Von Tom Grünweg
Normalerweise beschäftigt sich Annette Winkler mit Kosten und Kalkulationen. Doch in den letzten Monaten hätte die Smart-Chefin am liebsten wieder ihren Experimentierkasten "Chemie für Fortgeschrittene" hervorgekramt. Denn wenn sie über die Besonderheiten der Studie Forvision spricht, die auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt vorgestellt wird, geht es vor allem um neue Materialien, die Smart gemeinsam mit dem Chemieunternehmen BASF entwickelt hat. Die neuen Ideen sollen die Effizienz des Elektroautos steigern und das Gewicht reduzieren.
Beides ist für ein E-Mobil besonders wichtig, weil es direkten Einfluss auf die Reichweite hat. Um den Aktionsradius zu vergrößern, könne man zwar auch die Batteriekapazität weiter erhöhen, sagt Winkler, doch das würde den Preis und auch die Masse in die Höhe treiben.
Wie Gewichtsersparnis und eine bessere Energieeffizienz aussehen können, zeigt der Smart Forvision mit vielen kleinen Details:
Optischer Ausblick auf die nächste Generation
Unterm Strich sollen die neuen Ansätze etwa 20 Prozent mehr Reichweite bringen, was beim aktuellen E-Smart einen Sprung von 140 auf 170 Kilometer bedeuten würde. Doch bis auf die Lacke, die Scheibenfolie und die Kunststofffelgen gibt es an der Studie kaum etwas, was in den nächsten drei Jahren die Chance auf Serienfertigung hat.
Smart-Chefin Winkler sieht darin kein Problem. Smart sei eine Art Think-Tank, sagt sie. "Jetzt haben wir einen ganzen Strauß neuer Möglichkeiten und können weiter forschen, was davon sich wann umsetzen lässt."
Bei so viel futuristischen Materialien und neuer Technik gerät das Design der Studie beinahe in den Hintergrund. Dabei ist der Forvision nach dem Forspeed vom Genfer Salon im Frühjahr bereits der zweite Entwurf, mit dem die Kreativabteilung in Stuttgart auf den in etwa zwei Jahren bevorstehenden Generationswechsel des Smart hinarbeitet. Die kräftiger ausgeprägten Rundungen des etwas breiter und flacher geratenen Zweisitzers deuteten schon an, wie das neue Auto aussehen werde, sagt Designer Steffen Köhl.
Ganz so viele Kanten und Verwerfungen wie der Forvision wird ein späteres Serienmodell aber wohl nicht haben. Die Flanke der Studie nämlich erinnert an einen schlecht reparierten Unfallschaden.
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