Entwickler des legendären Trabi 601 Werner Lang ist tot

Er war der Entwickler der sogenannten "Rennpappe": Werner Lang schuf das dritte und meistgebaute Modell des Trabant. Nun ist der ehemalige Ingenieur im Alter von 91 Jahren gestorben. Zwei Tage vor seinem Tod besuchte er noch ein Trabi-Treffen.

Werner Lang auf einem Foto von 1997: Der "Vater" des Trabant 601 ist tot.
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Werner Lang auf einem Foto von 1997: Der "Vater" des Trabant 601 ist tot.


Zwickau - "Rennpappe" oder "Plastikbomber" wurde die berühmteste Schöpfung von Werner Lang in der DDR genannt. Der ehemalige Sachsenring-Chefkonstrukteur entwickelte den Trabant 601, von dem zwischen 1964 und 1990 insgesamt mehr als 2,8 Millionen Fahrzeuge vom Band rollten.

Wie ein Familienmitglied am Dienstag mitteilte, ist Lang am Montag im Alter von 91 Jahren zu Hause in Zwickau gestorben. Laut Medienberichten erlag er einem Herzleiden.

"Am Samstag haben wir beim Trabi-Treffen noch über die alte Zeit gesprochen", berichtete sein enger Mitstreiter Werner Reichelt, der 1950 von Lang bei Horch eingestellt worden war. "Ich habe einen guten Freund verloren", sagte der frühere Leiter der Kunststoffabteilung des wissenschaftlich -technischen Zentrums für Automobilbau in Chemnitz.

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Kultauto Trabant: Späte Karriere
Lang stammte aus dem Erzgebirge und studierte mit Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg Maschinenbau und Kraftfahrzeugtechnik in Zwickau. Seit 1949 arbeitete er beim Automobilhersteller Horch, ab 1951 als Technischer Direktor.

Mit der Vereinigung von Audi und Horch zu den Zwickauer Automobilwerken 1958 wurde er Chefkonstrukteur und übernahm die Verantwortung für die Weiterentwicklung des Kunststoff-Fahrzeugs, erzählte Reichelt. "Er ist der technische Vater des P601."

Die Familie des Trabi-Pioniers plant eine öffentliche Trauerfeier. Der Termin dafür soll an diesem Freitag bekanntgegeben werden.

cst/dpa



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insgesamt 54 Beiträge
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Seite 1
elbgeistDD 18.06.2013
1. ...
Es ist eine traurige Nachricht, aber es ist angenehm daß sie auch SPON wert ist sie zu bringen. Ergänzen könnte man noch seinen Ärger mit den "Oberen" die ihn nach der abgebrochenen Entwicklung des Trabant 603 nach Ludwigsfelde zwangsversetzten. Mit dem Erfolg daß es auch da 1971 eine komplette Neuentwicklung als Nachfolger für den W50 gab - sie wurde genauso eingestampft...
meinname 18.06.2013
2. optional
Das war die Zeit, in der noch richtig gute Autos entwickelt wurden und nicht wie heute kurzlebige Wegwerfartikel.
damtschweli 18.06.2013
3.
Zitat von elbgeistDDEs ist eine traurige Nachricht, aber es ist angenehm daß sie auch SPON wert ist sie zu bringen. Ergänzen könnte man noch seinen Ärger mit den "Oberen" die ihn nach der abgebrochenen Entwicklung des Trabant 603 nach Ludwigsfelde zwangsversetzten. Mit dem Erfolg daß es auch da 1971 eine komplette Neuentwicklung als Nachfolger für den W50 gab - sie wurde genauso eingestampft...
Davon wußte ich noch nicht. Ich dachte, der IFA L60 sei die Neuentwicklung, die aus W50 hervorging.
GSchelhase 18.06.2013
4. ***
Mein Beileid den Hinterbliebenen. Er war noch einer von der "Alten Schule". Ich bin gern Trabbi gefahren, da konnte man noch alles selber machen da lohnte sogar mal ein Blick in den Motorraum, was heutzutage unnütz ist.
GMNW 18.06.2013
5. Recherche
"Mit der Vereinigung von Audi und Horch zu den Zwickauer Automobilwerken 1958........" Das sollte die Redaktion doch etwas genauer recherchieren und nicht gediegene Halbwahrheiten verbreiten.
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