Von Jürgen Pander
Sie tragen ihre Goldkettchen gut sichtbar unter dem weit aufgeknöpften Hemd, die Tätowierung ragt unter dem Kragen hervor. Dicke Ringe zieren die schweren Hände, und eine mit Brillanten besetzte Spange bündelt die Geldscheine. Es gibt sie noch, die Männer mit einem ausgeprägten Hang zum extrovertierten - oder sagen wir: protzigen - Auftritt.
Natürlich wäre die Ausstattung nicht komplett ohne einen besonders auffälligen Wagen. Breite Reifen, Front- und Heckschürze bis fast auf den Asphalt und ein Spoiler, der leicht als Picknick-Tisch für sechs Personen dienen könnte, sind Pflichtprogramm. Erlaubt ist, was gefällt - und was der TÜV-Prüfer gerade noch zulässt. Die Grenzen setzt in manchen Fällen nicht der Geschmack, sondern der Geldbeutel.
Bizarr wird es, wenn der Hang zum Auffallen und ein üppiges Budget zusammenkommen. Denn das Auto ist ein ideales Accessoire für sehr reiche Menschen, sich von den weniger Begüterten abzusetzen. Während der Durchschnittsbürger Massenware vom Band fährt, können schwerreiche Profilneurotiker zeigen, was geht, wenn man nur genügend Geld in die Hand nimmt. Sie werden bedient von kreativen Tuning-Spezialisten, die praktisch keine Hemmungen kennen.
Die Experten vergolden, was sich eben noch abschrauben lässt, und verteilen Diamanten, Saphire oder Rubine im und am Auto wie ein Karnevalsprinz Kamellen auf dem Rosenmontagszug in Köln. So entstehen wahre Einzelstücke, von denen durchaus eine eigentümliche Faszination ausgeht.
SPIEGEL ONLINE hat ein paar besonders bemerkenswerte Exemplare ausgewählt.
Mitarbeit: Christian Frahm
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