Kritik der Umwelthilfe Zu wenig Kontrollen in Umweltzonen

Zwei Drittel der Kommunen kontrollieren den Verkehr in den Umweltzonen kaum oder gar nicht - das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Deutschen Umwelthilfe. Den Städten Bonn und Köln wirft die Organisation gar "Totalverweigerung" vor.

Hinweis auf Umweltzone in Köln (Archivbild): "Bei manchen Städten grenzt das Kontrollverhalten an Totalverweigerung"
dpa

Hinweis auf Umweltzone in Köln (Archivbild): "Bei manchen Städten grenzt das Kontrollverhalten an Totalverweigerung"


Berlin/Düsseldorf - Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will gegen zahlreiche Städte klagen, um schärfere Kontrollen der Umweltzonen durchzusetzen. Diese seien ungenügend. Rund zwei Drittel der Kommunen hätten die Zone gegen Feinstaub zwar formell eingeführt, "in der Praxis ist sie aber nicht mehr als ein Alibi, weil der Verkehr kaum oder gar nicht kontrolliert wird", sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch der "Westdeutschen Zeitung". Die Studie der Organisation wird am Montag in Berlin vorgestellt.

Vor allem Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg kommen in der Untersuchung dem Zeitungsbericht zufolge schlecht weg. "Bei manchen Städten wie Bonn und Köln grenzt das Kontrollverhalten an Totalverweigerung", so Resch. Auch in Tübingen werde "so gut wie gar nicht" kontrolliert - und das, obwohl in der Stadt der Grüne Boris Palmer Oberbürgermeister ist.

Gute Noten bekommen laut Zeitungsbericht dagegen Berlin und Bremen. Die DUH will nun per Klage schärfere Kontrollen durchsetzen. Viele Städte richteten die Zone zwar auf dem Papier ein, lebten sie aber nicht wirklich, kritisierte Resch. Deshalb müsse der Druck weiter erhöht werden. Insgesamt analysierte die Umwelthilfe den Verkehr in 55 Städten.

Die Wirksamkeit von Umweltzonen ist allerdings umstritten. Im Februar 2012 hatte der SPIEGEL berichtet, dass trotz Umweltzonen sich die Luft in vielen Innenstädten verschlechtert. Der Autoclub ADAC sagt, dass die Auswirkungen auf die Luftqualität vernachlässigbar seien.

In den vergangenen Jahren hatten etliche Kommunen ihre Vorschriften verschärft: Autos ohne grüne oder gelbe Feinstaubplakette dürfen die Umweltzonen, meist in Stadtzentren, nicht mehr befahren. Dadurch soll die Luftqualität verbessert werden. Insbesondere die Belastung mit sogenanntem Feinstaub soll verringert werden. Dieser steht im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen. Welche Plakette (rot, grün oder gelb) man bekommt, hängt von den Schadstoffwerten des jeweiligen Autos ab.

heb/dpa/AFP



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insgesamt 144 Beiträge
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godfather58 29.04.2013
1. Ein offensichtlich schwachsinniger Verein
will eine offensichtlich schwachsinnige Regelung mit Gewalt forcieren. Mehr ist dazu nicht zu sagen.
ilsf 29.04.2013
2. Plakette bringt Geld
Es geht doch nur drum, eine Art Zwangsteuer mehr zu kassieren. Es war schon so bei der G-Kat-Plakette... Die Umwelt interessiert keine Sau bei den Städten. Telefonieren am Steuer oder Radfahrer in der Fußgängerzone wird auch nicht kontrolliert. Manchmal ist die Polizei da und guckt weg.
anon_moppi 29.04.2013
3. optional
mein auto als es gebaut wurde war es sogar vom staat gefördert. und nun ist es total böse, weil es keinen lungengängingen staub produziert ... klar ist das gesünder
mephysio 29.04.2013
4. Umweltzone - was is das denn?
...da hat einer wieder was verdient mit Aufklebern, so wie wir seit Jahrzehnten für das Recyceln mit dem gelben Sack bezahlen: Verpackeung ohne Inhalt....
soldev 29.04.2013
5.
Da das Ganze doch eh ein Farce ist, sind für mich die Totalverweigerer eher die rühmlichen Vorzeigestädte. Das Problem mit alten 'Stinkern' hätte sich doch in wenigen Jahren selbst erledigt ohne so eine dubiose Plakette einzuführen und wenn man Autobahnen und Schnellstrassen aussen vor lässt, muss man sich nicht wundern, wenn bei entsprechender Wetterlage der Mief in Richtung Messstation weht. Also entweder konsequent so etwas für ganz D einführen oder es sein lassen...
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