Unfall mit Robo-Auto Uber einigt sich mit Familie des Unfallopfers

Während die Untersuchungen zum tödlichen Unfall mit einem Uber-Roboterauto noch laufen, hat sich der Fahrdienstanbieter nun mit den Hinterbliebenden auf einen Vergleich geeinigt.

Ausschnitt aus der Videoaufzeichnung des Uber-Fahrzeugs kurz vor dem Unfall.
REUTERS

Ausschnitt aus der Videoaufzeichnung des Uber-Fahrzeugs kurz vor dem Unfall.


Rund zwei Wochen nach dem tödlichen Unfall mit einem autonom fahrenden Auto des Fahrdienstes Uber haben sich die Hinterbliebenen des Unfallopfers, auf einen Vergleich geeinigt. Die Angelegenheit sei beigelegt, teilte die Anwältin der Familie am Donnerstag mit. Details der Vereinbarung mit dem Fahrdienstvermittler wurden nicht genannt. Die Tochter und der Ehemann der Verunglückten würden sich nicht weiter dazu äußern, erklärte ihre Anwältin Cristina Perez Hesano. Von Uber gab es zunächst keine Stellungnahme.

Der Roboterwagen hatte die 49-jährige am 18. März bei einer nächtlichen Testfahrt in der Stadt Tempe im US-Bundesstaat Arizona überfahren. Der Fall heizt die Debatte über die Sicherheit des autonomen Fahrens weiter an und bringt Uber unter Druck. Weiterhin unklar ist, warum der Wagen weder abbremste noch auswich, obwohl die Sensoren die Fußgängerin, die ein Fahrrad über die Straße schob, erkannt haben müssten, ist bislang ungeklärt. Nach Angaben eines Automobilzulieferers sollen die vom Werk aus verbauten Sicherheitsysteme des Volvo XC90 ausgeschaltet gewesen sein. Der US-Bundesstaat Arizona untersagte Uber bis auf weiteres die Tests autonomer Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen.

ene/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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ex-optimist 30.03.2018
1. Ablasshandel
Wenn man nur reich genug ist, kann man sich von Allem frei kaufen? Ein strafrechtlicher Prozess folgt hoffentlich noch?
jens109 30.03.2018
2. Vertrauen bildende Maßnahme
Im Ersten Moment hieß es das Auto sei nicht Schuld. Warum muss Über sich dann auf einen Vergleich einigen und sich freikaufen? Dann heißt es die Person wurde von den Sensoren erkannt aber das Auto hat nicht gebremst. Also alles sehr undurchsichtig. Solange es die Hersteller nicht schaffen das Fahrlicht korrekt automatisch einzuschalten glaube ich ich nicht an autonomes Fahren. Die Frage nach der Schuld und Verantwortung wird auch mir Geld gelöst. So wird das nix.
vitalik 30.03.2018
3.
Zitat von jens109Im Ersten Moment hieß es das Auto sei nicht Schuld. Warum muss Über sich dann auf einen Vergleich einigen und sich freikaufen? Dann heißt es die Person wurde von den Sensoren erkannt aber das Auto hat nicht gebremst. Also alles sehr undurchsichtig. Solange es die Hersteller nicht schaffen das Fahrlicht korrekt automatisch einzuschalten glaube ich ich nicht an autonomes Fahren. Die Frage nach der Schuld und Verantwortung wird auch mir Geld gelöst. So wird das nix.
Ach Leute (Kommentar 1 und 2), versteht Ihr wirklich das Rechtssystem nicht? Es ist übrigens in den USA und Deutschland sehr ähnlich. Die Zahlung von Uber verhindert einen zivilrechtlichen Prozess. Also die Ansprüche der Hinterbliebenen an Uber. Den Zivilprozess gibt es in den USA und auch bei uns, aber mit dem kleinen Unterschied, dass bei uns die Zahlung eher bei 10.000 € liegen würde, während in den USA auch Mal 10 Mio gezahlt werden. Der Vergleich mit der Familie hat aber nichts mit einem Strafrechtlichen Prozess zu tun. Da hier die Anklage vom Staatsanwalt kommt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass hier eine Anklage erhoben wird.
jens109 30.03.2018
4. Rechtssystem
Ich verstehe tatsächlich nichts vom Rechtssystem, weder von deren noch von unserem. Ich hatte da noch keine Berührungspunkte. Ich bin jedoch gespannt wer im Fall einer Strafanklage für Uber auf der Anklagebank sitzen wird: Der Sicherheits- MItfahrer, der technisch verantwortliche Ingenieur der die Systeme von Volvo deaktiviert hat oder gar der Chef von Uber - wohl kaum. Ich finde jedenfalls bedenklich das, nach meinem begrenzten Wissen, diese Frage nicht geklärt wurde BEVOR solche Testfahrten im öffentlichen Raum stattfinden.
Flari 30.03.2018
5.
Zitat von jens109Ich verstehe tatsächlich nichts vom Rechtssystem, weder von deren noch von unserem. Ich hatte da noch keine Berührungspunkte. Ich bin jedoch gespannt wer im Fall einer Strafanklage für Uber auf der Anklagebank sitzen wird: Der Sicherheits- MItfahrer, der technisch verantwortliche Ingenieur der die Systeme von Volvo deaktiviert hat oder gar der Chef von Uber - wohl kaum. Ich finde jedenfalls bedenklich das, nach meinem begrenzten Wissen, diese Frage nicht geklärt wurde BEVOR solche Testfahrten im öffentlichen Raum stattfinden.
Welchen juristischen(!) Grund sollte es geben, strafrechtlich gegen Uber oder die "Begleitperson" vorzugehen? Das regelwidrige Verhalten lag eindeutig bei der Fussgängerin.
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