Nach Unfall auf A19 ADAC stuft Fernbusse als sicher ein  

Mehr als 20 Millionen Fahrgäste sind jährlich in Deutschland mit Fernbussen unterwegs. Nun ist eins der Fahrzeuge verunglückt. Laut ADAC gibt es aber keinen Anlass, grundsätzlich an der Sicherheit der Busse zu zweifeln.

Ein FlixBus in Berlin Mitte
DPA

Ein FlixBus in Berlin Mitte


Der Automobilclub ADAC sieht kein Sicherheitsproblem bei Fernbussen. "Das Risiko, mit einem Reisebus zu verunglücken, ist 14 Mal geringer als mit dem eigenen Auto", sagte der Sprecher des ADAC Hansa, Christian Hief, nach dem Flixbus-Unglück auf der A19 in Mecklenburg-Vorpommern. "Fernbusse sind sicher." Nach der Bahn seien sie das sicherste Verkehrsmittel. Die Zunahme von Busunfällen in den vergangenen Jahren liege vor allem an der stark gestiegenen Zahl von Busreisen. So seien in Deutschland mittlerweile weit mehr als 20 Millionen Fahrgäste pro Jahr mit den Bussen unterwegs, sagte Hief.

Die Ursachen seien in der Regel keine technischen Mängel, sondern meist trotz zahlreicher gesetzlicher Regelungen Fehler des Fahrers. Durch Assistenzsysteme seien gerade moderne Busse aber trotzdem sehr sicher. Fahrgäste sollten aufmerksam bleiben, empfahl Hief. Wenn Reifen oder das gesamte Fahrzeug in jämmerlichen Zustand seien, solle man besser nicht ein- oder bei der nächsten Gelegenheit aussteigen.

Gleiches gelte, wenn der Fahrer einen übermüdeten, unkonzentrierten oder vielleicht sogar angetrunkenen Eindruck mache. "Wenn ich ein ungutes Gefühl habe, sollte man auf seinen Instinkt vertrauen", sagte Hief. "Aber das wichtigste ist: Es gibt eine Anschnallpflicht in Bussen und die ist nicht ohne Grund da." Im Ernstfall könne der Beckengurt Leben retten.

AD AC war für kurze Zeit Konkurrent von Flixbus

Bei dem Unglück auf der Autobahn 19 war ein Flixbus von der Fahrbahn abgekommen und in einen Graben gestürzt. 16 Menschen seien mit mittelschweren bis schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden, teilte die Polizei in Güstrow mit. Die Ursache war zunächst unklar, Ermittlungen liefen. Der Fahrer war einem Alkoholtest zufolge nüchtern und sollte befragt werden.

Der ADAC hatte selbst für wenige Monate gemeinsam mit der Post Fernbusse betrieben. Nach der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Ende 2013 gab der Automobilclub seinen Ausstieg bereits im November 2014 bekannt. Die Post wollte damals die Fernbuslinie alleine weiter betreiben und die Verbindungen sogar ausbauen. 2016 erfolgte die Übernahme der Post-Fernbussparte durch Flixbus.

mhu/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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discprojekt2 17.08.2018
1. Also,
Das Verkehrsministerium und die Bundesregierung hätten es in der Hand! Regulierung zu Gunsten der Schiene und Regelung der Höchstgeschwindigkeit: Weniger Tote/Verletzte, weniger Sachschaden, weniger Staus, weniger Stress, weniger Kosten der Instandhaltung, weniger Umweltbelastung.
fehleinschätzung 17.08.2018
2. Wer schon einmal erlebt hat
wie der Flixbus Fahrer auf einer engen Landstraße vor einer Kurve versucht hat einen LKW zu überholen und den Versuch auf halber Höhe wegen Gegenverkehr abgebrochen hat, um am Ende noch früher als 10 Minuten vor der Zeit am Zielort zu sein, wird sich wundern, das bei festen Zeiten des Fahrplans und überfüllten Straßen nicht mehr passiert. Mein Vertrauen in die Busse ist auch ohne Unfall nachhaltig gestört...
ralkon 18.08.2018
3. Die Busse sind sicher...
...die Fahrer sind wohl eher das Problem. Bei geschlossener Schneedecke mit 100 km/h auf der A10 auf einen Kleinwagen auffahren, drängeln, um dann auf der am bedecktesten, linken von 3 Spuren, zu überholen.
frantonis 18.08.2018
4. Vor dem Unfall wäre die ADAC-Aussage noch
verständlich gewesen. Aber nach dem Unfall ist sie nicht nachvollziehbar. Denn Flixbus setzt die Subunternehmen so unter Druck, dass solche Unfälle in der Hektik vorkommen können.
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