Studie Deutsche Autofahrer sind Blinkmuffel

Fast jeder dritte Autofahrer in Deutschland setzt bei Richtungswechseln keinen Blinker. Das geht aus einer Studie hervor des Auto Club Europa (ACE) hervor. Besonders bei abknickenden Vorfahrtstraßen wird das Blinklicht demnach nur selten betätigt.


Stuttgart - Der ACE bezeichnete die Ergebnisse als "Zeichen einer schleichenden Disziplinlosigkeit" im Straßenverkehr. Wer aus Faulheit, Vergesslichkeit oder schlichter Unwissenheit ständig eine kleine aber wichtige Regel missachte, sei in gewisser Weise auch anfälliger für Verkehrsverstöße anderer Art, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner.

Seinen Angaben zufolge gibt es jedes Jahr in Bereichen, in denen geblinkt werden muss, rund 67.000 Unfälle mit Verletzen. Eine Vielzahl dieser Unfälle könne verhindert werden, wenn vorschriftsmäßig geblinkt wird.

Auch Polizisten gingen nicht mit gutem Beispiel voran, monierte der ACE. "In den Reihen der Verkehrspolizei tummeln sich Blinkmuffel derzeit offenbar genauso ungeniert wie anderswo", heißt es in dem Bericht des Autoclubs.

Im Vergleich der Bundesländer machten die Tester die faulsten Blinker in Hessen, Baden-Württemberg und im Saarland aus. Die Bewohner der neuen Bundesländer hielten sich hingegen am stärksten an die Blinkregeln, hieß es.

Bei Verstößen gegen die Blinkvorschriften müssen Fahrer mit einem Verwarnungsgeld von zehn Euro rechnen. Außerdem werden sie bei einem Unfall mindestens in Mithaftung genommen. Beim Linksabbiegen haften sie sogar zu 100 Prozent für die Unfallfolgen.

hil/ddp



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