Tödlicher Unfall in Schweden Mercedes-Testfahrer erhält Bewährungsstrafe

Der Mercedes eines Autotesters war im Februar in Schweden bei Schneematsch von der Straße gerutscht und hatte eine Frau tödlich verletzt. Der Mann ist von der schwedischen Justiz zu einer Bewährungsstrafe und einer Geldbuße verurteilt worden.


Stockholm - Der 33-jährige Mercedes-Testfahrer hat die Buße von 24.000 Kronen (2450 Euro) bereits bezahlt und eine Bewährungsfrist von zwei Jahren wegen fahrlässiger Tötung akzeptiert, teilte Staatsanwalt Åke Hansson am Donnerstag in Luleå mit. Damit bleibt ihm eine Gerichtsverhandlung erspart.

Der Mercedes des Autotesters war im Februar bei einer Fahrt von Stuttgart ins nordschwedische Testgelände Arjeplog in einer Kurve auf die linke Straßenseite gerutscht und hatte eine Frau erfasst. Sie war vorschriftsmäßig am Straßenrand gegangen. Die 44- Jährige starb kurz darauf. Dass die Kollegen des Fahrers nach dem Unfall aus dem Auto Testgeräte ausbauten, noch ehe die Polizei zur Stelle war, hatte in Schweden heftige Kritik ausgelöst. Das Unfallopfer war zweifache Mutter.

Laut schwedischen Medienberichten war der Deutsche mit einer Geschwindigkeit von höchstens 60 Stundenkilometern unterwegs. Die Geschwindigkeitsbegrenzung für die Straße betrage 70 Kilometer in der Stunde. Die Polizei habe dem Testfahrer bescheinigt, kein unnötiges Risiko eingegangen zu sein, sagte Staatsanwalt Hansson. "Er war nur für einen kleinen Moment unaufmerksam. Wir können nach den Ermittlungen überhöhte Geschwindigkeit, Übermüdung, Alkohol oder andere für den Fahrer erschwerende Umstände eindeutig ausschließen."

Der Fall hatte auch in Deutschland Aufsehen erregt, nachdem im Juli des vergangenen Jahres ein anderer Mercedes-Testfahrer in zweiter Instanz zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden war. Er hatte auf der Autobahn A5 bei Bruchsal mit hoher Geschwindigkeit einen Kleinwagen abgedrängt. Die Insassen, eine Frau und ihr Baby, starben bei dem Unfall.



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