Tesla Roadster im Test Korrekter Fahrspaß

Bislang kannten Europäer das Auto nur aus der Ferne: Doch bald dürfte der Elektro-Sportwagen Tesla Roadster auch auf hiesigen Straßen gesichtet werden. SPIEGEL ONLINE war mit dem zukunftsweisenden Stromer unterwegs.

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Wenn das die Zukunft ist, sind die Sorgen vieler Autofahrer unbegründet. Wer in Zeiten von Klimakrise und Benzinpreisexplosion um den Fortbestand des Fahrspaßes fürchtet, wird jetzt eines Besseren belehrt: Auch übermorgen wird man noch kraftvoll Gas geben können – und zwar ohne schlechtes Gewissen. Denn umweltfreundliche Autos müssen keinen Spaßbremsen sein.

Das ist die Kernbotschaft eines Autos, mit dem die US-Firma Tesla gerade den Großen der Branche eine Nase dreht. Nicht General Motors, Toyota oder VW sind die ersten, die ein funktionierendes Elektroauto in Serie bringen. Sondern ein kalifornisches Start-up-Unternehmen. Seit wenigen Monaten gibt es den Wagen in den USA zu kaufen, im nächsten Frühjahr soll es hierzulande losgehen. SPIEGEL ONLINE war in Hamburg auf Probefahrt.

Die Revolution beginnt schon beim Anlassen: Wer bei einem normalen Auto den Zündschlüssel dreht, sieht das Zucken des Drehzahlmessers und hört das Orgeln des Motors. Beim Tesla dagegen passiert erstmal nichts. Als wolle man eine Rakete starten, muss man erst den von einem nervösen Piepen begleiteten Countdown abwarten, denn die Batterien und ihre Kühlung brauchen einige Sekunden, bis sie bereit sind.

Obwohl der Wagen schon bei der geringsten Berührung des Gas-, Pardon: Strompedals, nach vorne stürmt, ist bis auf ein flüsterleises Summen, das Pfeifen des Windes und das Abrollgeräusch der Reifen nichts zu hören. Ewiggestrige werden mosern, dass ein Ampelspurt ohne Motorbollern etwa so prickelnd ist wie ein Rockkonzert mit Ohropax. Doch wer offen für die Zukunft ist, wird genau daran Gefallen finden: Man schwirrt fast geräuschlos durch den Verkehr und wähnt sich eher im Cockpit eines Segelfliegers als am Steuer eines Autos.

Dieses Gefühl sollte man allerdings mit Vorsicht genießen. Zum einen hören nicht nur die Insassen, sondern auch die Passanten keinen Mucks, so dass man innerorts stets auf ebenso überraschenden wie überraschten Querverkehr gefasst sein muss. Und zum anderen ist man schnell schneller als die Polizei erlaubt. Weil der 300 PS starke Elektromotor das maximale Drehmoment von 340 Nm bereits mit der ersten Umdrehung entwickelt, entspricht die gefühlte Beschleunigung der eines Formel-1-Renners.



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