Tagelanges Chaos Russische Regierung bedauert Mega-Stau

Für Tausende Autofahrer in Russland war das Wochenende ein einziger Alptraum. Sie steckten drei Tage lang in einem Horror-Stau zwischen Moskau und St. Petersburg fest. Bei Minustemperaturen warteten viele von ihnen vergeblich auf Hilfe.


Drei Tage lang hat auf der Autobahn M-10 frostiges Chaos geherrscht. Nach heftigen Schneefällen war am Freitag der Verkehr zusammengebrochen, in der Folge bildete sich ein Stau von mehr als 190 Kilometern Länge. "Es gibt keine Lebensmittel, das Benzin geht zu Ende, angeblich veranlasste Hilfen sind nicht in Sicht" - so fasste am Sonntag ein Lkw-Fahrer die desolate Lage vieler Betroffener zusammen. Ihr Zorn galt den russischen Behörden.

Seit Montagfrüh hat sich die Lage normalisiert, der Verkehr auf der 700 Kilometer langen Schnellstraße namens Rossija fließt wieder. Die russische Regierung gelobt nun Besserung: "Die zuständigen Mitarbeiter müssen künftig auf den Straßen arbeiten und nicht in ihren warmen Büros", sagte Katastrophenschutzminister Wladimir Puschkow bei einer Kabinettssitzung in Moskau.

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Tagelanges Chaos: Hilflos im 190-Kilometer-Stau
"Der Winter hat gerade erst angefangen"

Das Katastrophenschutzministerium hatte im Laufe des Wochenendes warme Mahlzeiten, medizinische Unterstützung und Orte zum Aufwärmen entlang der Strecke versprochen. Viele Betroffene mussten jedoch frierend und ohne Unterstützung in ihren Fahrzeugen ausharren. "Es gibt weder Kraftstoff noch Wasser", schilderte ein Fahrer die Situation auf der Chaos-Straße einem russischen TV-Sender. "Wir stecken hier einfach fest und sind auf gegenseitige Hilfe angewiesen."

Puschkow räumte das Versagen der Helfer ein. Während des mehrtägigen Staus habe es Probleme gegeben, die Auto- und Lastwagenfahrer zu informieren und feststeckende Fahrer mit Getränken und Lebensmitteln zu versorgen."Ich fordere, dass Konsequenzen gezogen und die Autobahn richtig vorbereitet wird, denn der Winter hat gerade erst angefangen", sagte er. Der Riesen-Stau sei "eine gute Lehre" für alle beteiligten Behörden.

cst/AFP

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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
laolu 03.12.2012
1. Und? Wer ist schuld?
Putin natürlich!
loops-2000 03.12.2012
2. Konnten wenigstens die Regierungsbeamten am Stau vorbeifahren?
Oder hat man es dieses Mal versäumt die Fahrtstreifen für die VIPs einzurichten ;-)
s.reimer 03.12.2012
3.
Komisch ich lebe in Moskau, aber davon habe ich nichts mitbekommen. Vieleicht nur westliche Propaganda?????
larkmiller 03.12.2012
4.
3. s.reimer heute, 14:18 Uhr Komisch ich lebe in Moskau, aber davon habe ich nichts mitbekommen. Vieleicht nur westliche Propaganda????? Dafür müsste man sich als Expat auch manchmal über den Gartenring hinaus trauen ;-) Sagt einer, der drei Jahre in Moskau gelebt und einige motorisierte Abenteuer in dieser Zeit erlebt hat... Dazu gehören stundenlange Staus irgendwo in der Pampa, vorzugsweise im Winter.
dunnhaupt 03.12.2012
5. Russischer Humor
Schon zu Sowjetzeiten witzelte man: Was ist das Beste an Moskau? Antwort: Der D-Zug nach Leningrad.
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