Angebliche Falschangaben Südkorea verhängt Millionen-Bußgelder gegen deutsche Hersteller

In Südkorea drohen BMW, Mercedes und Porsche Strafen in Höhe von 55 Millionen Euro. Das Umweltministerium in Seoul wirft den Firmen vor, gegen Abgasauflagen verstoßen zu haben. BMW räumt "Unregelmäßigkeiten" ein.

Porsche-Autohaus in Seoul
Bloomberg via Getty Images

Porsche-Autohaus in Seoul


Südkorea will gegen die deutschen Autohersteller BMW, Mercedes und Porsche Bußgelder in Höhe von umgerechnet 55 Millionen Euro verhängen. Die Firmen hätten zwischen 2011 und 2016 gegen Abgasauflagen verstoßen, teilte das Umweltministerium in Seoul am Donnerstag mit.

BMW droht demnach mit 60,8 Milliarden Won (47 Millionen Euro) die höchste Strafe. Dem Münchener Autobauer wird vorgeworfen, bei mehr als 80.000 Fahrzeugen die Abgastestberichte gefälscht zu haben. Außerdem soll BMW rund 8000 Autos mit nicht genehmigten Bauteilen zur Abgaskontrolle importiert und verkauft haben. Es gehe dabei um 28 Modelle, die in dem Land zwischen 2012 und 2015 verkauft worden seien. Die Zertifikate für die Kraftstoffeffizienz sollen Mitte dieses Monats wieder eingezogen werden.

BMW setzt Verkauf aus

Der Münchner Konzern teilte hierzu mit, dass man in Südkorea den Verkauf von sieben Modellvarianten freiwillig aussetze. Grund dafür seien "Unregelmäßigkeiten bei Zulassungsdokumenten". Es gehe nicht um Probleme bei der Technik selbst, und das Thema sei auf Südkorea beschränkt.

Mercedes muss mit einem Bußgeld von 7,8 Milliarden Won (sechs Millionen Euro) rechnen. Dabei geht es um 21 Modelle und mehr als 8200 Autos mit angeblich nicht zugelassenen Teilen. Porsche drohen aus demselben Grund nach Unternehmensangaben etwa 1,3 Millionen Euro Strafe, die Vorwürfe drehen sich um 787 Autos.

Nach Angaben des Verbands der koreanischen Auto-Importeure und Händler (KAIDA) lag Mercedes-Benz bei den Anmeldungen importierter Autos in den ersten neun Monaten 2017 mit über 54.000 Fahrzeugen deutlich vorn. Dahinter kam BMW mit 41.590 Registrierungen vor der Toyota -Marke Lexus mit 9275.

cst/dpa/Afp



insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
t.a.edison 09.11.2017
1. Selber Schuld
... wenn sich so die gute deutsche Autoindustrie sich so zu Grunde richtet! Aber wenn immer noch nicht vor Vorsatz oder Betrug in Deutschland die Rede ist? Warum ist es hier nicht strafbar, ein Produkt zu verkaufen, das nicht einmal seine Betriebserlaubnis bekommen darf. Aber ich bin sicher, es geht gut aus. Bei den Gewinnen der noch prosperierenden A-Industrie. In ein paar Jahren sieht das schon anders aus, wenn alles verschlafen wurde.
andreika123 09.11.2017
2. Super
Nur in Deutschland wo der Sitz der Konzerne ist wird keine Strafe verhängt und betroffen Autos mit Updates aufgebrsert (was es bringt weiß keiner) wir kämpfen für die Umwelt.
wasistlosnix 09.11.2017
3. Überall
müssen die Autohersteller zahlen, nur in Deutschland nicht. Woran das liegt?
isi723 09.11.2017
4. Peanuts
wie man als Banker wohl sagen würde, das zahlen die aus der Portokasse!
wallaceby 09.11.2017
5. Das übliche Spielchen der Asiaten...
das sich die Koreaner von den Chinesen scheinbar abgeschaut haben. Werden "Ausländer" zu erfolgreich auf ihrem Heimatmarkt, schon gibt es die Knüppel zwischen die Beine für die "Eindringlinge". Mir kann niemand erzählen, dass das alles immer nur ein rein deutsches Problem mit den Abgaswerten sein soll! In Europa war doch auch so gut wie gesichert, dass nicht nur VW mittels "defeat device" seine Werte manipuliert hatte. Auch andere Hersteller fielen mit einem Vielfachen des erlaubten Abgasgrenzwertes auf, wie auch auffällige Franzosen aber auch sogar die ach so sauberen skandinavischen Nordmänner von Volvo in Tests bestätigt haben. Seltsamerweise hörte man davon z.B. hier beim Spiegel aber nur sehr wenig... Man hatte ja immer genügend damit zu tun, sich auf bösen Landsmänner hier zu konzentrieren..., weil bestraft wurden wie gehabt nur die Deutschen von VW!. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...! Und unsere ach so fieberhaft nach deutschen Vergehen auf der Suche sich befindenden einheimischen Nestbeschmutzer-Medien greifen natürlich dankbar jeden weiteren kleinen Strohhalm dazu auf! Ganz toll gemacht Spiegel! Die deutschen Arbeiter in der Autoindustrie sind euch schon lange wirklich "von Herzen dankbar"... Für euer unermüdliches Eintreten für saubere Fahrzeuge... speziell aus Deutschland, aber keinesfalls aus anderen Autonationen... Weil die selbstverständlich allesamt mit sauberen Karten spielen... Nicht wahr?! Wo käme man denn noch hin, den so vorbildhaften ausländischen Autoherstellern auch so "kriminelles Gebahren" zu unterstellen, wie den pösen pösen Teutschen...?!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.