Berlin - Darüber wird sich Dirk Niebel freuen: Laut einer Umfrage unterstützen 63 Prozent der Deutschen die Forderung des Entwicklungsministers, den Verkauf von E10 zu stoppen. Dagegen wollen nur 12 Prozent, dass der Biosprit weiterhin angeboten wird. Diese Zahlen ermittelte die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer bei einer Umfrage unter 1154 wahlberechtigten Bürgern.
Aber nicht nur moralischen Bedenken machen E10 unbeliebt: Laut der Umfrage sprachen sich weitere 20 Prozent der Befragten auch aus anderen Gründen gegen den Biokraftstoff aus. 5 Prozent gaben an, zu dem Thema keine Meinung zu haben.
Absatz von E10 stieg zuletzt
Der FDP-Politiker hat mit seiner Kritik eine heftige Debatte um den Biosprit ausgelöst. Die Forderung nach einem Verkaufsstopp begründet er damit, dass durch den Anbau von Getreide zur Herstellung von Biosprit die derzeitige Lebensmittelkrise verschärft werde. Auf EU-Ebene will sich Niebel dafür einsetzen, dass die starren Beimischungsregeln von Biokraftstoff in Benzin bei Nahrungskrisen gelockert werden.
Zuletzt hatte der Absatz von E10 an deutschen Tankstellen noch zugelegt. Seit Monaten steigen die Verkaufszahlen, im Juli lag der Anteil am Benzinabsatz bei 14,3 Prozent. Die Biospritbranche betont, nur 4 Prozent der deutschen Getreideproduktion gingen in die Ethanolherstellung. Ein E10-Stopp hätte deswegen keine nennenswerten Effekte für die Lebensmittelpreise. Auch das Bundesumweltministerium sieht laut einer Stellungnahme keinen Anlass, die derzeitige Biokraftstoff-Strategie zu überdenken.
cst/dpa
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