Verkehrsstudie mit GPS-Daten: Wo die Stau-Verursacher wohnen

Diese Frage hat sich jeder Autofahrer schon mal gestellt: Wer ist eigentlich schuld daran, dass sich jeden Tag der Verkehr in den Städten staut? Durch die Auswertung von GPS-Daten haben Wissenschaftler nun eine Antwort gefunden.

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Stau in der Stadt: Eine Studie erklärt, warum die Straßen ständig verstopft sind

Millionen Autofahrer teilen in den Städten täglich das gleiche Schicksal. Auf dem Weg zur Arbeit stehen sie im Stau, ein ewiger Kreislauf aus Schleichen, Anhalten, Warten, Weiterschleichen. Man hat sich damit abgefunden: Verstopfte Straßen gehören zum Alltag, schließlich sind im Berufsverkehr einfach zu viele Autos gleichzeitig unterwegs und die Routen überlastet.

Verkehrsforscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der University of California haben das Chaos auf den Straßen nun genau untersucht - und dank neuer Analysemethoden die Problemzonen im Verkehrsnetz präzise bestimmt. Das Fazit ihrer Untersuchung: Dass jeden Tag so viele Autofahrer im Stau stecken, liegt nicht an der schieren Masse von Fahrzeugen, sondern nur an einem vergleichweise kleinen Teil der Verkehrsteilnehmer.

Für ihre Studie, über die der "Boston Globe" nun berichtete, nahmen die Forscher den Verkehr in und um der amerikanischen Großstadt Boston unter die Lupe. Statt ihre Untersuchung wie bisher auf Verkehrszählungen anhand von Strichlisten zu stützen, werteten sie dabei über einen Zeitraum von drei Wochen die anonymisierten GPS-Daten der Handys von mehr als 680.000 Autofahrern aus. Die Wissenschaftler konnten dadurch nachvollziehen, wann und auf welcher Route diese Autofahrer unterwegs waren.

Wegen ein paar Autofahrern staut sich der ganze Verkehr

Die im Vergleich zur alten Untersuchungsmethode viel umfangreichere Analyse brachte folgendes Ergebnis: Während des Berufsverkehrs waren 98 Prozent der Straßen in Boston nicht überlastet, der Verkehr hätte sich dort also nicht stauen müssen. Lediglich auf zwei Prozent der Routen war zu wenig Platz für die Zahl an Autos, die dort fuhren. Bei diesen überlasteten Strecken handelte es sich allerdings um die Hauptverkehrsadern. Und über die Problemrouten breiteten sich die Staus dann auf die anderen Straßen aus.

Die Studie deckt sogar die Herkunft der Schuldigen auf: Die Forscher hatten Boston für die Analyse in insgesamt 750 Erhebungsgebiete unterteilt - nur 15 davon entpuppten sich als Problemviertel, was die Verkehrsentwicklung betrifft. Aus ihnen stammten jene Autofahrer, die auf die Hauptverkehrsadern drängten und somit allen anderen den Weg zur Arbeit versperrten. In Boston heißen die Bezirke zum Beispiel Everett, Marlborough, Lawrence oder Lowell.

Zum einen wissen die Pendler an der amerikanischen Ostküste dank der Studie nun, wem sie die tägliche Schleicherei zu verdanken haben. Zum anderen können aber auch gezielter Maßnahmen ergriffen werden, um die Verkehrsknoten zu lösen. Denn laut den Wissenschaftlern würde es schon ausreichen, die Zahl der Autofahrer aus den 15 Problembezirken um ein Prozent zu senken, damit alle Verkehrsteilnehmer im Schnitt 18 Prozent schneller bei der Arbeit und wieder zu Hause sind.

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insgesamt 170 Beiträge
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1.
FocusTurnier 18.02.2013
Zitat von sysopDenn laut den Wissenschaftlern würde es schon ausreichen, die Zahl der Autofahrer aus den 15 Problembezirken um ein Prozent zu senken, damit alle Verkehrsteilnehmer im Schnitt 18 Prozent schneller bei der Arbeit und wieder zu Hause sind.
Was sind denn das für Wissenschaftler? Auf die Idee, daß man in den "Problemvierteln" mal auf evtl. notwendige Anpassungsmaßnahmen der Infrastruktur schaut, sind die noch nicht gekommen? Da empfehlen die Wissenschaftler, daß diese Menschen doch lieber nicht mit dem Auto fahren sollen? Seltsam.
2. Staus
trader_07 18.02.2013
Zitat von sysopFast jeder Autofahrer wird sich diese Frage schon mal gestellt haben: Wer ist eigentlich schuld daran, dass sich jeden Tag der Verkehr in den Städten staut?
Gut, dass ich in der Pampa wohne. In unserem Dorf (800 Einwohner) ist Rush-Hour, wenn drei Autos hintereinander die Straße herunterfahren. Im Stau stehen ist einfach nur sinnlose Zeitverschwendung - das würde ich mir tagtäglich nicht antun wollen.
3. Das schwächste Glied der Kette
tarvos 18.02.2013
Nun braucht es also schon solche aufwendigen Studien, um physikalische Tatsachen nachzuweisen: Der Verkehr kann nicht schneller fließen, als das schwächste Glied der Kette - das langsamste Auto. Ich denke, es ist an der Zeit, zur Stauvermeidung neben Höchst- auch Mindestgeschwindigkeiten einzuführen und das Rechtsfahrgebot endlich durchzusetzen.
4. Da kann man noch mehr tun:
Hornet63 18.02.2013
Zitat von tarvosNun braucht es also schon solche aufwendigen Studien, um physikalische Tatsachen nachzuweisen: Der Verkehr kann nicht schneller fließen, als das schwächste Glied der Kette - das langsamste Auto. Ich denke, es ist an der Zeit, zur Stauvermeidung neben Höchst- auch Mindestgeschwindigkeiten einzuführen und das Rechtsfahrgebot endlich durchzusetzen.
- Trennung der Verkehrsräume von langsamen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Fahrradfahrern von denen der Autofahrer. Das kostet zwar vergleichsweise mehr Geld, erhöht aber gleichzeitig die Effizienz der Straßen. - Grüne statt roter Welle. Das geht zwar nicht gleichzeitig in beide Richtungen. Aber morgens rein in die Städte und abends raus wäre schon ein Anfang. - Da, wo es die Sicherheit zulässt, gibt es bestimmt auch Möglichkeiten, Geschwindigkeitsbegrenzungen zu lockern bzw. aufzuheben. - Stopp des hauptsächlich ideologisch bedingten Rückbaus von Hauptverkehrsadern für Autos.
5.
les2005 18.02.2013
Zitat von tarvosNun braucht es also schon solche aufwendigen Studien, um physikalische Tatsachen nachzuweisen: Der Verkehr kann nicht schneller fließen, als das schwächste Glied der Kette - das langsamste Auto. Ich denke, es ist an der Zeit, zur Stauvermeidung neben Höchst- auch Mindestgeschwindigkeiten einzuführen und das Rechtsfahrgebot endlich durchzusetzen.
Ich hätte ja nicht gedacht, daß es immer noch Menschen gibt die glauben, es müßten nur alle etwas schneller fahren, um Staus zu vermeiden.
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