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20. Dezember 2012, 17:00 Uhr

Überprüfung von Autos

EU-Verkehrsminister stoppen jährliche Hauptuntersuchung

Deutschlands Autofahrern bleiben häufigere Hauptuntersuchungen erspart. Eine Mehrheit der Verkehrsminister der EU-Mitgliedstaaten sprach sich gegen den Vorschlag der Kommission aus, jährliche Prüfungen für ältere Autos einzuführen. Das teilte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer mit.

Berlin - Die umstrittenen Pläne der EU-Kommission zur Verkürzung der Fristen der Hauptuntersuchung bei älteren Autos sind vom Tisch. Der europäische Verkehrsministerrat in Brüssel milderte die Pläne ab, so dass die deutsche Praxis im Wesentlichen weiter gelten kann. Dies teilte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Donnerstag mit.

Für die Hauptuntersuchung sollen in ganz Europa folgende Fristen gelten: Die erste Untersuchung steht spätestens vier Jahre nach der Erstzulassung an. In Deutschland kann es demnach bei der derzeitigen Drei-Jahres-Frist bleiben. Danach folgen Untersuchungen im Abstand von mindestens zwei Jahren.

"Jährliche TÜV-Untersuchungen sind damit vom Tisch", sagte Ramsauer und bescheinigte sich selbst einen "wesentlichen Verhandlungserfolg".

Ramsauer betonte, die deutschen Regelungen hätten sich bewährt. "Die ursprünglichen Pläne aus Brüssel hätten für viele Autofahrer nicht mehr Verkehrssicherheit, sondern lediglich mehr Bürokratie und höhere Kosten bedeutet."

Dem ersten Vorschlag der Kommission zufolge sollten Autos und Motorräder ab sieben Jahren jährlich zur TÜV-Hauptuntersuchung vorgeführt werden. Eine jährliche technische Kontrolle hätte nach ADAC-Angaben mehr als die Hälfte der rund 43 Millionen deutschen Pkw betroffen. Bei einer durchschnittlichen Prüfgebühr von etwa 60 Euro hätten sich nach Berechnungen des Clubs Mehrkosten von über 630 Millionen Euro pro Jahr ergeben.

rom/dapd

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