Ausländische Experten auf der IAA Wieder mal typisch deutsch

Wie blickt das Ausland eigentlich auf die sogenannte Autonation Deutschland? Das lässt sich nirgends besser erforschen als auf der IAA. Experten aus Indien, Frankreich und den USA sind erstaunt über die deutschen Hersteller - in jeder Hinsicht.

Von Markus Bruhn

Donald Buffamanti

Klar, deutsche Autohersteller stehen für Luxus und Sportlichkeit. Dass sie auf der IAA in Frankfurt aber so richtig dick auftragen, hat Shrawan Raja nicht erwartet. "Wir wissen, dass der Automarkt in Europa seit Jahren in der Krise steckt", sagt der Chefredakteur der indischen Webseite "indianautosblog.com". "Aber die Hersteller treten hier auf, als herrsche Hochkonjunktur. Die müssen wirklich sehr optimistisch sein."

Der Experte aus Indien ist nicht der einzige Journalist, der über die wuchtigen Auftritte der Autobauer staunt. Auch sein Kollege Jean-Michel Setbon, freier Autojournalist aus dem südfranzösischen Mudaison, ist von den Messeständen von Audi, BMW und Mercedes beeindruckt. Schließlich füllen die Hersteller jeweils eine komplette Halle.

Trotz der gigantischen Ausmaße der IAA - die Messe erstreckt sich über eine Fläche von 230.000 Quadratmeter - kommen sich aber weder der Franzose noch die Inder verloren vor. "Die Organisation ist wirklich professionell", findet Setbon.

Auch Anjan Ravi, ebenfalls im Dienste von "indianautosblog.com", freut sich, dass auf die deutschen Klischee-Tugenden Verlass ist. "Dank der klaren Ordnung hatte ich nie das Gefühl, die Orientierung zu verlieren", sagt er.

Zudem sei das Arbeiten auf der Messe sehr viel einfacher als beispielsweise auf der größten Automesse in Indien, der Delhi Auto Show. "Da gibt es zwar auch Pressetage, doch das Publikum darf trotzdem in die Hallen. Es ist praktisch unmöglich, in dem Gedränge dann noch brauchbare Fotos zu machen. Auf der IAA ist das viel strikter geregelt."

Was wurde bloß aus BMW?

Das Thema Elektromobilität übrigens, das in Frankfurt einen breiten Raum auf den Messeständen einnimmt, sei in Indien bislang lediglich ein Randthema. Ravi sagt, die großen indischen Hersteller Tata Motors und Mahindra böten zwar E-Modelle an, doch in weiten Teilen des Landes sei noch nicht einmal die Stromversorgung gesichert. "Das macht das Gerede von Elektroautos natürlich ziemlich theoretisch."

Fragt man ausländische Journalisten nach ihren persönlichen Tops und Flops der IAA, herrscht trotz der unterschiedlichen Perspektiven viel Einstimmigkeit. Die SUV-Studie LF-NX des japanischen Herstellers Lexus fiel bei den meisten internationalen Besuchern durch. Auch beim US-Amerikaner Donald Buffamanti, Betreiber der Auto-Webseite "autospies.com".

Nur ein Auto fand er auf der Messe noch hässlicher als den Lexus: das Elektroauto BMW i3. "Das Design ist eine Schande für eine Firma, die früher mal ein paar der schönsten Autos überhaupt gebaut hat."

Hier stellen die Reporter aus dem Ausland weitere Tops und Flops der IAA vor.

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zylmann 20.09.2013
1. Kontrast
unser 12 jahre alter Scoda Octavia hat 300.000 Km gefahren verbraucht zwischen 3,9 ltr und 4,2 im Winter etwas mehr.(Diesel) Noch fragen?
kenterziege 20.09.2013
2. Manchmal machen .....
Ingenieure und Designer alles richtig! Gemessen an den Vorgaben, über die man allerdings trefflich streiten kann, ist der i3 von BMW eingesungenes Auto. Stichworte : Elektroantrieb, Leichtbau, 4 Sitze. Genau so war es seinerzeit mit dem A2 von Audi. Tolles Alu-Leichtbau Karosseriekonzept, gute Aerodynamik und 4 Sitze. Das Marketing spielte nicht mit, die Zeit war noch nicht reif. Hoffentlich geht es dem i3 nicht ähnlich! Am Marketing hat es dann aber nicht gelegen. Das ist von BMW einfach Spitze, was die Einführung dieses ungewöhnlichen Autos betrifft.
marthaimschnee 20.09.2013
3.
Zitat von sysopMarkus BruhnWie blickt das Ausland eigentlich auf die sogenannte Autonation Deutschland? Das lässt sich nirgends besser erforschen als auf der IAA. Experten aus Indien, Frankreich und den USA sind erstaunt über die deutschen Hersteller - in jeder Hinsicht. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/tops-und-flops-der-iaa-meinungen-von-journalisten-aus-dem-ausland-a-922569.html
Und deswegen macht ihr lieber Fotos von den Besuchern?
erfuhrford 20.09.2013
4. Design und Prakmatismus
@kenterziege: Sowohl dem A2 als auch dem i3 hätte man durchaus ein ansehlicheres Design gönnen dürfen. Die Zeit war und ist durchaus reif für die Technik, doch wenn ein Auto schei** aussieht, verkauft es sich nicht. Mit Ausnahme vom Nissan Juke. @zylmann: Sie sind Prakmatiker und zählen nicht zur Zielgruppe der IAA.
Mannheimer011 20.09.2013
5. Toller Autoartikel
Jean-Michel und Anjan auf der IAA, Gähn.
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