Takata-Skandal 17-jährige Honda-Fahrerin stirbt durch defekten Airbag

Der Skandal um mangelhafte Airbags des Zulieferers Takata reißt nicht ab. Nun bestätigte Honda, dass eine Frau in den USA durch das Auslösen eines mangelhaften Airbags gestorben ist.

Austausch eines Takata-Airbags in der Werkstatt
REUTERS

Austausch eines Takata-Airbags in der Werkstatt


Honda hat einen elften Todesfall durch einen geplatzten Airbag des Herstellers Takata bestätigt. Bei einem Unfall am 31. März in den USA sei die Fahrerin eines Honda Civic tragischerweise getötet worden, weil der Takata-Airbag explodiert sei, teilte der japanische Autobauer am Mittwoch mit. Das habe eine Untersuchung ergeben. Medienberichten zufolge saß in dem Auto eine 17-Jährige.

Die eingebauten Luftkissen von Takata können in Sekundenbruchteilen platzen und durch heiße Metallteile Fahrer und Beifahrer verletzen oder töten. Neun tödliche Unfälle ereigneten sich bereits in den USA; der nun bestätigte ist der zehnte dort. Ein weiterer tödlicher Unfall ereignete sich in Malaysia.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat allein in den USA den Rückruf von bislang rund 28 Millionen Fahrzeugen mit Takata-Airbags veranlasst; weltweit sind es rund 50 Millionen - darunter sind auch Fahrzeuge deutscher Hersteller wie VW, BMW oder Mercedes. Weitere dutzend Millionen werden wohl folgen.

Der Honda Civic wurde nicht in die Werkstatt gefahren

Auch der Honda Civic, in dem nun die 17-Jährige aus Texas starb, wurde nach Angaben des Herstellers seit 2011 "mehrfach" in die Werkstatt gerufen, um den Airbag auszutauschen - zuletzt erst vor Kurzem. Die wechselnden Besitzer hätten den Wagen, Baujahr 2002, aber nie zur Reparatur gebracht, teilte Honda mit.

Als Gründe für den Airbag-Defekt machte eine Untersuchung das Zusammenspiel von drei Faktoren aus: die Verwendung eines bestimmten Ammoniumnitrats, das keine Flüssigkeit absorbieren könne, ein feuchwarmes Klima über einen langen Zeitraum und ein Zusammenbau des Airbags, "der das Eindringen von Feuchtigkeit nicht adäquat verhindert".

Mittlerweile haben einige große Autohersteller ihre Geschäftsbeziehungen zu Takata aufgekündigt - darunter auch Honda und Toyota.

Im Juni des vergangenen Jahres hatte sich der Chef des Zulieferers, Shigehisa Takada, in Japan erstmals öffentlich für die defekten Airbags entschuldigt.

AFP/mhu



insgesamt 21 Beiträge
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NauMax 07.04.2016
1.
Warum ignoriert man eine Rückrufbenachrichtigung? Insbesondere wenn es sich un sicherheitsrelevante Teile handelt?
Analfabeth 07.04.2016
2. Klartext
@NauMax: Die Frage ist, wie deutlich dieser Rückruf formuliert war. Dieser Tage habe ich von meiner Werkstatt ein Einschreiben mit Rückschein bekommen. Darin steht, dass im Rahmen der Aktion Nr. 87F1 an meinem Fahrzeug eine kostenlose Produktoptimierung durchgeführt werden soll. Alles klar?
silenced 07.04.2016
3.
Zitat von Analfabeth@NauMax: Die Frage ist, wie deutlich dieser Rückruf formuliert war. Dieser Tage habe ich von meiner Werkstatt ein Einschreiben mit Rückschein bekommen. Darin steht, dass im Rahmen der Aktion Nr. 87F1 an meinem Fahrzeug eine kostenlose Produktoptimierung durchgeführt werden soll. Alles klar?
@Analfabeth "87F1" sagt doch eindeutig, daß die Ein-Zonen-Klima-Automatik ihres Audi ein Update bekommt. Das ist doch als allgemeines Allgemeinwissen bekannt, wird in der Schule durchgenommen, Klasse 7 & 8. Sowas weiß sogar ich, und ich fahr nur Motorrad, allerdings Honda, ohne Takata Airbag. (Achtung, in diesem Beitrag können Spuren von Ironie und Ähnlichem enthalten sein. Für allergische Reaktionen kann und wird keine Haftung übernommen werden.)
rt2323 07.04.2016
4. seltsame Prioritäten
Elf Menschen sterben durch diese Teile und die ganze Welt faselt von Abgas aus VW Motoren. Gibt es da kein Geld einzuklagen oder warum bleiben die Empörten still?
Pit_Schnass 07.04.2016
5. Update 87F1 nicht sicherheitsrelevant
Zitat von Analfabeth@NauMax: Die Frage ist, wie deutlich dieser Rückruf formuliert war. Dieser Tage habe ich von meiner Werkstatt ein Einschreiben mit Rückschein bekommen. Darin steht, dass im Rahmen der Aktion Nr. 87F1 an meinem Fahrzeug eine kostenlose Produktoptimierung durchgeführt werden soll. Alles klar?
Bei der von Ihnen genannten Aktion Nr. 87F1 handelt es sich um ein Update der Klimaautomatik. Wenn man diese länger nicht in Betrieb hat, kann sich die Magnetkupplung festsetzen. Durch das Update wird diese fallweise angesteuert, damit sie öfters einsetzt. Also nichts sicherheitsrelevantes. Wenn Sie aber im Auto nicht gerne schwitzen, sollten Sie dieses Update vielleicht vor dem Sommer durchführen ;-) Im übrigen glaube ich nicht, dass ein sicherheitsrelevantes Update als Produktoptimierung deklariert wird. Die werden schon deutlich werden.
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