Toyota Crown Majesta: So viele Airbags wie noch nie

Von Jürgen Pander

In Europa endet das Toyota-Pkw-Sortiment mit dem Top-Modell Avensis. Auf dem japanischen Heimatmarkt jedoch werden weitaus größere Limousinen angeboten - etwa der Toyota Crown Majesta. Die fünfte Generation des Schlittens bietet gleich drei Weltneuheiten.

Die Baureihe Toyota Crown gehört zu den Urgesteinen des japanischen Automobilbaus. Rund sechs Millionen Exemplare dieses Typs wurden seit 1954 Wagen produziert, inzwischen läuft das Auto in der dreizehnten Generation vom Band. Das Modell der gehobenen Mittelklasse gehört zum typischen Straßenbild in Tokio, Kobe oder Yokohama - der Toyota Crown ist zusammen mit dem Nissan Cedric nämlich das beliebteste Taxi-Modell in Japan.

Seit 1991 wird die Crown-Baureihe von der Variante Majesta gekrönt, einer Oberklasse-Limousine, die gerade in der fünften Auflage debütierte und dabei mit drei Sicherheitsweltpremieren überraschte.

Erstmals nämlich tritt mit dem Crown Majesta ein Serienfahrzeug mit Front-Seiten-Radar, mit Pre-Crash-Rücksitzen und einem zentralen Rücksitz-Airbag an. Das neue Luftpolster erhöht die Airbag-Zahl im Crown Majesta auf insgesamt zehn - kein anderes aktuelles Serienfahrzeug schützt die Insassen mit mehr Prallkissen. Der neue Airbag ist in einer Konsole im Dach untergebracht und bläht sich im Falle eines Seitenaufpralls zwischen den beiden Passagieren im Fond auf. So verhindert der Luftsack, dass die hinteren Insassen mit den Köpfen gegeneinander knallen, und dämpft die plötzliche Seitwärtsbewegung.

Ebenfalls für die hinten Sitzenden wurden die sogenannten Pre-Crash-Rücksitze entwickelt. Die Funktion ist ähnlich wie bei entsprechenden Systemen für die vorderen Insassen: Sobald die Sensorik des Fahrzeugs eine Gefahrensituation registriert - etwa eine besonders heftige Reaktion auf dem Bremspedal - werden die neigungsverstellbaren Rücksitzlehnen in eine möglichst aufrechte Position gebracht. Denn nur dann können im Falle einer Kollision die passiven Sicherheitssysteme wie etwa die Airbags und Gurte im Fond die maximale Schutzwirkung entfalten.

Radaraugen blicken auch nach links und rechts

Ein derartiges Rücksitzsystem ist nur dann sinnvoll, wenn die Fahrzeugelektronik riskante Situationen möglichst zuverlässig erkennt. Aus diesem Grund - und dies ist die dritte Weltneuheit im Crown Majesta - wurde das Radarsystem zur Überwachung des Auto-Umfeldes auf die Seitenbereiche erweitert. Radaraugen blicken jetzt also nicht mehr nur nach vorne, sondern kontrollieren auch, ob sich seitlich ein potentieller Unfallgegner nähert. Geschieht dies und wird die Situation als prekär eingestuft, werden binnen Sekundenbruchteilen diverse Maßnahmen eingeleitet: Der Fahrer wird optisch und akustisch gewarnt, Bremsdruck wird auf Vorrat aufgebaut, die Sicherheitsgurte werden gestrafft - und die Sitzlehnen vorne und hinten aufrecht gestellt.

Mit diesen Innovationen verteidigt Toyota die Ausnahmestellung des Flaggschiffs Crown Majesta, der übrigens ausschließlich in Japan verkauft wird. Das Top-Modell der Crown-Baureihe, von dem seit dem Debüt vor 18 Jahren insgesamt rund 233.000 Exemplare ausgeliefert wurden, ist eine Art Referenzauto von Toyota. Zwar gibt es ein noch größeres Modell, die Limousine Century, doch die wird praktisch nur auf Bestellung gebaut - etwa als Repräsentationsauto für den japanischen Kaiser oder als Staatslimousine.

Standesgemäßer V8-Motor mit Achtgang-Automatik

Motorisiert ist der Crown Majesta für eine Oberklasselimousine standesgemäß - jedenfalls wenn man die klassischen Maßstäbe anlegt und das Thema Spritverbrauch außen vor lässt. Unter der Haube bollert ein 4,6-Liter-V8-Motor, dessen Kraft über ein Achtgang-Automatikgetriebe verwaltet wird.

Die neuen Sicherheitssysteme werden voraussichtlich auch auf dem europäischen Markt angeboten werden. Mutmaßlich jedoch erst in ein bis zwei Jahren und dann wohl zunächst in Modellen der Toyota-Luxusmarke Lexus. Genaue Auskunft darüber aber ist bislang bei Toyota nicht zu erhalten - in der Vergangenheit aber war dies das übliche Prozedere.

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