Crash von Roboterauto Uber kämpfte seit Monaten mit Problemen

Das Roboterwagen-Programm von Uber hatte offenbar schon vor dem tödlichen Crash Schwierigkeiten. Laut "New York Times" mussten menschliche Fahrer häufiger als geplant die Kontrolle übernehmen.

Selbstfahrendes Auto von Uber
AFP

Selbstfahrendes Auto von Uber


Der verheerende Unfall eines autonomen Fahrzeugs von Uber hat womöglich eine längere Vorgeschichte. Laut "New York Times" waren dem Fahrdienst bereits seit Monaten immer wieder Probleme bei seinem Roboterwagen-Programm aufgefallen.

Die selbstfahrenden Autos hätten unter anderem Schwierigkeiten bei Baustellen und neben Sattelschleppern gehabt, berichtet die Zeitung unter Berufung auf interne Unterlagen des Fahrdienst-Vermittlers. Außerdem hätten menschliche Sicherheitsfahrer häufiger als angestrebt die Kontrolle übernehmen müssen.

Trotz der Probleme seien Mitarbeiter angespornt worden, das Roboterwagen-Programm voranzutreiben, berichtet die "New York Times". Uber-Chef Dara Khosrowshahi hatte für April einen Besuch in Arizona geplant, die dortigen Mitarbeiter wollten ihn offenbar mit einer autonomen Testfahrt beeindrucken.

Ein Uber-Roboterwagen hatte am vergangenen Wochenende bei einer nächtlichen Testfahrt in Tempe im US-Bundesstaat Arizona eine Frau getötet, die die Straße überquerte. Es war der erste tödliche Unfall mit einem selbstfahrenden Auto.

REUTERS

Von der Polizei veröffentlichte Videoaufnahme von Kameras des Fahrzeugs werfen die Frage auf, warum die Sensoren die Fußgängerin, die ein Fahrrad schob, nicht rechtzeitig bemerkt zu haben scheinen.

Der Wagen bremste der Polizei zufolge nicht ab und versuchte auch nicht, auszuweichen. Zudem scheint der Mensch am Steuer unmittelbar vor dem Aufprall nicht auf die Straße zu achten, sondern auf etwas unterhalb des Armaturenbretts zu schauen.

ssu/dpa



insgesamt 42 Beiträge
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muskat51 24.03.2018
1. in meiner Kindheit
wurde eine Roboterethik erfunden, nach der Roboter keine Menschen töten dürfen. Scheint sich nicht durchgesetzt zu haben. Menschenleben spielen wohl keine Rolle mehr, wenn es um die Entwicklung neuer Möglichkeiten geht, die eigene Geldgier besser zu befriedigen. Wenn hier keine rechtliche Aufarbeitung mit Signalwirkung gelingt, wird der Straßenverkehr durch die Einführung rollender Roboter bestimmt nicht sicherer (warum gute Software, wenn ich auch mit mieser durchkomme?). Wie sieht eigentlich die Unfallstatistik aus, wenn man Roboterautos mit menschgefahrenen auf der Basis der tatsächlich gefahrenen Kilometer (Meilen) vergleicht? Ich bin nicht begeistert, wenn künftig jeder, auch Kinder und die Tiere des Waldes nur noch mit Peilsender auf die Straße dürfen.
53er 24.03.2018
2. Wie gehabt,
Transparenz ist nicht mehr en vogue. Minimale Erfolge werden mit einem riesen Bohei publiziert. Misserfolge darf es offiziel nicht geben, es könnte ja sein, dass das Publikum Zweifel bekommen könnte. Die Quintessenz daraus heißt: Wirtschaft und zunehmend auch Politik wollen die Meinung und das Wissen der Bevölkerung in eine, für ihre Zwecke, genehme Richtung zwingen. Der Mensch und Verbraucher darf sich nicht mehr seine eigene Meinung bilden, er soll nur glauben, dass es seine eigene Meinung ist. Marketing ersetzt Realität.
mohsensalakh 24.03.2018
3. Die Prolls von der Autoindustrie scheinen es nicht zu begreifen!
Die Erde hat gerade ein großes Problem mit Autos und ihren Abgasen und die Autoindustrie und co. sieht die Lösung in "Selbstfahrende Autos"! Übrigens lieber SPON: Das war nicht das erste Unfall von Selbstfahrenden Autos mit einem menschlichen Opfer sondern bereits das zweite. Beim ersten Unfall übersah der Testwagen einen LKW und fuhr auf ihn zu - der Fahrer der Testwagen starb. Das solche Spassvögel dort überhaupt die Genehmigung bekommen eine nicht reife Technik im Stadtverkehr zu testen, zeigt wie steinzeitlich primitiv das amerikanische politische System tatsächlich ist.
kain1 24.03.2018
4. Nachts auf einer Straße = Tod ?
Mit der Testfahrt dürfte Uber dem autonomen Fahren einen Bärendienst getan haben. Ein Radfahrer bzw. Fußgänger muss auch nachts ein recht auf Leben haben. Es kann nicht sein das man ein unausgereigftes System (LIDAR hat Probleme bei Dunkelheit) auf weiche Verkehrsteilnehmer losläßt. Aber warum auch die "normale", Kamera gesteuerte, Software nicht reagiert hat dürfte die spannenste Frage sein. Der theoretische Vorteil, dass die autonomen Autos sofort reagieren können scheint hier gar nicht funktioniert zu haben. Das Auto hat nicht verzögert oder irgendwie reagiert... Oder ist Uber noch nicht soweit, dass es Objekte ungleich andere Autos richtig erkennen kann ?
PX3752 24.03.2018
5. @53er
"Misserfolge darf es offiziel nicht geben, es könnte ja sein, dass das Publikum Zweifel bekommen könnte." Falsch. Misserfolge darf es deswegen nicht geben, weil sie sofort und meist völlig überzogen ausgeschlachtet werden, was Unternehmen ruinieren und tausende Jobs kosten kann. Es war schon immer so und wird auch immer so bleiben, dass man Fehler machen muss, um zu lernen. Und weil das Auto noch nicht fertig entwickelt war, ist es nun automatisch schuld am Unfall. Die Einschätzung der Polizei, dass weder Mensch noch Maschine der plötzlich auftauchenden Frau hätten ausweichen können, verhallt unbeachtet. Stattdessen drischt man nun auf die Entwickler ein. Das ist mir völlig unbegreiflich. Auch wie man allen Ernstes davon ausgehen kann, dass es Forschung und Entwicklung ohne Misserfolge und Rückschläge gibt, ist mir ein Rätsel. Wir benötigen neue Technologien, um effizienter und emissionsärmer zu werden - damit auch woanders nicht Hunderttausende an den Folgen des Klimawandels sterben. Die Woanders-Menschen sind nämlich auch wichtig! Nicht nur wir. Dass es im Laufe der Entwicklung dieser Technologien bei uns zu einzelnen Verlusten kommt, ist sehr tragisch. Es ist ebenfalls ein nicht zu verhindernder Fakt, der auch mit viel moralischem Geplärr nicht wegdiskutiert werden kann.
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