Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Ranking des VCD: Das sind die umweltfreundlichsten Autos

VW und Toyota streiten seit Jahren um den Titel des umweltfreundlichsten Autos. Die renommierte Liste des ökologisch orientierten Verkehrsclubs Deutschland (VCD) kürt nun den diesjährigen Sieger - ein Elektroauto ist es nicht geworden.

Toyota und Volkswagen liefern sich seit Jahren einen Zweikampf um den Titel "größter Autokonzern der Welt" - und auch in der Auto-Umweltliste des Verkehrsclubs VCD rangeln beide Konzerne um die Spitzenposition: 2012 und 2013 wurde der Erdgas-Kleinwagen VW Eco Up als Gesamtsieger ausgezeichnet, in diesem Jahr jedoch hat sich das Hybridmodell Lexus CT 200h aus dem Toyota-Konzern wieder auf Platz eins geschoben.

Das Umweltengagement der Hersteller erfolgt nicht ganz freiwillig. Immer strenger werdende Gesetze zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) zwingen die Autobauer, den Spritdurst ihrer Modelle zu zügeln. Ansonsten drohen in der EU Strafzahlungen. Ab 2021 gilt für alle Neuwagen in der EU ein durchschnittlicher CO2-Ausstoß von 95 Gramm.

Bereits 2011 lag der Lexus vorn, damals noch mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 87 Gramm je Kilometer; dieser Wert wurde nun durch rollwiderstandsarme Reifen und eine verbesserte Aerodynamik auf 82 g/km gedrückt - und damit schob sich das japanische Modell wieder am baugleichen Erdgas-Trio VW Eco Up, Seat Mii Ecofuel und Skoda Citigo CNG vorbei.

Hier geht es zum Ranking.

Die Top-Ten-Modelle der umweltfreundlichsten Autos liegen eng beieinander. Es dominieren Fahrzeuge mit Hybrid- oder Erdgasantrieb, und es gibt unter den saubersten Autos keines mit einer wirklich neuen Technologie.

Fotostrecke

12  Bilder
VCD Auto-Umweltliste: Hybrid vor Gas und Diesel
Die für die Rangfolge der Autos wesentliche Punktzahl wird mithilfe der offiziellen Daten der Fahrzeughersteller und mit den auch für die Kfz-Steuer maßgeblichen Daten des Kraftfahrt-Bundesamts berechnet. In die Gesamtnote fließen folgende Parameter ein:

  • der CO2-Ausstoß (zu 60 Prozent),
  • die Lärmemissionen (20 Prozent),
  • sowie der Ausstoß von Feinstaub und Stickoxiden (20 Prozent).

Von zehn möglichen Punkten erreichte der Lexus CT 200h 8,08, die Volkswagen-Erdgas-Drillinge je 8,03 und der drittplatzierte Kompaktwagen Peugeot 308 1.6 Blue HDI mit einem Dieselmotor, der die Euro-6-Abgasnorm erfüllt, 7,90 Punkte. Vom Kauf des letztgenannten Modells allerdings rät der VCD ab, weil das Auto das neue Kältemittel für Klimaanlagen R1234yf enthält. Die Substanz ist zwar weitaus klimafreundlicher als das bislang übliche Kältemittel und entspricht der aktuellen EU-Gesetzgebung, setzt aber im Brandfall lebensgefährliche Flusssäure frei.

Insgesamt führt die VCD-Umweltliste 400 Automodelle auf - mit Benzin-, Diesel-, Hybrid-, Erdgas- und Flüssiggasantrieb - und natürlich gibt es nicht das eine, ideale Auto für alle Gelegenheiten. Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, sagt: "Wer beispielsweise regelmäßig viele Kilometer auf der Autobahn unterwegs ist, für den wäre ein Hybridfahrzeug keine gute Lösung, sondern eher ein Erdgasauto oder ein Fahrzeug mit modernem Euro-6-Dieselmotor."

E-Mobile werden nicht gelistet

Reine Elektrofahrzeuge tauchen bislang noch nicht in der Auto-Umweltliste auf. Der Grund laut VCD: "Die widersprüchlichen Daten zum Energieverbrauch und zur Reichweite geben keine ausreichende Grundlage für eine Bewertung und ein Ranking."

Dafür wurde das Umweltengagement der Hersteller bewertet, vor allem der Einsatz von sauberen Technologien. In diesem Ranking führt Daimler vor VW, Ford, Peugeot-Citroën und Toyota. Daimler konnte vor allem mit dem Versprechen punkten, ab 2016 CO2 in Klimaanlagen einzusetzen. Anders als bei den Abgasen gilt Kohlendioxid als Kältemittel als besonders umweltfreundlich.

jüp

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 44 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. R1234yf OMG!
alex300 13.08.2014
Zitat: Kompaktwagen Peugeot 308 1.6 Blue HDI mit einem Dieselmotor, der die Euro-6-Abgasnorm erfüllt, 7,90 Punkte. Vom Kauf des letztgenannten Modells allerdings rät der VCD ab, weil das Auto das neue Kältemittel für Klimaanlagen R1234yf enthält. Die Substanz ist zwar weitaus klimafreundlicher als das bislang übliche Kältemittel und entspricht der aktuellen EU-Gesetzgebung, setzt aber im Brandfall lebensgefährliche Flusssäure frei. ---------- Aus Wiki: Flusssäure ist ein starkes Kontaktgift. Ihre Gefährlichkeit wird dadurch erhöht, dass sie wegen ihrer hohen Lipidlöslichkeit von der Haut sofort resorbiert wird. Dadurch ist eine Verätzung tieferer Gewebeschichten und sogar der Knochen möglich, ohne dass die Haut äußerlich sichtbar verletzt ist. Durch sofortiges Unterspritzen des kontaminierten Gewebes mit Calciumgluconat-Lösung kann einem tieferen Eindringen entgegengewirkt werden. Eine handtellergroße Verätzung durch 40-%-ige Flusssäure ist in aller Regel durch resorptive Giftwirkung tödlich. Besonders tückisch ist, dass ein warnender Schmerz oft erst mit einer Verzögerung von mehreren Stunden auftritt. Schmerzstillende Mittel, selbst Betäubungsmittel wie Morphin und Fentanyl, sind hierbei fast wirkungslos. Im schlimmsten Fall muss die Gliedmaße oder ein großer Teil davon aufgrund der tödlichen Wirkung von Flusssäure amputiert werden. Neben der ätzenden Wirkung trägt zur Gefährlichkeit von Flusssäure bei, dass die Fluoridionen den Calcium- und Magnesiumstoffwechsel blockieren und wichtige Enzyme hemmen. Dies führt zu akut bedrohlichen Stoffwechselstörungen, die unter multiplem Organversagen tödlich verlaufen können.[8] Flusssäure schädigt auch das Nervensystem.
2. Witzig wie dieser co2 schwachsinn immer noch geglaubt und verbreitet wird...
thayo 13.08.2014
Die Erd-Atmosphäre enthält derzeit nur 0,038 % (Null Komma Null Drei Acht Prozent) Kohlendioxid (CO2); das heißt, weniger als vier von 10.000 Atmosphären-Molekülen sind CO2. Davon sind lediglich ca. 4 % (vier Prozent) künstlichen Ursprungs, nämlich 0,00152 % (Null Komma Null Null Eins Fünf Zwei Prozent). Von diesen 4 % werden 3,1 % (Drei Komma Eins Prozent) von der „BRD“ emittiert, das sind total 0,00004712 % (Null Komma Null Null Null Null Vier Sieben Eins Zwei Prozent). Die erzwungene unsinnige Reduzierung dieses lächerlichen Anteils kostet den arbeitenden deutschen Steuerzahler 50.000.000.000 (fünfzig Milliarden) Euro! Dann also auf! Neues Auto kaufen! Haus renovieren! Damit die Leute, die diesen Unsinn in die Welt gesetzt haben, noch mehr Kohlen machen.
3. Euphemismus
chilip 13.08.2014
Ich weiss, es hat sich inzwischen im Sprachgebrauch so eingebuergert, aber es gibt keine "umweltfreundlichen" Autos. Und daher bestimmt auch keine "umweltfreundlichsten". Ein netter, marktwirtschaftlich getoenter Euphemismus. Korrekterweise sollte es heissen: "weniger umweltschaedlich".
4. Bitte kein Ranking mehr!
kenterziege 13.08.2014
Zitat von sysopLexusVW und Toyota streiten seit Jahren um den Titel des umweltfreundlichsten Autos. Die renommierte Liste des ökologisch orientierten Verkehrsclubs Deutschland (VCD) kürt nun den diesjährigen Sieger - ein Elektroauto ist es nicht geworden. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/umweltfreundlichste-autos-in-der-vcd-liste-toyota-und-vw-vorn-a-985735.html
Mit dem Ranking setzt sich nur dieser ominöse VCD in Szene. Das ist der Club, der befissene Renter in die Autohäuser schickt, um zu prüfen, ob an jedem ausgestellten Fahrzeug die CO2-Angabe in vertretbar großen Lettern angegeben ist. Dann schleichen die sich wieder heimlich davon und generieren eine zahlungsbewehrte Abmahnung. Tolles Geschäftsmodell unter dem Label "Umwelt"!
5. Och Joh!
Dr.Fuzzi 13.08.2014
Das sind inzwischen pure Marketing-Gag's, leider von den erstellenden Sesselpuper scheinbar ernst gemeint, ohne jeden Sinn und Tiefgang. So wird insbesondere bei den Hybrid-Autos, die Problematik der Batterien in Bezug auf Herstellung, Haltbarkeit und Entsorgung, völlig außer Acht gelassen. Abgesehen davon, wage ich zu bezweifeln, das diese Fahrzeuge 300.000 km oder 20 Jahre ohne größere Instandsetzungsarbeiten durchhalten werden. Wobei Instandsetzung heute eher mit Teiletauschen gleichzusetzen ist. Da wird es mit der Umweltfreundlichkeit im erst später möglichen realen Vergleich der Haltbarkeit zu heute 20 Jahre älteren Fahrzeugen schon sehr eng und äußert fragwürdig!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Facebook

Förderung umweltfreundlicher
Autos in Europa
Hintergrund und Berechnungsgrundlage
Weltweit subventionieren etliche Länder saubere Autos. In China winken umgerechnet 6500 Euro, in den USA zwischen 1800 und 5300 Euro und in Japan sogar bis zu 11.500 Euro. In Deutschland gibt es bislang keine Förderung. Wie und wo in Europa Autos mit besonders geringem CO2-Ausstoß bezuschusst werden, zeigt die Zusammenstellung von SPIEGEL ONLINE. Als Referenzmodell bei Steuervergleichen diente ein Mercedes B 180 mit einem CO2-Ausstoß von 152 g/km.

Österreich
Österreich: Befreiung von der einmaligen Verbrauchsabgabe (1602 Euro) und der Kfz-Steuer (403 Euro pro Jahr).
Norwegen
Fahrer von Elektroautos dürfen die Bus- und Taxispuren benutzen, und zudem sind alle Parkplätze kostenfrei.
Italien
1500 Euro Zuschuss für ein privat genutztes Elektroauto. Bei gewerblichen Fahrzeugen steigt der Bonus auf 4000 Euro. Stufenweiser Rabatt auf Kfz-Steuer in den ersten fünf Jahren (219 Euro pro Jahr).
Irland
50 Prozent Steuernachlass oder 2500 Euro Zuschuss für Fahrzeuge mit Hybrid- oder Flexfuel-Antrieb.
England
Ab 2011 sollen Käufer von Elektroautos mit einer Summe zwischen umgerechnet 2300 und 5000 Euro unterstützt werden - zunächst ist die Subvention begrenzt bis 2016.
Frankreich
2000 Euro Bonus für Hybrid-, Erd- oder Flüssiggasantrieb mit weniger als 140 g/km CO2-Ausstoß. 5000 Euro für alle Fahrzeuge mit weniger als 60 g/km. Gewerbliche Fahrzeuge werden zudem von der Dienstwagensteuer befreit (1250 Euro pro Jahr).

Welche Typen von Elektroautos gibt es?
Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Model S, VW E-Up, VW E-Golf, Renault Zoe, BMW i3, Ford Focus Electric, Nissan Leaf, Mercedes B-Klasse E-Drive
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Toyota Prius+, VW Golf GTE, Porsche Panamera S E-Hybrid, Porsche 918 Spyder, Volvo V60 PiH, BMW i8
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Hyundai ix35, Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz), Toyota Mirai
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera (baugleich mit Chevrolet Volt), BMW i3 (optional mit Benzinmotor)

Im ABC finden Sie Erklärungen zu allen wichtigen Stichworten von Auto- oder Flüssiggas bis Wasserstoff:



Aktuelles zu