Tesla Model S Hacker-Attacke bei voller Fahrt

Chinesische Studenten haben ein Tesla Model S gehackt: Sie manipulierten ein fahrendes Auto und steuerten Türen und Schiebedach des Wagens fremd. Der Elektroautohersteller hat bereits auf den Angriff reagiert.

Tesla Model S: Von Studenten fremdgesteuert
Tesla

Tesla Model S: Von Studenten fremdgesteuert


Hamburg - Mit zunehmender Digitalisierung im Auto wächst auch die Gefahr vor Hacker-Angriffen. Studenten der chinesischen Zhejiang University ist es nun gelungen, auf die Bordelektronik eines Tesla Model S zuzugreifen. Demnach hackten sie sich in das System des E-Mobils, öffneten alle Türen und das Schiebedach, betätigten die Hupe und schalteten die Lampen ein - bei voller Fahrt.

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Tesla bestätigte den Fall. Der kalifornische Autohersteller teilte mit, man werde sich um die Sicherheitslücken kümmern. In einer Stellungnahme, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, heißt es: "Wir versichern all unseren Kunden, dass unsere Sicherheits- und Entwicklerteams bereits an einem Update dieses Problems arbeiten."

Tesla betonte zugleich, dass die Hacker mehrere Tage dafür benötigten, um über das schlüssellose Einstiegssystem und die mobile App in das Auto einzudringen. Bisher sei kein weiterer Fall bekannt.

10.000 Dollar Preisgeld für den geknackten Tesla

Das Elektroauto Tesla S war im Rahmen eines Wettbewerbs der Informations- und Sicherheitskonferenz Syscan in Peking offiziell zur Zielscheibe für Hacker erklärt worden. Das chinesische Sicherheitsunternehmen Qihoo 360 versprach ein Preisgeld von 10.000 Dollar, wenn es jemandem gelingen sollte, die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen. Über das soziale Netzwerk Weibo teilte das Unternehmen mit, Details des Hack-Angriffs auf den Tesla in Kürze zu veröffentlichen.

Hacker-Angriffe auf Autos gab es in der Vergangenheit bereits: Zum Beispiel griffen IT-Spezialisten auf der Hackerkonferenz Defcon auf einen Toyota Prius zu und manipulierten die Bremsen. Im Unterschied zu dem jetzt bekannt gewordenen Tesla-Fall schlossen sie jedoch einen Laptop an das Steuersystem des Wagens. Beim Model S geschah der Eingriff über Funk von außerhalb.

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Seite 1
vitalik 23.07.2014
1. Auto
Zitat von sysopTeslaChinesische Studenten haben ein Tesla Model S gehackt: Sie manipulierten ein fahrendes Auto und steuerten Türen und Schiebedach des Wagens fremd. Der Elektroautohersteller hat bereits auf den Angriff reagiert. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/tesla-model-s-von-hackern-fremdgesteuert-a-982481.html
Ein Patch für das Auto. Jetzt geht es los. Was sind das für Entwickler, die Fahrzeugsteuerung oder wichtige Funktionen nicht von den Spielereien, wie Infotainment, trennen können. Die wichtigen Parameter und Einstellungen dürfen nur durch das Anschliessen eines Diagnose-Kabel möglich sein, der Rest kann auch mal mit der Außerwelt kommunizieren. Ich bin mal auf die Veröffentlichung des Hacks gespannt.
rechnernetzstecker 23.07.2014
2.
Hilfe! Ich brauche ein Antiviren-Programm und eine Firewall für mein Auto. Und eine Verschlüsselung für meine Fernbedienung. Oder mein nächstes Auto wird ein Lada, dann kann sich der NSAGCHQBNDMOSSAD die Finger wundprogrammieren für einen Hack. Nur der FSB hat einen Exclusiv-Zugang über den Zigarettenanzünder, aber das ist immerhin überschaubar.
whocaresbutyou 23.07.2014
3. Patches...
Zitat von vitalikEin Patch für das Auto. Jetzt geht es los. Was sind das für Entwickler, die Fahrzeugsteuerung oder wichtige Funktionen nicht von den Spielereien, wie Infotainment, trennen können. Die wichtigen Parameter und Einstellungen dürfen nur durch das Anschliessen eines Diagnose-Kabel möglich sein, der Rest kann auch mal mit der Außerwelt kommunizieren. Ich bin mal auf die Veröffentlichung des Hacks gespannt.
Patches für Autos sind schon längere Zeit völlig normal. Selbst mein Renault Megane Bj. 2001 hat bereits mehrere Softwareupdates bekommen und bei Neufahrzeugen der letzten Jahre sind Softwareflicken fester Bestandteil der Wartungschecklisten. Das einzige, was sich mir nicht erschließt ist, wozu ein Auto einen Internetanschluss und eine Fernsteuer-App braucht. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um...
peterle3 23.07.2014
4. Das ist nur ein Szenario
Ich möchte da nicht präziser werden, aber das ist nur ein verhältnismäßig harmloses Szenario. Die Autohersteller haben da ein riesiges Thema. Und es ist schon spannend, wie gut das Bewusstsein und die Kenntnis für diese Themen sind. Die Schwachstelle sind da nicht die Spezialisten, sondern zuallererst das obere Management und sodann die Betriebswirte. Da gibt es z.T. erschreckend schlichte Meinungen. Zum obigen Hinweis auf Patches: Bei manchen Herstellern gingen da nicht einige Patches pro Jahr raus, sondern pro Tag.
deegeecee 23.07.2014
5. Schlüsselloses "Eintrag"-System
Zitat von vitalikEin Patch für das Auto. Jetzt geht es los. Was sind das für Entwickler, die Fahrzeugsteuerung oder wichtige Funktionen nicht von den Spielereien, wie Infotainment, trennen können. Die wichtigen Parameter und Einstellungen dürfen nur durch das Anschliessen eines Diagnose-Kabel möglich sein, der Rest kann auch mal mit der Außerwelt kommunizieren. Ich bin mal auf die Veröffentlichung des Hacks gespannt.
Dass sämtliche Fahrzeugsysteme über einen gemeinsamen Bus gesteuert werden, ist seit Jahrzehnten Stand der Technik. "Keyless Entry System" ist kein "Einstiegssystem" (das wäre, wenn das Fahrzeug über ausfahrbare Rampen oder Treppen verfügte, oder einem den Sitz entgegenfahren würde) sondern ein "schlüsselloses Zugangssystem"... zum Öffnen und Starten des Fahrzeugs. Das muss also zwangsläufig mit der Motorsteuerung zusammenarbeiten und ist keine Spiel oder Infotainment-Komponente.
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