Unfreiwilliger BMW-Raser Tempo 215 mit verklemmtem Gaspedal

Todesängste musste ein 25-jähriger Engländer ausstehen, als er wider Willen mit 215 km/h über die Straßen raste: Das Gaspedal seines BMW 318 hatte sich verklemmt. BMW kündigt eine Untersuchung an.


London - Die wilde Fahrt des BMW endete nach fast einer halben Stunde und etlichen Beinahe-Zusammenstößen mit einem Knall: In einem Kreisverkehr lenkte Kevin Nicolle seinen Wagen auf die Innenspur und verlor die Kontrolle, das Auto überschlug sich. Dennoch entstieg der 25-Jährige dem Wrack fast unverletzt. "Ich dachte, ich muss sterben", wird Nicolle auf der Webseite der BBC zitiert.

Nicolle war am vergangenen Sonntag mit einem BMW 318 im Norden Englands auf der Fernstraße A 1 unterwegs. Als er auf Höhe der Ortschaft Thirsk den Fuß vom Gas nahm, so schilderte der frühere Lastwagenfahrer, blieb das Pedal hängen. Zunächst stieg er auf die Bremse: "Sie bremsten gut, ich fuhr dann etwa Tempo 110", berichtete Nicolle der BBC. Doch dann hätten die Bremsen zu qualmen begonnen. Er habe versucht, das Automatik-Auto in den Leerlauf zu schalten, doch das sei ihm nicht gelungen.

Über sein Handy rief der BMW-Fahrer die Polizei an - die ihm auf die Schnelle aber auch nicht weiterhelfen konnte. Sie empfahlen zunächst, die Warnblinkanlage einzuschalten und immer wieder auf die Hupe zu drücken. Die Polizei schickte Streifenwagen hinter dem durchgegangenen 318 her, doch die konnten mit dem schnellen Wagen nicht mithalten. "Ich habe die ganze Zeit geheult", erzählte Nicolle.

Der 318 mit Baujahr 1998 erlitt Totalschaden und wurde von der Polizei beschlagnahmt. BMW will das Auto jetzt gründlich untersuchen, auch um festzustellen, warum der Fahrer nicht in den Leerlauf schalten oder bremsen konnte. "Es gibt bisher keinen einzigen solchen Fall", sagte BMW-Sprecher Andreas Sauer SPIEGEL ONLINE. "Wir können zu dem jetzigen Zeitpunkt noch nichts über die Ursache sagen, da wir das Auto noch nicht kennen." "Wir möchten jedem versichern, der einen BMW fährt, dass wir dieses als einen äußerst ungewöhnlichen Unfall betrachten", sagte der britische Unternehmenssprecher Duncan Forrester.

abl/dpa



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