München - Autofahrer, die in einer Großstadt leben, kennen das Problem: Während sich am Tage der Verkehr quälend langsam durch die Straßen schiebt, fährt man nachts, wenn alle schlafen, die gleiche Strecke schnell und flüssig. Aber wie groß ist der Zeitunterschied zwischen Rushhour und Nachtfahrt wirklich? Diese Frage beantwortet nun die Studie eines Navigationsgeräteherstellers.
Der Stauanalyse des Unternehmens TomTom liegen im Einverständnis mit Navi-Nutzern erhobene Verkehrsdaten zugrunde. Hierzulande würden diese von einer Anzahl von Geräten "im einstelligen Millionenbereich" geliefert, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Die Daten der Nutzer werden dann abgerufen, wenn sie ihre Navi-Geräte für Updates an den Computer schließen.
In Hamburg müssen sich Autofahrer über den ganzen Tag gerechnet am längsten im Verkehr gedulden. Eine Fahrt durch die Hansestadt dauert wegen Staus tagsüber demnach 27 Prozent länger als mitten in der Nacht, wenn es kaum Verkehr gibt. In Köln und Berlin verlängert sie sich jeweils um 26 Prozent und in München um 23 Prozent.
Im Berufsverkehr dagegen liegen andere Städte bei der Standzeit vorn. In Berlin müssen Autofahrer demnach morgens 42 Prozent mehr Zeit einplanen, in Köln sogar 54 Prozent. In der Rushhour am Abend dauern Autofahrten zwischen 36 Prozent (München) und 47 Prozent (Köln) länger als auf freien Straßen.
Dass über den ganzen Tag betrachtet in Hamburg mehr Verkehr herrscht als in Köln, obwohl dort die Spitzenwerte morgens und abends viel höher sind, liegt an der Gesamtauslastung der Infrastruktur. "In Köln gibt es viele Pendler, die morgens in die Stadt rein und abends raus fahren. Zwischendurch ist das Verkehrsaufkommen aber vergleichsweise gering", sagt TomTom-Produktmanager Andreas Erwig. "In Hamburg ist das Straßennetz dagegen konstant viel befahren."
Solche Analysen fließen laut Erwig in eine sogenannte historische Verkehrsinformation ein. Damit wird ermittelt, wann auf bestimmten Strecken ein besonders hohes oder niedriges Verkehrsaufkommen herrscht. Das Navigationsgerät merkt sich diese Daten - und soll durch die Erfahrungswerte schon vor der Fahrt vorhersagen, wo sich der Verkehr staut.
cst/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Auto | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Straßenverkehr | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH