CO2-Emissionen Umweltministerin knickt im Streit um Grenzwerte für Autos ein

Der Weg für eine deutsche Position zu europäischen CO2-Grenzwerten für Neuwagen ist frei. Bundesumweltministerin Svenja Schulze gab ihren Widerstand gegen den Vorschlag der EU-Kommission auf.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD)
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Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD)


Die Bundesregierung hat sich auf eine Lösung für künftige CO2-Grenzwerte der EU für Neuwagen geeinigt. Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) unterstützt den Vorschlag der EU-Kommission und rückt damit von ihrer Forderung nach strengeren Grenzwerten ab, wie ein Sprecher am Mittwoch in Berlin sagte. Schulze habe sich damit gegen eine Blockade entschieden.

Schulze und auch das EU-Parlament hatten ursprünglich eine Senkung um 45 Prozent bis 2030 gefordert, der Kommission zufolge sollen Neuwagen bis dahin im Schnitt 30 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. In einem Zwischenschritt sollen es 15 Prozent weniger bis 2025 sein.

Merkel will Autoindustrie nicht vertreiben

Es habe am Dienstag ein Gespräch zwischen Schulze und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gegeben, sagte der Sprecher. Altmaier sei nicht bereit gewesen, über die Vorschläge der EU-Kommission hinauszugehen. Das Umweltministerium hatte die Ziele für 2030 als nicht ausreichend kritisiert. Möglich wären Senkungen von 45 bis 50 Prozent.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich in der Frage der Grenzwerte zum Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids am Dienstag deutlich positioniert. Merkel sagte beim Tag der Deutschen Industrie in Berlin, sie halte die Vorschläge der EU-Kommission für eine vernünftige Grundlage. "Alles, was darüber hinausgeht, birgt die Gefahr, dass wir die Automobilindustrie aus Europa vertreiben."

ene/dpa/rtr



insgesamt 82 Beiträge
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vormaerz 26.09.2018
1. Die Autoindustrie vertreibt sich
gerade selbst. Wer angesichts der schneller als noch vor 10 Jahren gedacht eingetretenen Folgen der Freisetzung fossil gespeicherter Energie auf die Zukunft vertröstet, während er sie durch jahrzehntelangen Betrug und Blockade aktiv zerstört, kann vielleicht noch ein paar Bonzen mit ausreichenden Mitteln für Bunkeranlagen ausstatten, eine wirkliche Zukunft für die Vielen, die ihnen heute noch zu Dienstem sind, dürfte aber nicht dabei herauskommen. Ein voller Lobby-Erfolg, Projektname war vermutlich "Venus" (die hat so eine schön Treibhausgas-gesättigte Atmosphäre).
syt 26.09.2018
2. was heisst einknicken ?
ich glaube nicht,das alle nur kleinst Fahrzeuge mit mimi Motoren fahren wollen.
konstruktiv_ 26.09.2018
3. Veränderungen
Die Veränderungen werden sowieso schneller gehen. Beispielsweise kaufen die Menschen in ein paar Jahren keine Benzinautos mehr, weil die Reichweite von E-Autos groß genug sein wird und weil sie preiswerter und technisch überlegen sind. Wenn es erst einmal richtig losgegangen ist, geht es schnell. Dann kaufen die Leute alleine schon deshalb keine Benziner mehr, weil diese ein paar Jahre später als Gebrauchtwagen unveräusserlich werden. Genau wie dies bei Röhrenfernsehern der Fall war.
fehleinschätzung 26.09.2018
4. Die Anzahl der Menschen, die in Städten wohnen
nimmt zu, der Anteil der SUV am Gesamtbestand nimmt zu. Finde den Fehler....
lospi 26.09.2018
5. Gesamtheitlich denken ist notwendig
Es wird seit dem VW Abgasbetrug viel Unsinn und viele falsche Forderungen aus Mangel an seriösen Vergleichen in die Welt gesetzt. In mehreren Arbeiten wurden die Abgasemissionen verschiedener Autos verglichen. Nicht nur was aus dem Motor herauskommt, sondern auch was bei der Bereitstellung des "Kraftstoffes", also auch beim E-Auto für die Erzeugung des Batterriestromes an Abgasen anfällt, bei einem deutschen Strommix. Dann wurde verglichen, bei gleichen Typklassen, also Mittelklassewagen, da sind halt die Batteriefahrzeuge schwerer, und bewegte Masse kostet Energie, die Gesamtemissionen. Ein reines Wasserstofffahrzeug hat derzeit die schlechteste Gesamtumweltbilanz. Dann rechnet sich, ist ein E-Auto erst ab Fahrleistungen größer 70000 km günstiger. Ebenso hat der derzeit vielfach geschmähte Diesel von vorn herein nur ein Fünftel der schädlichen Abgasemissionen als ein Benziner. Die Verbesserung der Abgasmission beim Benziner macht der Kat. Da wird aber Platin verbraucht, last sich nicht vollständig recyclen, Nach 5 Kat-Lebensdauern ist die Menge von einem Kat weg, in der Luft als Schwermetallpartikel. Russland als Platinhersteller in Norilsk, das ist die schmutzigste Zone im Umkreis von 7500 km auf unserer Erde. Deshalb sind Inselfahrverbote a la Hamburg und Stuttgart die falsche Antwort. Wir brauchen kleinere Autos mit weniger Gewicht, weniger Stellmotoren, einen gleichmäßigen Verkehrsfluss mit konstanter Geschwindigkeit, kein Stopp and go, und wir müssen weniger Teile transportieren. Landwirtschaft local, keine langen Tiertransporte. Punktuelle "Lösungen" a la Fahrverbote, Dieselverdammung ist falsch. Der Blue-Tec Dieselfahrer muss eben seinen Blue-Tec Tank selbst volltanken, wenn er leer ist und nicht erst in der Wartung. Mitdenken statt Polemik ist gefragt.
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