Eklat bei "Top Gear" BBC suspendiert Kult-Moderator Jeremy Clarkson

Man hatte ihn gewarnt: Noch ein Fehltritt, und Jeremy Clarkson hat Sendepause. Jetzt ist es so weit. Die BBC hat den Star der Sendung "Top Gear" suspendiert und die nächste Ausgabe des Automagazins abgesagt.

Ein Aussetzer zu viel: BBC suspendiert Jeremy Clarkson
REUTERS

Ein Aussetzer zu viel: BBC suspendiert Jeremy Clarkson


Wenn es eine Ikone im Bereich des Automobiljournalismus gibt, ein Gesicht, das die ganze Welt kennt - dann ist es Jeremy Clarkson. Seit zig Jahren der Frontmann der Automobilsendung "Top Gear" und Urheber legendärer Sendungen, die auch Jahre später noch YouTube-Hits sind, wird er von Fans rund um den Globus vergöttert. Das ist ihm offenbar zu Kopfe gestiegen.

In dürren Worten gab die BBC, publizistische Heimat des Anarcho-Autoformats, am Dienstag bekannt, dass Clarkson "suspendiert" worden sei. Es habe eine "Auseinandersetzung mit einem Produzenten der Sendung gegeben", heißt es weiter, der Vorfall sei jetzt Gegenstand einer internen Untersuchung. Die für Sonntag geplante Sendung falle aus.

Der Auto-Anarcho

Clarkson war neben seinen Sidekicks Richard Hammond und James May der unbestrittene Star der Sendung. Mit seiner rotzigen, respektlosen Moderation, die auch das Bashing etablierter Marken nicht scheute, bannte er selbst Menschen vor die Mattscheibe, die sich sonst nicht im Geringsten für Autos interessieren.

Genau diese Eigenschaft aber hatte ihm zuletzt immer wieder Schwierigkeiten bereitet. Mehrmals hatte er sich auf Geheiß der BBC öffentlich für verbale Ausrutscher entschuldigen müssen. So hatte sich Clarkson beispielsweise zu der Aussage verstiegen, streikende Arbeiter sollten erschossen werden. Erst im Frühjahr 2014 hatte sich die BBC zudem offiziell für einen rassistischen Spruch in seiner Sendung entschuldigen müssen.

Wie es mit der Sendung weitergeht, ist bislang unklar. Die BBC verkündete nur, dass außer Clarkson niemand suspendiert worden sei.

mhe

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insgesamt 151 Beiträge
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Seite 1
lupenreinerdemokrat 10.03.2015
1.
Nun, da den meisten Leuten das in letzter Zeit wie eine Epidemie um sich greifende "political correctness" ziemlich auf die Nüsse geht, sollte man der BBC und deren Produzenten, der für die Suspendierung Clarksons verantwortlich ist, ein leicht zu verstehendes Angebot machen: entweder Clarkson kommt zurück in die Sendung und zwar weiterhin ohne Maulkorb, oder die Einschaltquoten für "Top Gear" werden halt ins marginale, nicht mehr feststellbare abdriften. Es obliegt nicht einem TV-Sender oder Produzenten, was der Konsument sehen will, sondern einzig und allein diesem selbst. Übrigens auch auf deutsche Fernsehsender übertragbar.
nescius 10.03.2015
2. will
hoffen dass sich Captain Slow auch solidarisiert.....
lequick 10.03.2015
3.
Ich verstehe ja den Bann, aber ohne ihn ist die Sendung nicht die selbe. Dann am besten gleich einstellen und was neues aufbauen.
Am_Rande 10.03.2015
4. Berufsverbot
Wer so etwas schreibt: "It’s a lovely idea, to get out of this stupid, Fairtrade, Brown-stained, Mandelson-skewed, equal-opportunities, multicultural, carbon-neutral, trendily left, regionally assembled, big-government, trilingual, mosque-drenched, all-the-pigs-are-equal, property-is-theft hellhole and set up shop somewhere else. But where?" darf einfach keinen Platz mehr im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk haben. Mögen manche "Top Gear" auch für die beste Fernsehshow der Welt halten...
tlatz 10.03.2015
5. Sender
Zitat von lupenreinerdemokratNun, da den meisten Leuten das in letzter Zeit wie eine Epidemie um sich greifende "political correctness" ziemlich auf die Nüsse geht, sollte man der BBC und deren Produzenten, der für die Suspendierung Clarksons verantwortlich ist, ein leicht zu verstehendes Angebot machen: entweder Clarkson kommt zurück in die Sendung und zwar weiterhin ohne Maulkorb, oder die Einschaltquoten für "Top Gear" werden halt ins marginale, nicht mehr feststellbare abdriften. Es obliegt nicht einem TV-Sender oder Produzenten, was der Konsument sehen will, sondern einzig und allein diesem selbst. Übrigens auch auf deutsche Fernsehsender übertragbar.
Sorry, aber es obliegt ganz alleine einem Sender, das zu zeigen, was er zeigen möchte. Wenn das, was Clarkson sagt und tut nicht mit den Richtlinien des Senders vereinbar ist, dann ist es natülich das gute Recht des Senders, ihn abzusägen. Die BBC hat auch schon letztes Jahr sehr deutlich gesagt, dass man sich zur Not vom ganzen Konzept Top Gear trennen würde, wenn es denn nicht "besser" würde (besser im Sinne von politisch korrekter) und das ist das gute Recht der BBC. Schade dennoch.
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