Defekte Takata-Airbags Toyota und Nissan rufen weltweit drei Millionen Autos zurück

Das Takata-Airbag-Desaster geht weiter: Totoya und Nissan weiten ihre bisherigen Rückrufe aus und beordern weitere Fahrzeuge in den Werkstätten. Alleine in Europa ruft Toyata weitere 1,7 Millionen Autos zurück.

Erneuter Rückruf: Toyota und Nissan müssen drei Millionen Takata-Airbags tauschen
AFP

Erneuter Rückruf: Toyota und Nissan müssen drei Millionen Takata-Airbags tauschen


Innerhalb weniger Wochen ruft Toyota bereits zum zweiten Mal Millionen Fahrzeuge zurück. Erneut geht es dabei um mangelhafte Airbagsysteme des japanischen Zulieferers Takata, wegen derer der weltgrößte Autobauer eigenen Angaben zufolge bei insgesamt rund 2,86 Millionen Fahrzeugen den Gasgenerator am Beifahrerairbag austauschen muss.

Laut Toyota sind in Europa 1,7 Millionen Modelle betroffen. Die genaue Anzahl für Deutschland werde noch ermittelt, so ein Toyota-Deutschland-Sprecher. Fest stehe, dass es sich um Modelle der Toyota-Baureihen Corolla, Yaris und Avensis sowie den Lexus SC 430 handelt. Betroffen seien Fahrzeuge des Produktionszeitraums von April 2003 bis Dezember 2008.

Die betroffenen Fahrzeughalter würden über das Kraftfahrtbundesamt ermittelt und von Toyota über den Rückruf informiert. Der Tausch des Gasgenerators dauere bis zu 2,5 Stunden (Toyota Modelle) und 5,5 Stunden (Lexus SC 430).

Auch Nissan weitet Rückruf aus

Auch Nissan erweitert seinen Rückruf wegen möglicher Sicherheitsmängel an den Gasgeneratoren der Takata-Beifahrerairbags aus: Der Hersteller ordert weltweit weitere 198.000 Autos zurück in die Werkstätten. Davon sind eigenen Angaben zufolge rund 20.000 Fahrzeuge in Europa und 1043 Modelle in Deutschland betroffen. Auch hier werden die Halter angeschrieben.

Bei dem Fehler, der die Branche seit Jahren belastet, können die Airbags unkontrolliert explodieren und dabei Metallteile herumschleudern. Mindestens sechs Menschen kamen in der Vergangenheit wegen der defekten Luftkissen ums Leben. In den USA hat Takata - auf Drängen der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA - deswegen einen Rekord-Rückruf von insgesamt rund 34 Millionen Autos veranlasst. Branchenweit betrifft der Defekt mehr als 53 Millionen Fahrzeuge. Zahlreiche Modelle mussten bereits mehrfach überprüft werden.

Ursache weiter unklar

Takata sucht derweil weiter nach der Hauptursache für die lebensgefährlichen Explosionen der Luftkissen. Zudem untersucht das Unternehmen, ob das wichtigste Treibgas in den Airbags, Ammoniumnitrat, unter bestimmten Bedingungen anfällig ist.

Takata-Chef Shigehisa Takada räumte ein, dass ein Ende der Untersuchungen noch nicht absehbar sei. Die interne Aufarbeitung des Problems laufe nicht gut, sagte Takada auf der Hauptversammlung des Unternehmens.

smh/Reuters/AFP

insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
SteveG 25.06.2015
1. Lieber Autor ...
Toyota ist der Pkw-Hersteller. Takata ist der Airbag-Hersteller. Sind Sie tatsächlich mit diesen beiden Worten dermaßen überfordert, dass Sie mehrfach zusammengewürfelte Wortkonstrukte generieren? Das lässt tief blicken und wirft ein gar nicht so gutes Bild auf das Können der Spiegel-Redakteure...
arr68 25.06.2015
2. Austausch
Dauert der Austausch der Airbags echt so lange? Oder wird zusätzlich auch noch der Airbag zerlegt, damit Teile gespart werden?
RobMcKenna 26.06.2015
3.
Zitat von arr68Dauert der Austausch der Airbags echt so lange? Oder wird zusätzlich auch noch der Airbag zerlegt, damit Teile gespart werden?
Ich hatte auch kurz gestutzt, dann allerdings gesehen, dass es hier um Beifahrer-Airbags geht. Gut möglich, dass man bei wartungsunfreundlich konstruierten Autos erst relativ viel vom Armaturenbrett demontieren muss, um an den Airbag zu kommen.
jasper366 26.06.2015
4.
Zitat von RobMcKennaIch hatte auch kurz gestutzt, dann allerdings gesehen, dass es hier um Beifahrer-Airbags geht. Gut möglich, dass man bei wartungsunfreundlich konstruierten Autos erst relativ viel vom Armaturenbrett demontieren muss, um an den Airbag zu kommen.
Warum sollte eine Armaturentafel 'Wartungsfreundlich' konstruiert sein? Bei 99% aller Fahrzeuge wird die ab Einbau bis Verschrottung nicht mehr angetastet, bis auf die Stellen wo man 'dran muß' (bei meinem z.B. um die Pollenfilter zu wechseln... Aber da ist sie entsprechend vorbereitet.
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