Tokio - Die Freude währte nur kurz: Eben verkündete Toyota wieder die Rückkehr an die Weltspitze der Autohersteller mit den meisten Fahrzeugverkäufen, nun müssen die Japaner weltweit fast 1,3 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen.
Bei 907.000 Autos der Modelle Voltz, Corolla und Corolla Matrix müssen Probleme an einem Steuergerät behoben werden, um ein ungewolltes Auslösen der Airbags in den Kompaktwagen zu verhindern. Zudem müssen 385.000 Wagen der Oberklassemarke Lexus zur Reparatur - wegen Problemen mit den Scheibenwischern.
Der Löwenanteil des Rückrufs entfällt auf die USA. Daneben sind auch Autos in Japan, Kanada und Mexiko betroffen. In Europa müssten keine Toyota-Modelle zurückgerufen werden, sagte ein Unternehmenssprecher. Bei den Fahrzeugen sei ein anderes Steuergerät für die Airbags verbaut. Vom Lexus-Modell IS seien in Deutschland rund 7000 Stück betroffen. Die Fahrzeughalter werden laut dem Sprecher angeschrieben. Zu den Kosten wollte sich Toyota nicht äußern.
Vertrauensbildende Maßnahmen
Es ist bereits der dritte Rückruf von Toyota seit Oktober, bei dem mehr als eine Million Autos betroffen sind. Nachdem der Konzern vor drei Jahren durch vermeintlich klemmende Gaspedale in den USA einen gewaltigen Imageschaden davongetragen hatte, wurde der Umgang mit technischen Defekten komplett umgekrempelt.
Während andere Hersteller nur bei rechtlich relevanten Defekten ihre Autos in die Werkstätten beordern und alle anderen Mankos bei den turnusmäßigen Inspektionen beheben, rufen die Japaner ihre Autos inzwischen auch bei kleinen Fehlern zurück.
Durch den transparenten Umgang mit Mängeln haben die Japaner das verlorene Vertrauen der Kunden in kurzer Zeit zurückgewonnen - auch ein Grund dafür, dass Toyota zuletzt wieder die Weltrangliste der Autohersteller anführte.
cst/Reuters
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Auto | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Toyota | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH