Toyota Avensis Feiner dieseln

Die größte Toyota-Baureihe in Europa, der Avensis, wurde im Sommer runderneuert. Jetzt ergänzen die Japaner das Angebot durch einen neuen Dieselmotor, der die Attraktivität des Modells wieder deutlich anheben soll.


So ganz zufrieden können die Toyota-Verantwortlichen nicht mit ihrem Flaggschiff, dem Avensis, sein. Denn obgleich von der Baureihe in Deutschland in den ersten neun Monaten dieses Jahres insgesamt 15.794 Exemplare neu zugelassen wurde, wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg ausweist, bedeutete dies gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von mehr als 20 Prozent. Das Facelift des Avensis kam daher gerade recht, denn seit Sommer steht der innen wie außen optisch aufgefrischte Wagen mit verbessertem Fahrwerk bei den Händlern.

In diesen Tagen kommt noch ein neuer Einstiegsdieselmotor dazu, der dem Auto Kunden zuführen soll. Es handelt sich um ein Zweiliter-Aggregat mit einer Leistung von 126 PS, das den bisherigen Dieselmotor dieser Größenordnung mit 116 PS ablöst. Das neue Leichtmetall-Triebwerk - es wiegt mit 147 Kilogramm satte 66 Kilo weniger als der Vorgängermotor - ist "quadratisch" konstruiert, denn sowohl Hub als auch Bohrung betragen 86 Millimeter. Aus vier dieser Brennkammern schöpft die Maschine ein Drehmomentmaximum von 300 Nm, das zwischen 1800 und 2400 Umdrehungen pro Minute anliegt.

Geringe Fahrgeräusche dank der windschlüpfrigen Form

In Fahrleistungen übersetzt liest sich das so: Die Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 gelingt bei optimalen Bedingungen in 10,6 Sekunden, als Höchstgeschwindigkeit sind 200 km/h möglich. Den Durchschnittsverbrauch gibt Toyota mit 5,8 Liter je 100 Kilometer an, wobei dieser Wert für die vier- und fünftürigen Limousinen-Varianten gilt, während die Kombiversion 5,9 Liter verbraucht. Zum Spritsparen tragen nicht nur das effizientere Triebwerk und das geringere Gewicht bei, sondern auch der auf 0,28 cW gesenkte Luftwiderstandsbeiwert (beim Kombi 0,29 cW). Die Dieselmotoren sind serienmäßig mit einem Rußpartikelfilter ausgestattet und erfüllen die Euro-4-Norm.

Für Toyota ist der Avensis ein besonderes Modell, denn er ist das erste Auto des Konzerns, das komplett aus Europa stammt. Das Design entstand in der europäischen Kreativrepräsentanz des Unternehmens in Südfrankreich. Die Getriebe - der neue Dieselmotor wird mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert - werden im Toyota-Werk im polnischen Walbrzych gefertigt, die Motoren stammen aus dem polnischen Toyota-Werk in Jelcz-Laskowice, und die Endfertigung des Fahrzeugs erfolgt in der englischen Fabrik Burnaston.

Sieben Airbags gehören zur Grundausstattung

Der Avensis wird in drei Ausstattungsstufen angeboten. Die Basisversion verfügt serienmäßig über ABS, ESP sowie über sieben Airbags, wobei einer der Luftsäcke unter der Lenksäule platziert ist und im Falle einer Karambolage die Knie des Fahrers schützen soll. Zum Standard gehören auch elektrische Fensterheber an den vorderen Türen, eine Klimaanlage sowie ein Musiksystem mit Radio, CD- und MP3-Spieler, dessen wichtigste Funktionen sich auch per Lenkradtasten einstellen lassen.

Die Preisliste des Toyota Avensis beginnt bei 21.400 Euro. Der günstigste Wagen mit dem neuen Dieselmotor ist die viertürige Limousine, die ab 23.100 Euro angeboten wird. Als Extras gibt es unter anderem eine Einparkhilfe (Aufpreis 370 Euro), ein Glas-Schiebe-Hebedach (790 Euro), eine Lederausstattung (1650 Euro), Metallic-Lack (480 Euro) und ein DVD-Navigationssystem (1500 Euro). Angesichts dieser Aufpreispolitik wirkt das japanische Auto dann endgültig wie ein echter Europäer.

jüp



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