Totalschaden Camel Glitter

In Israel werden ab sofort die Kamele beleuchtet, um die Gefahr von Karambolagen zwischen Tier und Auto zu verringern. Auf einer eigens deshalb einberufenen Konferenz einigten sich Beduinen, Verkehrspolitiker und Tierschützer auf phosphoreszierende Leuchtstreifen für die Höckertiere.

Von Jürgen Pander


Kollisionsrisiko Kamel: Die noch unbeleuchteten Höckertiere werden von einem palästinensischen Hirten leichtsinnigerweise über die Straße getrieben
AP

Kollisionsrisiko Kamel: Die noch unbeleuchteten Höckertiere werden von einem palästinensischen Hirten leichtsinnigerweise über die Straße getrieben

Ein "Elch"-Aufkleber am Heck signalisiert: Dieser Autofahrer war schon mal in Skandinavien unterwegs. Und offenbar hat er Glück gehabt: Er und sein Auto sind heil wieder zurückgekehrt aus dem Reich der Elche. Dort gibt es eine ganz besondere Gefahr im Straßenverkehr - das putzige Elch-Souvenir deutet darauf hin -, den Elch-Unfall nämlich. Allein in Finnland ereignen sich pro Jahr rund 4500 Kollisionen zwischen Autos und Elchen, die mitunter tödlich für Autofahrer und Tier enden. Am anderen Ende der Welt, in Australien, ist es ähnlich dramatisch: Dort geraten beinahe täglich Autos und Kängurus mit schlimmen Folgen für beide aneinander.

Jetzt wurde bekannt, dass auch Israel ein Problem mit Großsäugern auf den Fahrbahnen hat. Aber anders als in den beiden genannten Regionen stellen die Israelis keine Straßenschilder zur Warnung auf, sie gehen viel dichter an die Ursache der Unfälle heran: Ab sofort werden die Kamele in Israel beleuchtet. Jetzt befestigte die Polizei an den ersten 40 Höckertieren phosphoreszierende Streifen, damit sie bei Dunkelheit von Autofahrern besser gesehen werden können. "Das Sicherheitsproblem mit den Kamelen ist sehr ernst", erklärt Polizist Jossi Golan. "In den vergangenen zwei Jahren wurden dabei zehn Autofahrer getötet und 50 schwer verletzt."

Das Projekt der glitzernden Kamele soll daher ausgeweitet werden. In den nächsten Monaten ist die "Beleuchtung" von insgesamt 1000 Kamelen geplant. Falls die Zahl der Kamel-Crashs zurückgeht, dürften die Erfahrungen der israelischen Experten bald auch in Skandinavien oder Australien gefragt sein.



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