Unfallserie Nasa-Studie entlastet Toyota

Aufatmen bei Toyota: Die Unfallserie bei verschiedenen Modellen des Konzerns ist nicht auf Fehler in der Elektronik zurückzuführen. Dies ergab eine US-Studie, an der auch die Nasa beteiligt war. Schuld waren stattdessen rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale.

Toyota-Händler in Kalifornien: Elektronik der Autos fehlerfrei
AFP

Toyota-Händler in Kalifornien: Elektronik der Autos fehlerfrei


Washington - Im Skandal um angeblich ungewollt beschleunigende Fahrzeuge hat eine Studie der US-Regierung den japanischen Autobauer Toyota entlastet. Außer den bekannten Problemen, die durch Rückrufe bereits behoben werden konnten, seien keine neuen Defekte gefunden worden. Besonders in der Bordelektronik konnten keine Störungen nachgewiesen werden.

Dies ergab der Abschlussbericht, den die US-Verkehrssicherheitsbehörde am Dienstag vorlegte. Vorhergegangen war eine zehnmonatigen Untersuchung in Zusammenarbeit mit der Luft- und Raumfahrtbehörde NASA.

"Nachdem die Ingenieure die betroffenen Toyota-Fahrzeuge getestet haben, liegt nun das Ergebnis vor: Es gibt keine auf die Elektronik zurückzuführende Ursache für eine ungewollte Beschleunigung", sagte Verkehrsminister Ray LaHood.

"Toyotas Probleme waren mechanischer Natur, nicht elektronischer", so LaHood weiter. Es habe nur zwei Gründe gegeben, wegen denen die Autos des japanischen Herstellers ohne das Zutun der Fahrer beschleunigt hätten: rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale.

Dazu hätten die Fahrer in Stresssituationen oftmals schlicht das Gas- mit dem Bremspedal verwechselt, stellten die Nasa-Ingenieure fest. Die Experten hatten Dutzende Unfälle untersucht.

Toyota musste seit Ende 2009 wegen Qualitätsproblemen mehr als zwölf Millionen Autos zurückrufen und zahlte unter anderem wegen schlechter Informationspolitik über die Pannenserie eine Rekordstrafe von 32 Millionen Dollar. Kläger hatten dem Konzern vorgeworfen, dass Probleme mit dem Steuerungssystem zur unfreiwilligen Beschleunigung geführt hätten.

Das Unternehmen erklärte hingegen, dass keine Nachweise für diese Anschuldigungen erbracht werden konnten. Die Qualitätsprobleme seien vielmehr auf Fehlverhalten der Fahrer, störende Bodenmatten und klebrige Gaspedale zurückzuführen, hieß es.

An der Börse wurde der Bericht begrüßt, die Aktie stieg an der Wall Street um 4,4 Prozent. Dem Konzern drohen aber immer noch Schadensersatzklagen.

jok/dapd/AFP/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
kritiker111 08.02.2011
1. Das war eigentlich abzusehen!
Zitat von sysopAufatmen bei Toyota: Die*Unfallserie bei verschiedenen Modellen des Konzerns ist nicht auf Fehler in der Elektronik zurückzuführen. Dies ergab eine US-Studie, an der auch die Nasa beteiligt war. Schuld waren stattdessen rutschende Fußmatten und*klemmende Gaspedale. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,744431,00.html
Denn ein großer Teil ähnlicher Probleme traten auch schon hier bei anderen Fahrzeugen auf. Und es sind nicht nur Fußmatten, die das Bremspedal blockieren können. Wenn man manche Fahrzeuge anschaut, welches "Gerümpel" dort im Fußraum liegt, dann wundert man sich höchstens, dass nicht mehr passiert. Und die Billigfußmatten aus dem Zubehörhandel sind auch nicht gerade optimal angepasst und befestigt. Das Problem für Toyota war hauptsächlich, dass diese Pannen in den USA auftraten und damit Klagen ohne Grenzen und Ende hervor gerufen haben! Meine Fahrzeuge sind auch mehr oder weniger "Nutztiere", die kaum eine Waschanlage sehen - aber mein Fußraum und auch meine Heckablage sind aufgeräumt und meine Scheiben immer sauber (von regelmäßigen Kundendiensten ganz zu schweigen). Da ich viel und auch sehr schnell fahre ist das für mich die beste Lebensversicherung. Man soll eben nicht immer gleich über die angeblichen Mängel des Herstellers schimpfen, sondern sich sein eigenes Verhalten vor Augen führen.
A-Schindler, 08.02.2011
2. ...
Zitat von sysopAufatmen bei Toyota: Die*Unfallserie bei verschiedenen Modellen des Konzerns ist nicht auf Fehler in der Elektronik zurückzuführen. Dies ergab eine US-Studie, an der auch die Nasa beteiligt war. Schuld waren stattdessen rutschende Fußmatten und*klemmende Gaspedale. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,744431,00.html
Das ganze wirft aber ein schlechtes Licht auf die Fahrschulen in den USA wen so viele Amis das Pedal für die Bremse mit dem Gaspedal verwechseln. Nach dem Motto man hat 50/50 die Chance das richtige Pedal zu treffen...
ohne_sorge 09.02.2011
3.
Die Geschichte vom "automatic speeding" kennen wir noch von Audi. Vielleicht sollte man in Amerika mal an den Fahrschulen ansetzen? Da fahren die nur Automatik und kriegen offenbar die 2 Pedale noch nicht mal sortiert...
aldente 09.02.2011
4. Toyota wird NICHT entlastet!
Diese Studie entlastet Toyota in keinster Weise, entlastet werden lediglich die Entwickler der Bord-Elektronik. Fakt ist, dass es zum ungewollten Beschleunigen gekommen IST, und die Ursache dafür sind rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale. Und wer baut Fußmatten und Gaspedale in die Autos ein? Richtig, Toyota! Wenn hier fehlerhafte Gaspedale verwendet wurden, dann liegt die Schuld doch wohl eindeutig bei Toyota, und wenn die Fußmatten nicht ordnungsgemäß befestigt sind, dann ist das auch allein Toyotas Schuld! Bei VW werden die Fußmatten fixiert, die KÖNNEN gar nicht nach vorne rutschen!
Christ 32 09.02.2011
5. war von Anfang an klar
so ganz werden sie Toyota nicht entlasten können da Sie den Autobauer schon zur Strafzahlung verurteilt haben. also bleiben noch klemmende Gaspedale und rutschende Fußmatten übrig, was aber auch schwachsinnig ist da eine Fußmatte nur unters Pedal rutschen kann. Die Wahrscheinlichkeit das sich da was so verklemmt hat daß das Gaspedal unten hängenbleibt geht gegen Null. Und selbst wenn kann man immer noch bremsen und so den Motor abwürgen. Das ganze war von Anfang an völlig schwachsinnig, hat aber vielen Amerikanern gut in den Kram gepasst. Die gesammte amerikanische Autoindustrie schien in den letzten Zügen zu liegen, da passte es gut wenn man dem größten Autobauer mal so richtig einen reinzuwürgen kann. Das gleiche hätte auch VW passieren können
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