Auto-Gesetze in Turkmenistan Weiß, weiß, weiß sind alle meine... Wagen

Weiß ist die Lieblingsfarbe von Turkmenistans Präsident Gurbanguly Berdimuhamedow. Sein Wort ist Gesetz - deswegen sollen nur noch helle Fahrzeuge auf den turkmenischen Straßen unterwegs sein. Für Fahrer dunkler Wagen hat die Regierung einen Rat.

Corbis

Aschgabat - In Turkmenistan darf ein Auto jede Farbe haben, solange es weiß ist. Klingt absurd? Medienberichten zufolge ist das mittlerweile Realität in dem zentralasiatischen Staat an der Grenze Afghanistans.

Stellen Sie sich außerdem vor, man würde Ihnen raten, Ihr dunkles Fahrzeug weiß anmalen zu lassen. Würden Sie es tun? Vermutlich nicht. Wären Sie Turkmene, hätten Sie fortan keine Wahl mehr: "Andersfarbigen" Autos wird die Inspektion verweigert. So will der autoritäre Staat in Zentralasien Stück für Stück in neuer Helligkeit erstrahlen.

Die Farbe Weiß ist die Lieblingsfarbe des amtierenden Präsidenten Gurbanguly Berdimuhamedow. Der frühere Zahnarzt hat bereits in der Hauptstadt Aschgabat reichlich weißes Marmor verbauen lassen, er reitet auf weißen Hengsten und zeigt sich bei öffentlichen Auftritten immer häufiger komplett gekleidet in - na, ahnen Sie es? Richtig! - Weiß. Selbstverständlich finden seine Auftritte bevorzugt in weißen Räumen statt oder zumindest vor weißen Blumenarrangements.

Unlängst hat der Präsident seinen offiziellen Fuhrpark farblich umstellen lassen - auf seine Lieblingsfarbe. Zu Terminen reist er neuerdings nur noch in weißen Limousinen. Der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti zufolge wurden bereits im vergangenen Sommer 160 schwarze Mercedes E-Klassen von hohen Beamte und Angestellten durch weiße Fahrzeuge ersetzt.

"Kaufen Sie Autos in weißer Farbe, das bringt viel Glück"

Jetzt sind wohl die Autos der rund 5,3 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung dran. Die Regierung hat mehreren Medienberichten zufolge den Import schwarzer Autos verboten. Künftig sollen in dem zentralasiatischen Binnenstaat nur noch helle Autos auf den Straßen fahren.

Laut dem Radiosender Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) werden außer schwarzen auch dunkelblaue und rote Autos an den Grenzen aufgehalten. Die in Wien sitzende oppositionelle Internetseite chrono-tm.org berichtet, dass Zollbeamte den Importeuren der Fahrzeuge gesagt hätten: "Kaufen Sie Autos in weißer Farbe, die Farbe Weiß bringt viel Glück."

Fahrer dunkler Fahrzeuge werde geraten, ihre Fahrzeuge umzulackieren. RFE/RL zufolgee kostet das in Turkmenistan je nach Fahrzeug zwischen 800 und 1000 US-Dollar. Zum Vergleich: Das monatliche Durchschnittseinkommen beträgt dort rund 200 US-Dollar.

Offiziell heißt es von Regierungsseite, nicht die persönliche Vorliebe des Präsidenten sei Grundlage der Entscheidung. Vielmehr sorgten dunkle Farben für verheerende Auswirkungen bei dem in Turkmenistan herrschendem subtropischen Wüstenklima, so berichtet RFL/RL.

smh

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insgesamt 50 Beiträge
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Seite 1
catho 30.01.2015
1. Bei der CSU...
...würde man in so einem Fall einfach eine Farbmaut einführen. Für Mercedes hat sich die grenzenlose Weiß-heit des Präsidenten aber auf jeden Fall schon mal gelohnt.
newline 30.01.2015
2. Wenn man dies liest
lernt man die Vorzüge der Demokratie schätzen. Es ist gut, eine Wahl zu haben, nicht nur bei der Farbe des Autos.
axelkli 30.01.2015
3.
In Deutschland scheint es die inoffizielle Vorgabe zu geben, alle Autos in silbermetallic lackieren zu lassen.
friedenspfeife 30.01.2015
4. Welche Farbe ist die
Lieblingsfarbe von Frau Merkel? Man muss sich ja rechtzeitig vorm naechsten Neuwagenkauf informieren.
mikesch0815 30.01.2015
5. Na und?
Hier fährt doch nahezu jeder in Silber... ist auch nicht anders...
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