Zusammenstoß mit Lkw Tödlicher Unfall mit Tesla-Autopilot

Wie sicher sind autonom fahrende Autos? Der Elektrofahrzeughersteller Tesla meldet den ersten tödlichen Unfall eines seiner selbstfahrenden Pkw. Die US-Verkehrsaufsicht untersucht den Fall.

REUTERS

Bei einer Fahrt mit der Autopilotfunktion eines Tesla-Elektroautos ist erstmals ein Fahrer tödlich verunglückt. Der Zusammenstoß des selbstfahrenden Autos mit einem Lkw in den USA werde nun von der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht, teilte der Hersteller Tesla mit. Das Unternehmen sprach von einem "tragischen Verlust". Es handle sich um den "ersten bekannt gewordenen Todesfall" bei einer Fahrt mit dem Autopiloten.

Der Unfall ereignete sich nach Unternehmensangaben, als ein Lastzug im rechten Winkel vor dem selbstfahrenden Auto des Tesla-Modells S die Straße kreuzte. Möglicherweise habe der Autopilot die weiß gestrichene Seite des Lkw nicht von dem taghellen Himmel dahinter unterscheiden können; die Bremsfunktion sei jedenfalls nicht ausgelöst worden.

Der Tesla sei dann seitlich in den Lkw gefahren, wobei seine Windschutzscheibe eingedrückt worden sei. Hätte sich das selbstfahrende Auto von vorne oder von hinten dem Lkw genähert, hätte sein eingebautes Unfallvorbeugungssystem wahrscheinlich ernstere Verletzungen verhindert, hieß es in der Erklärung des Unternehmens, das vom bekannten Tech-Milliardär Elon Musk gegründet wurde.

25.000 Autos von der Prüfung betroffen

Tesla versucht derzeit, sich von einem Nischenanbieter für hochpreisige Elektroautos zu einem Hersteller für breitere Bevölkerungskreise zu entwickeln. Bis 2018 will der Konzern insgesamt 500.000 Autos pro Jahr bauen.

Der Hersteller betonte, dass Tesla-Fahrzeuge bislang schon mehr als 200 Millionen Kilometer auf Autopilot zurückgelegt hätten, ohne dass es zu einem tödlichen Unfall gekommen sei. Im Durchschnitt aller Fahrzeuge in den USA komme ein tödlicher Unfall auf 145 Millionen gefahrene Kilometer, im weltweiten Maßstab auf 95 Millionen Kilometer.

Tesla betonte, dass die Prüfung der Verkehrssicherheitsbehörde zunächst nur vorläufigen Charakter habe. Ziel sei es, festzustellen, ob das technische System planmäßig funktioniert habe. Ein Sprecher der Behörde teilte mit, es sei ein Team von Sonderermittlern an den Unfallort entsandt worden. Die vorläufige Untersuchung betrifft etwa 25.000 Tesla-Fahrzeuge des Modells S aus dem Jahr 2015

Tesla hat das Autopilotsystem im vergangenen Jahr vorgestellt. Es lässt Autos automatisch die Spur wechseln, die Geschwindigkeit verändern und die Bremse auslösen. Das Selbstfahrsystem kann aber jederzeit vom Fahrer überstimmt werden. Die Fahrer müssten auch bei Autopilotfahrten jederzeit die Hände am Lenker halten und die Verantwortung für ihre Fahrten ausüben.

stk/AFP/dpa-AFX



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