Theoretische Führerscheinprüfung Fast jeder zweite Ostdeutsche fällt durch

Ostdeutsche Fahrschüler fallen wesentlich häufiger durch die theoretische Führerscheinprüfung als ihre Altersgenossen im Westen. Fast die Hälfte der Prüflinge etwa aus Sachsen-Anhalt fällt beim ersten Versuch durch. Vermuteter Grund: Die Gebühr für die Prüfung ist zu gering.


Laut einer Studie des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) in Flensburg hat im vergangenen Jahr mit 44,4 Prozent fast jeder zweite Fahrschüler in Sachsen-Anhalt die theoretische Prüfung nicht bestanden. In Mecklenburg-Vorpommern lag die Quote bei 42,4 Prozent, in Thüringen bei 42,2, in Brandenburg bei 41,7 und in Sachsen bei 40,4 Prozent. Die besten Ergebnisse bundesweit erreichten laut der Statistik die Fahrschüler in Niedersachsen und Hessen, dort fiel rund jeder vierte Fahrschüler durch die Prüfung.

Bei der praktischen Prüfung indes schnitten die jungen Frauen und Männer in Hamburg am schlechtesten ab. In der Hansestadt schafften 41 Prozent die Prüfung nicht beim ersten Mal. In den ostdeutschen Ländern lag die Quote zwischen 30 und 36 Prozent, in den übrigen Westländern zumeist unter 30 Prozent.

Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, Gerhard von Bressendorf, räumte in der Montagsausgabe der "Leipziger Volkszeitung" ein, es gebe keine schlüssige Erklärung für das schlechte Abschneiden der ostdeutschen Fahrschüler. "Fahrschüler im Westen sind nicht schlauer und die im Osten nicht dümmer", sagte er. Es sei wohl eher eine Frage der Motivation.

Auch seien die Gebühren für die theoretische Prüfung im Osten mit rund 20 Euro so gering, dass sich viele offenbar zu frühzeitig zur Prüfung anmelden. Bei den praktischen Tests spielten sicherlich die vielen Baustellen auf ostdeutschen Straßen eine Rolle, sagte Bressendorf.

rom/ddp/dpa-AFX

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