Umweltzonen 1,7 Millionen Autos zu alt für Plakette

Die Einführung der Umweltzonen dürfte viele Deutsche teuer zu stehen kommen. Nach Einschätzung des ADAC sind gut 1,7 Millionen Wagen zu alt für eine Feinstaubplakette. Deren Fahrer haben nur zwei Optionen: ein neues Auto kaufen oder die Innenstädte beständig umfahren.


Saarbrücken - 740.000 Benziner und 960.000 Diesel-Fahrzeuge erfüllen nicht die Vorgaben für den Erhalt einer der drei notwendigen Feinstaubplaketten, berichtet die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf Erhebungen des Automobilclubs ADAC.

Umweltzone: 1,7 Millionen Autos müssen draußen bleiben
DPA

Umweltzone: 1,7 Millionen Autos müssen draußen bleiben

Bei den meisten dieser Fahrzeuge lohne sich keine Nachrüstung mehr, schreibt die Zeitung weiter. Wollen die Besitzer die Umweltzonen passieren, müssten sie sich wohl oder übel ein neues Fahrzeug anschaffen.

Weil die Belastung durch Autoabgase in Metropolen besonders hoch ist, hat die Europäische Union (EU) Abgasgrenzwerte erlassen. Um deren Einhaltung sicherzustellen, planen bislang 20 deutsche Städte, Gemeinden und Kommunen ab kommendem Jahr sogenannte Umweltzonen.

Die Zonen sind durch Schilder an den Einfahrten gekennzeichnet. Ab 1. Januar 2008 werden Berlin, Köln und Hannover ihre Innenstädte für Rußschleudern weitgehend dicht machen. Betroffen von den lokalen Fahrverboten sind vor allem ältere Diesel-Fahrzeuge, die keinen Nachrüst-Filter besitzen.

Laut Einschätzung des Stuttgarter Oberbürgermeisters Wolfgang Schuster (CDU) droht bundesweit elf Millionen Autos ein Fahrverbot - das wäre jeder fünfte Wagen. Das Bundesumweltministerium geht von 8,4 Millionen Fahrzeugen aus, darunter etwa sechs Millionen Autos mit Otto-Motoren und 2,4 Millionen Diesel-Fahrzeuge. Sie alle erhalten ohne eine Nachrüstung ihrer Abgasfilter keine Plakette, die Fahrten in einer Umweltzone erlaubt.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet durch deren Einführung mit Bewegung auf dem Automarkt: Die bisherigen Halter müssten ihre Fahrzeuge umrüsten oder auf jüngere Gebrauchtwagen zugreifen, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann der "Saarbrückener Zeitung".

ssu/AP/AFP/ddp



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