Von Jürgen Pander
Ein neues Auto braucht einen neuen Namen. Und der sollte am besten so gewählt sein, dass er das Wesen des Wagens erfasst. Die Namen von Sportwagen sollten fetzig klingen, die von Familienautos nett, und Luxuskarossen brauchen eine exklusive Anrede.
So dachten wohl auch die Verantwortlichen bei VW, als es darum ging, die erste Oberklassen-Limousine der Marke zu benennen. Bisher hieß der Wage nur D1. Irgendwann, nach stundenlanger, ergebnisloser Diskussion, muss einer der Anwesenden wohl zu einem Mythologie-Lexikon gegriffen und schließlich den Buchstaben P aufgeschlagen haben. "Phaeton, der Leuchtende" stand da zu lesen. Wunderbar, das passt! Leider hat offenbar niemand weitergelesen, es war ja auch schon spät.
Eines Tages gab Helios nach - eine verhängnisvolle Entscheidung. Denn Phaeton gingen die Pferde durch, ESP gab es damals noch nicht, und so schleuderte der Sonnenwagen wie wild aus der Spur. Das Gefährt riss einen Schlitz in den Himmel, daraus wurde angeblich die Milchstraße, und stürzte dann in der Nähe des Äquators brennend zur Erde, der Sage nach sind die Menschen in diesen Regionen deshalb bis heute schwarz.
Und was tat Göttervater Zeus, sozusagen oberster Himmelspolizist und Verkehrshüter? Er blitzte den rasenden Halbgott vom Firmament und ließ ihn an der Mündung des Eridanos, heute ist der Fluss unter dem Namen Po bekannt, ins Meer stürzen.
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