Unfall mit Robo-Auto Fahrerin soll Castingshow auf Handy geschaut haben

Eine 49-jährige Passantin starb beim Unfall mit einem autonomen Uber-Wagen. Nun gab die Polizei bekannt: Die Sicherheitsfahrerin hätte den Unfall noch verhindern können - war aber anscheinend abgelenkt.

Ausschnitt aus der Videoaufzeichnung des Uber-Fahrzeugs kurz vor dem Unfall.
REUTERS

Ausschnitt aus der Videoaufzeichnung des Uber-Fahrzeugs kurz vor dem Unfall.


Der tödliche Unfall eines selbstfahrenden Uber-Autos im US-Bundesstaat Arizona war nach Erkenntnissen der Polizei "vollkommen vermeidbar". Die am Steuer sitzende Kontrollfahrerin habe wiederholt nach unten geschaut statt auf die Straße, heißt es in einem mehr als 300 Seiten langen Bericht der Ermittler.

Demnach soll die Frau auf ihrem Smartphone die Talentshow "The Voice" gestreamt haben, bevor der Unfall passierte. Erst eine halbe Sekunde vor dem tödlichen Zusammenstoß mit einer 49-Jährigen, die im Dunkeln abseits des Zebrastreifens ihr Fahrrad über die Straße schob, habe die Fahrerin aufgeschaut und abgebremst.

Kurz nach dem Unfall hatte die Kontrollfahrerin ausgesagt, die Passantin sei "aus dem Nichts" aufgetaucht. Die Ermittler kalkulierten nun jedoch, dass eine aufmerksame Fahrerin den Wagen noch rechtzeitig zum Stehen hätte bringen können. Die Staatsanwaltschaft müsse nun über eine Anklage entscheiden. Die Fahrerin war für die Nachrichtenagenturen Reuters und AP nicht zu erreichen. Uber wollte sich nicht äußern.

Laut einem Zwischenbericht der Nationalen Behörde für Transportsicherheit (NTSB), die den Fall ebenso untersucht, erklärte die Uber-Mitarbeiterin, sie habe weder ihr Privat- noch ihr Diensthandy während des Unfalls benutzt, sondern nach unten auf den Überwachungsbildschirm des Wagens geblickt. Uber verbietet den Sicherheitsfahrern die Handynutzung, wenn sie mit einem autonomen Auto auf öffentlichen Straßen unterwegs sind.

Das Unglück befeuerte die Debatte über die Sicherheit des autonomen Fahrens. Der Unfallwagen, ein Volvo XC90, verfügt über ein eigenes Notbremssystem. Laut NTSB war dieses jedoch ausgeschaltet, da der Wagen bei der Uber-Testfahrt unter Kontrolle des Computers stand. Uber verlasse sich in dieser Konstellation auf den Sicherheitsfahrer. Unklar bleibt, warum die Sensoren des Wagens im autonomen Modus die Passantin in der Dunkelheit offenbar gar nicht erkannten.

hut/Reuters/AP

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