Rostgefahr bei Schrauben Tesla ruft 123.000 Luxus-Limousinen zurück

Der Elektroautohersteller Tesla beordert weltweit 123.000 Autos vom Typ Model S in die Werkstätten. Der Grund: rostanfällige Schrauben an der Servolenkung. Diese kommen vom deutschen Zulieferer Bosch.

Tesla-Chef Elon Musk
DPA

Tesla-Chef Elon Musk


Ausgerechnet bei seinem meistverkauften Fahrzeug Model S muss Tesla einen Rückruf starten. Der Elektroautohersteller ruft weltweit 123.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurück. Bei den Autos könne es zu starker Rostbildung an Schrauben der Servolenkung kommen, teilte der Konzern mit. Deshalb müssten diese Komponenten ausgetauscht werden.

Es ist der bislang größte Rückruf der Firma von Tech-Milliardär Elon Musk. Tesla-Aktien verloren angesichts der Nachricht nachbörslich rund 3,5 Prozent.

Die Schrauben stammen vom deutschen Zulieferer Bosch. Demnach habe der Hersteller festgestellt, dass es in Regionen, in denen auf Straßen gegen Schnee und Eis viel Salz gestreut wird, zu starker Korrosion bestimmter Schrauben kommen könne, die zu einer Beeinträchtigung der Servolenkung führe.

Es bestehe für die Kunden aber kein akutes Risiko, die Wagen könnten bis zur Reparatur gefahrlos weitergefahren werden, teilte Tesla mit. Die Lenkfähigkeit des Autos sei nicht gefährdet. Für das Lenken sei lediglich mehr Kraft nötig, weil die Servolenkung ausfallen oder eingeschränkt werden könne. Der Austausch der Schrauben dauere rund eine Stunde.

Tesla Model S
REUTERS

Tesla Model S

Laut dem Unternehmen sind keine Verletzungen oder Unfälle in Verbindung mit dem Problem bekannt. Das Problem betreffe Fahrzeuge vom Typ Model S, die vor April 2016 gebaut worden seien, teilte Tesla mit. Man beordere die Autos vorsichtshalber und auf freiwilliger Basis in die Werkstätten.

Zuletzt hatte Tesla mit dem Model S in Deutschland Probleme bei der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hatte das Model S im Dezember von der Liste der zu fördernden Fahrzeuge gestrichen. Begründung: Das Fahrzeug sei für unter 60.000 Euro am Markt gar nicht erhältlich, damit sei die Höchstgrenze für die Förderung überschritten. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Bafa das Model S doch wieder auf die Liste nimmt. Tesla konnte demnach nachweisen, dass ein Basismodell doch zu einem Preis von unter 60.000 Euro verfügbar sei. Die Förderung von 4000 Euro wird je zur Hälfte vom Hersteller und vom Staat getragen.

Tesla Chart zeigen steht derzeit an der Börse unter Druck: Das Unternehmen will mit dem Mittelklassewagen Model 3 in die Massenproduktion einsteigen, tut sich aber schwer damit. Zudem wurde jüngst bekannt, dass die US-Behörde für Transportsicherheit einen weiteren tödlichen Unfall mit einem Tesla-Auto untersucht.

mmq/Reuters/AFP/dpa

insgesamt 119 Beiträge
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Seite 1
sikasuu 30.03.2018
1. dass es in Regionen in denen auf Straßen gegen Schnee und Eis viel....
..... Salz gestreut wird, zu starker Korrosion bestimmter Schrauben kommen könne,... # Hat Tesla bei der Spezifikation dieses Zubehörteils an der Schrauben einige Cent sparen wollen? In der Regel liefert Bosch was der Kunde bestellt hat & Millionen von Servolenkungen haben dies Problem auch in "gesalzener Umgebung" wohl nicht. . Schwer vorstellbar das bei Bosch (die machen das schon lange) eine falsche Charge Schrauben ans Bang geliefert wurde, sonst gäbe es wohl auch bei anderen Herstellern Probleme.
hup 30.03.2018
2. Tesla oder Bosch-Problem?
Aus dem Artikel ist nicht ganz klar ob die Bosch-Schrauben nun mangelhaft sind, oder ob Tesla die Schrauben falsch spezifiziert hat (ungeeignete Schrauben für den Einsatzzweck geordert hat). Je nachdem ist das ein Tesla- oder ein Bosch-Problem.
hassowa 30.03.2018
3. Bosch baut die Schrauben ein, die der OEM vorgibt
und wenn der spart, indem er statt teurem Edelstahl Billigschrauben verwendet, dann passiert das, was jetzt bei Tesla passiert ist. An einem Mercedes ist die Boschservolenkung noch nie weggerostet, weil Mercedes weiß, dass die Schrauben aus Edelstahl sein müssen. Aber die bauen ja im Gegensatz zu Tesla auch schon seit mehr als 100 Jahren Autos....
Tobi_86 30.03.2018
4. Titelmeldung?
Ist so etwas wirklich eine Titelmeldung wert? Sowas passiert fast jedem Hersteller. Alleine mein Auto aus dem VW Konzern hatte in nun 7 Jahren drei solcher Rückrufaktionen.
sven2016 30.03.2018
5.
Ob Bosch Rexroth diese Schrauben dann wirklich selber hergestellt oder von Zulieferern eingepflegt hat, bleibt offen. Dass man er jetzt merkt, welche Eigenschaften die haben, spricht für Zulieferer. So ganz der "know it better"-Laden scheint Tesla nicht zu sein. Die machen eine Menge Fehler von anderen nach. Oft unnötig. Und die Produktion und Auslieferung wird schlechter statt besser.
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