Mietwagen zweckentfremdet Daimler ramponiert Tesla bei heimlichen Tests

Dass sich Autofirmen Fahrzeuge anderer Hersteller zu Testzwecken besorgen, ist verbreitet. Daimler allerdings hat ein Tesla-Exemplar nach SPIEGEL-Informationen in desolatem Zustand zurückgegeben.

Tesla Fahrzeuge
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Der Daimler-Konzern hat sich mit dubiosen Methoden Einblick in die Technologie des US-Konkurrenten Tesla verschafft. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, mietete Daimler im Sommer über den Autovermieter Sixt einen Tesla Model X bei einem kleinen Unternehmen in Bayern für sieben Wochen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 49/2017
Die Kleine Koalition - was sie anrichten und bewirken könnte

Während der Mietzeit wurde das Auto offenbar auseinandergebaut und wieder zusammengeschraubt. Zudem wurde es unter Extrembedingungen getestet - unter anderem bei Hitze, auf einer Rüttelstrecke und einer Traktionsstrecke. Im ursprünglichen Mietvertrag mit Sixt waren allerdings sowohl das Auseinanderbauen als auch die Nutzung auf Teststrecken ausgeschlossen. Am Ende der Mietzeit wurde das Fahrzeug mit Schäden in fünfstelliger Höhe zurückgegeben.

Auf die Spur gekommen war der Kleinstunternehmer den Testfahrten nur über die Ortungsfunktion des Fahrzeugs. Diese zeigte es auf Teststrecken nahe Barcelona und in Sindelfingen. Zuvor hatte Daimler bereits den "Streetscooter" der Post über eine Briefkastenfirma geliehen und heimlich getestet. Die Anmietung von Fahrzeugen zu "Vergleichsfahrten" sei ein "in der Automobilbranche üblicher Vorgang", teilte Daimler mit.

Sixt teilte mit, es habe gutachterlich festgestellte Schäden, die Wertminderung und die Gutachterkosten beglichen. Von Sixt vermietete Fahrzeuge dürften nicht auf Test- und Rennstrecken genutzt werden. Sixt nannte Daimler nicht als Kunden.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 453 Beiträge
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ansv 02.12.2017
1.
Das war schon in der Schule so: Wer selbst nichts kann, schreibt bei den anderen ab. Der Unterschied: Damals hatte das Konsequenzen. Heute hat der Daimler-Konzern seine Fördergelder für die E-Mobilität halt anderweitig verpulvert und müsste jetzt nachholen. Was ich nicht verstehe: Warum kauft man nicht einfach ein Fahrzeug sondern muss auch noch einen anderen schädigen?
Zaunsfeld 02.12.2017
2.
Dass Autofirmen die Autos anderer Hersteller mieten, sei üblich? Ich frage mich, warum die Autofirmen die anderen Autos überhaupt mieten und damit das Risiko eingehen, dass das herauskommt. Man kann auch einfach einen Mitarbeiter das Fahrzeug als Privatmann für die Firma kaufen lassen. Dann ist es Eigentum und man kann damit machen, was man will.
f_eu 02.12.2017
3.
Ja, die Schwaben bauen zwar den weltweit teuersten und unsinnigsten Bahnhof aber in täglichen Leben sparen sie halt. Jeder andere hätte einfach 100T auf den Tisch gelegt und den Tesla gekauft.
räbbi 02.12.2017
4.
Gott sind das Würstchen.... Wäre ich der Herr Daimler, ich würd einfach mit breiter Brust ins Autohaus (gut, das Äquivalent davon bei Tesla...also die Webseite) marschieren und mir so ein Ding holen: "mal schauen, was ihr drauf habt...." ;) Erstzulassung auf Daimler AG und wenn ich fertig damit bin, kommt er in meinen Keller zu den ganzen anderen. muhahaha
rioreisser 02.12.2017
5. Wie erbärmlich ....
Daimler !
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