeiter in Crewe eingestellt. Davon arbeite ein Teil in der geheimen Designabteilung, in der der mittelgroße Bentley MSB (mid-sized Bentley) entworfen wurde.

Die Pläne für dieses Auto seien vor sechs Monaten vom Volkswagen-Vorstand genehmigt worden. Der Bentley werde umgerechnet mindestens rund 300.000 Mark kosten. Die größeren Bentley-Modelle sollen weiterhin von Hand in Crewe gebaut werden.

Ein VW-Konzernsprecher lehnte einen Kommentar ab. In der so genannten gläsernen Fabrik in Dresden soll ab Ende des Jahres das erste Luxusmodell der Marke VW mit dem bisherigen Arbeitstitel "D1" montiert werden. Die Fabrik wird nach bisherigen Angaben eine Kapazität von bis zu 30.000 Modellen im Jahr haben.

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