Tier im Auto: Bello wird zum Jumbo

Von Jürgen Pander

Mit Beginn der Sommerreisezeit häufen sich die einschlägigen Tipps für Autourlauber. Der ADAC hat jetzt zum Beispiel einen Ratgeber zum Thema "Mit Tieren im Auto" herausgegeben.

So nicht - Tiere sollen im Auto gesichert sein
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So nicht - Tiere sollen im Auto gesichert sein

Mal abgesehen von Mücken oder Fliegen, die vor allem im Auto ziemlich lästig und auch gefährlich werden können, nämlich dann, wenn der Fahrer mehr mit dem Fliegenfangen als dem Autofahren beschäftigt ist, müssen für größere Tiere im Auto entsprechende Transportbedingungen geschaffen werden. Grundsätzlich gilt, dass Hunde oder Katzen, die sich frei im Auto bewegen können, im Falle eines Crashs eine immense Gefahr für die Passagiere darstellen und zudem selbst stark gefährdet sind.

Ein ausgewachsener Hund von rund 30 Kilogramm Körpergewicht, der ungesichert im Auto mitfährt, würde bei einem Aufprall mit der Wucht eines kleinen Elefanten durch den Innenraum fliegen, so das Beispiel der ADAC-Experten. Tier sollten deshalb im Auto stets gesichert werden, zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz der anderen Insassen. Außerdem ist bei einer fehlenden Sicherung der Versicherungsschutz gefährdet. Es gibt mehrere Gerichtsurteile, in denen Vollkaskoversicherer von der Leistung freigestellt wurden, weil die ungesicherte Beförderung von Tieren als "grob fahrlässig" eingestuft wurde.

Am sichersten und angenehmsten reisen Tiere im Auto in einer ihrer Größe angemessenen Transportbox. Tierpsychologen favorisieren diese Beförderungsmethode ebenso wie Sicherheitsfachleute. Die Boxen werden im Fußraum oder (bei Kombis) quer hinter der Rücksitzbank untergebracht. Es empfiehlt sich, die Tiere bereits vor der Fahrt an das "Auto-Abteil" zu gewöhnen. Für Hunde gibt es darüber hinaus spezielle Sicherheitsgurte. Die bestehen aus einem Geschirr um Kopf und Brust und werden in die herkömmlichen Gurtschlösser eingeklinkt. Wer sein Tier auf der Ladefläche eines Kombis transportieren möchte, sollte dies ausschließlich mit einem Trenngitter oder Laderaumnetz zwischen dem hinteren Abteil und dem Passagierraum tun.

Die so genannten Schutzdecken, die an den Kopfstützen der vorderen Sitze eingehakt und dann über den Rücksitz oder auf die Ladefläche gebreitet werden, haben im eigentlichen Sinne keine Schutzfunktion für das Tier oder die Mitreisenden, sondern eher für die Polster des Autos. Zwar entsteht durch diese Decken eine bequemen Liegemulde für Katze oder Hund, doch bei einem Unfall sind sie nicht fixiert und könnten durch das Auto gewirbelt werden.

Abgesehen von einer vernünftigen Sicherung des Tieres ist es unbedingt notwendig, dem Hund während einer längeren Autoreise regelmäßig Pausen und Auslauf zu gönnen, ihn mit Flüssigkeit zu versorgen und das Tier auf keinen Fall alleine im Auto zurückzulassen. Ganz besonders dann nicht, wenn die Sonne scheint, denn dann verwandelt sich ein Auto-Innenraum innerhalb kürzester Zeit in eine regelrechte Sauna.

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